- Japan kauft 400 US-amerikanische Tomahawk-Marschflugkörper, die Lieferzeit könnte sich aufgrund des hohen Verbrauchs der US-Streitkräfte im Nahen Osten um bis zu zwei Jahre auf 2029 verzögern.
- Das Washingtoner Think Tank CSIS schätzt, dass die US-Streitkräfte über 1000 Tomahawk-Raketen verbraucht haben, was etwa 30 % ihres Gesamtbestands von 3100 Raketen ausmacht.
- Die Herstellung eines Tomahawk-Marschflugkörpers dauert bis zu 2 Jahre und kostet 1,3 Millionen US-Dollar, was zu einer Neubewertung der Verteidigungslieferkette aufgrund von Engpässen in der Rüstungsproduktion führt.
Engpässe in der Rüstungsproduktion und Lieferverzögerungen
Die Financial Times berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Anfang dieses Monats den japanischen Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi telefonisch darüber informierte, dass sich die Lieferung der US-amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörper an Japan verzögern wird. Gemäß dem zuvor unterzeichneten Abkommen plante Japan ursprünglich, zwischen den Haushaltsjahren 2025 und 2027 bis zu 400 Tomahawk-Marschflugkörper zu erwerben. Aufgrund der neuesten Warnung der US-Seite könnte sich das tatsächliche Lieferdatum jedoch um bis zu zwei Jahre über die vereinbarte Frist hinaus verzögern, was bedeutet, dass die endgültige Lieferung der gesamten Verteidigungsausrüstung möglicherweise bis 2029 verschoben werden muss.
Beschleunigter Bestandsverbrauch durch Nahostkonflikte
Der direkte Grund für die Verzögerung dieses bedeutenden Verteidigungsauftrags liegt im massiven Verbrauch von Raketenbeständen der US-Streitkräfte bei militärischen Operationen gegen den Iran. Ein im letzten Monat veröffentlichter Analysebericht des Washingtoner Think Tanks Center for Strategic and International Studies schätzt, dass die US-Streitkräfte seit dem Ausbruch des Konflikts Ende Februar über 1000 Tomahawk-Marschflugkörper in den Operationen gegen den Iran eingesetzt haben. Dieser Verbrauch macht etwa 30 % des derzeitigen Gesamtbestands der US-Streitkräfte von etwa 3100 Raketen aus. Die Verbrauchsgeschwindigkeit übertrifft die bisherigen Sicherheitsreservenpläne und setzt die bestehenden Bestände und Produktionslinien der Hauptauftragnehmer der Rüstungsindustrie unter erheblichen Druck.
Durchbruchwaffe gegen Luftabwehrnetze und Produktionszyklusbeschränkungen
Der Tomahawk-Marschflugkörper, der derzeit die Kernwaffe der USA für präzise Langstreckenschläge darstellt, wurde in den Operationen gegen den Iran weitreichend zum Angriff auf Luftabwehrsysteme, Raketenbasen und Kommandozentralen eingesetzt. Diese Rakete hat eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern und ermöglicht es den US-Streitkräften, tief im feindlichen Gebiet zu operieren, ohne Flugzeuge oder Piloten zu gefährden. Allerdings kann die Produktionskapazität dieser hochpräzisen Lenkwaffen kurzfristig nicht schnell gesteigert werden. Laut Daten der Verteidigungsindustrie beträgt der Herstellungszyklus eines Tomahawk-Marschflugkörpers etwa 2 Jahre, und die Kosten pro Stück belaufen sich auf 1,3 Millionen US-Dollar. Sollte es zu einem Mangel an Komponenten in der Lieferkette kommen, könnte sich die Kapazitätslücke weiter vergrößern.