- Die südkoreanische Regierung bestätigte am Dienstag, dass sie über diversifizierte Beschaffungskanäle etwa vier Monate lang Halbleiter-Heliumvorräte gesichert hat, um den durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten verursachten Störungen in der Lieferkette entgegenzuwirken.
- Die Flüssigerdgasanlagen (LNG) in Katar wurden zuvor von Iran angegriffen. Der Markt schätzt, dass die Exporte des Landes um 14 % zurückgehen könnten, und es wird erwartet, dass die vollständige Reparatur der betroffenen Anlagen fünf Jahre in Anspruch nimmt. Katar hatte zuvor etwa 65 % des südkoreanischen Heliumbedarfs gedeckt.
- Um die Risiken von Energie- und Logistikunterbrechungen zu mindern, haben südkoreanische Spitzenbeamte Reisen nach Kasachstan, Oman und Saudi-Arabien unternommen, um alternative Öl- und Naphtha-Lieferungen zu suchen. Gleichzeitig bereiten sie einen Plan vor, um die Passage von 26 südkoreanischen Handelsschiffen durch die Straße von Hormus zu sichern.
Rekonstruktion der Lieferkette und Bestands-Puffermechanismus
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten ist die Kontinuität der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen für die Halbleiterindustrie eine vorrangige Überlegung für die Technologieregion Asien-Pazifik. Hochrangige südkoreanische Beamte gaben bekannt, dass bei inländischen Wafer-Herstellern bisher keine Notrufe wegen Gasmangels eingegangen sind. Durch die Erhöhung der Beschaffungsmengen aus alternativen Kanälen wie den USA hat Südkorea erfolgreich eine viermonatige Helium-Reserve aufgebaut. Diese Pufferperiode stabilisiert nicht nur kurzfristige weltweite Erwartungen im Speicherchip- und Foundry-Markt, sondern bietet auch wertvolle Zeitfenster für Unternehmen, um mittel- und langfristige Rohstoffbeschaffungsverträge neu zu bewerten und abzuschließen. Sollte die Produktionskapazität Katars sich nicht wie erwartet erholen, wird der 4-monatige strategische Vorrat eine zentrale Stütze für den normalen Betrieb der Produktionslinie bilden.
Bewertung der Schadenskapazität und mittel- bis langfristige Versorgungslücken
Helium ist ein unverzichtbares inertes Gas in der Lithographie, Ätz- und Kühltechnik der Halbleiterproduktion und seine Versorgung hängt stark von der Gewinnung als Nebenprodukt der Erdgasförderung ab. Bisher war Südkorea zu 65 % von katarischen Heliumimporten abhängig. Aktuelle Bewertungen zeigen, dass die Instandsetzung und der Wiederaufbau der betroffenen Anlagen bis zu fünf Jahre in Anspruch nehmen könnten, was zu einem Rückgang der Gesamtexportkapazitäten Katars um etwa 14 % führen würde. Diese mittel- bis langfristigen Schrumpfungserwartungen der Produktionskapazität zwingen die Nachfrageseite, die Diversifikation der Lieferkette zu beschleunigen. Obwohl die USA derzeit etwa 28 % des Heliumimports Südkoreas ausmachen und über ein gewisses Wachstumspotenzial verfügen, bleibt abzuwarten, ob sie die von Katar hinterlassene Marktlücke vollständig schließen können, da auch in den USA eine große industrielle Nachfrage besteht. Der Markt erwartet, dass die Spotpreise für hochreines Halbleiter-Helium in den nächsten Quartalen einem strukturellen Aufwärtsdruck ausgesetzt sein könnten.
Energieersatzstrategien und Risikominderung in der geostrategischen Logistik
Neben Spezialgasen wird die Versorgung mit Basisenergie und die Sicherheit der Logistikkorridore ebenfalls in den nationalen Risikomanagementrahmen einbezogen. In Bezug auf petrochemische Kernrohstoffe wie Öl und Naphtha hat der Kabinettsvorsitzende des südkoreanischen Präsidenten diplomatische Bemühungen mit Kasachstan, Oman und Saudi-Arabien aufgenommen, um durch den Abschluss neuer bilateraler Energieversorgungsverträge die Überexponierung in Konfliktregionen zu verringern. Gleichzeitig erarbeitet die südkoreanische Regierung in Zusammenarbeit mit multilateralen Kräften umfassende Sicherheits- und Kommunikationspläne für 26 südkoreanische Handelsschiffe, die in der oder durch die Straße von Hormus verkehren. Sollte die Durchfahrtsleistung dieser Seeweg weiter eingeschränkt bleiben, würde dies nicht nur die Versicherungstarife im Schiffsverkehr erhöhen, sondern auch die Produktionskosten in der ostasiatischen Industrie erheblich steigern.