Kevin O’Leary hält trotz des finanziellen Drucks auf viele US-Haushalte an seiner wirtschaftlichen Einschätzung fest: Für internationale Anleger gebe es kaum attraktivere Alternativen zu den USA. Als Beleg nannte er, dass 52 Cent jedes Dollars an internationalen Investitionen in die Vereinigten Staaten flössen. Wie diese Zahl berechnet wurde und worauf sie beruht, erläuterte er nicht.
O’Leary verweist auf internationale Kapitalströme
O’Leary, Chairman von O’Leary Ventures und Investor in der Fernsehsendung Shark Tank, räumte ein, dass viele Familien finanziell unter Druck stehen. Die Wahl der Wähler beschrieb er als Vergleich konkurrierender wirtschaftspolitischer Ansätze. Zugleich bezeichnete er die USA für globale Anleger als „default choice“ – als naheliegende Standardoption.
Er erklärte, 52 Cent jedes Dollars an internationalen Investitionen gingen in die USA, und sagte, er werde an seiner Position festhalten. Eine Quelle oder Methodik für die Zahl nannte er nicht. Deshalb lässt sie sich nur schwer direkt mit anderen Kennzahlen zu grenzüberschreitenden Kapitalströmen vergleichen.
Regierungsbericht beziffert US-Anteil auf rund 41 Prozent
Der Economic Report of the President für 2025 veranschlagt den US-Anteil an den weltweiten Bruttokapitalzuflüssen für 2022 und 2023 auf rund 41 Prozent. Messgröße und Zeitraum können von O’Learys Angabe von 52 Cent abweichen. Die beiden Zahlen reichen daher für sich genommen nicht aus, um seine Aussage zu bestätigen oder zu widerlegen. Für einen direkten Vergleich müssten zunächst die zugrunde liegenden Definitionen geklärt werden.
O’Leary hat sich bereits früher mit der Kluft zwischen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der Lebensrealität der Haushalte befasst. Er beschrieb die US-Wirtschaft insgesamt als stark, wies in einem anderen Zusammenhang zur Inflation aber auch darauf hin, dass der Preisdruck für Wähler ein Thema bleibt. Gute Konjunktur- oder Kapitalmarktdaten zeigen nicht zwangsläufig, wie Familien die Lebenshaltungskosten erleben.
Finanzielle Lage der Haushalte bleibt ein eigenes Thema
O’Leary nannte weder Präsident Donald Trump noch die Republikanische Partei. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der sich die Kontrolle über den Kongress bei Wahlen bewähren muss und wirtschaftliche Fragen für die Wähler eine Rolle spielen. Für Anleger dreht sich sein Argument um die relative Attraktivität der USA für internationales Kapital. Ob sich der finanzielle Druck auf die Haushalte abschwächt, ist eine davon getrennte Frage, die sich aus Kapitalflussdaten nicht beantworten lässt.
O’Learys Angabe von 52 Cent ist öffentlich nicht methodisch erläutert. Der Wirtschaftsbericht des Präsidenten nennt dagegen für 2022 und 2023 einen US-Anteil von rund 41 Prozent. Wie die Abweichung zu erklären ist und auf welcher Berechnungsgrundlage die jeweiligen Werte beruhen, bleibt entscheidend für die Einordnung seiner Aussage.