Grok skizziert ein extremes Szenario, in dem Banken und Zahlungsnetzwerke weltweit den XRP Ledger (XRPL) zur Abwicklung tokenisierter Einlagen und institutioneller Stablecoins nutzen. Eine dadurch steigende Nachfrage nach XRP als Brücken- und Liquiditätsasset könnte den Kurs bis zum 1. Januar 2027 auf 35 bis 65 Dollar treiben; im Extremfall wären mehr als 100 Dollar möglich. Als Basisszenario ist das jedoch nicht zu verstehen: Für die nötige branchenweite Koordination gibt es derzeit keine klare Grundlage in der tatsächlichen Geschäftsentwicklung.
Entscheidend ist nicht allein, was Chartmuster nahelegen, sondern ob Banken und Zahlungsdienstleister den XRPL in großem Umfang für Abwicklungen einsetzen. Sollten erhebliche Volumina fiatgedeckter Vermögenswerte über das Netzwerk laufen, könnte die Nachfrage nach XRP als Brückenasset zunehmen. Bislang bleibt das jedoch eine von wesentlichen Impulsen abhängige Annahme und keine belegte Veränderung der Geschäftspraxis.
XRP bewegt sich zwischen 1,24 und 1,28 Dollar
Die in dem Szenario herangezogene Marktanalyse verortet XRP nach den jüngsten Schwankungen über einen längeren Zeitraum überwiegend zwischen 1,24 und 1,28 Dollar. Der Kurs liegt weiterhin über einigen mittelfristigen Unterstützungen. Der Bereich von 1,35 bis 1,45 Dollar erwies sich dagegen als Widerstand. In einem klassischen Bullenmarkt könnte ein nachhaltiger Anstieg über 1,60 bis 1,80 Dollar auf einen stärkeren mittelfristigen Trend hindeuten und das frühere Hoch von rund 3,65 Dollar wieder in den Blick rücken.
Sollte XRP dieses Hoch überwinden, berücksichtigt das Extremszenario zudem Kursprojektionen auf Basis des langfristigen Tiefs und Fibonacci-Extensions. Die aktuellen technischen Indikatoren sind allerdings neutral bis korrektiv und belegen keinen unmittelbar bevorstehenden starken Anstieg. Als kurzfristige Unterstützung gelten 1,20 bis 1,22 Dollar, darunter 1,10 bis 1,15 Dollar. Ein Halten dieser Marken würde die übergeordnete Erholungsstruktur stützen.
Ripple baut institutionelles Geschäft und RLUSD aus
Ripples jüngste Aktivitäten im institutionellen Geschäft liefern Kontext für die Debatte über den langfristigen Nutzen von XRP. Sie bedeuten jedoch nicht, dass Banken den XRPL als primäres Abwicklungsnetzwerk gewählt haben. Auf der Veranstaltung Swell 2026 erklärte Ripple, der annualisierte Produktumsatz solle bis zum Jahresende rund 900 Millionen Dollar erreichen. Das Geschäft umfasst Zahlungsverkehr, Verwahrung, Treasury-Management für Unternehmen und Stablecoin-Lösungen.
Zudem erhielt Ripple vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die endgültige Genehmigung zur Gründung einer nationalen Trustbank. Damit unterliegen die Reserve- und Verwahrungsinfrastrukturen des Unternehmens der Aufsicht auf Bundesebene. Die BNY hat ihre Partnerschaft mit Ripple ausgeweitet: Sie will institutionellen Kunden die Verwahrung von XRP und RLUSD anbieten und ein Projekt zur tokenisierten Handelsfinanzierung auf dem XRPL vorantreiben.
Der Stablecoin RLUSD von Ripple kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 2,6 Milliarden Dollar und ist bei Coinbase, Robinhood, Binance und Kraken gelistet. CEO Brad Garlinghouse bekräftigte außerdem Ripples Engagement für XRP und sagte, das Unternehmen werde den Vermögenswert „niemals aufgeben“. Die Entwicklungen zeigen ein wachsendes institutionelles Geschäft und eine Ausweitung des Stablecoin-Angebots. Ob daraus dauerhaft eine erhebliche On-Chain-Nachfrage nach XRP entsteht, hängt jedoch von der tatsächlichen Nutzung und den Entscheidungen der Marktteilnehmer ab.
Kursziel setzt weitreichende Annahmen voraus
Die Spanne von 35 bis 65 Dollar und die mögliche Ausweitung auf mehr als 100 Dollar hängen laut Groks Szenario von mehreren Bedingungen ab: Banken und Zahlungsnetzwerke weltweit müssten den XRPL koordiniert einsetzen, tokenisierte Einlagen und institutionelle Stablecoins in großem Umfang über das Ledger abwickeln und zugleich müsste der Kryptomarkt einen starken Bullenmarkt erleben. Bleibt eine dieser Voraussetzungen aus, könnte das Szenario hinfällig werden.
Die genannten Kursmarken sind daher als hochspekulative Modellrechnung zu betrachten, nicht als verlässliche XRP-Prognose. Zu den konkreten Entwicklungen zählen Ripples Umsatzziel, die OCC-Genehmigung, die ausgeweitete Partnerschaft mit der BNY sowie Marktkapitalisierung und Börsenlistings von RLUSD. Belege dafür, dass Finanzinstitute weltweit den XRPL in dem vorausgesetzten Umfang nutzen werden, liegen bislang nicht vor.