- Die Benchmark-Renditen der US-Staatsanleihen erlebten vor dem Wochenende einen strukturellen Rückgang. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen (US2YT=RR) fiel um 4,9 Basispunkte auf 3,776 % und führte zu einer ausgeprägten bullischen Steilheit der Renditekurve. Der Spread zwischen zweijährigen und zehnjährigen Anleihen weitete sich auf 53,4 Basispunkte aus.
- Angesichts positiver Impulse durch mögliche Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad verringerte sich die geopolitische Risikoprämie. Dies führte dazu, dass die US-Rohöl-Futures (CL1:COM) an einem Tag um fast 2 % auf 93,97 Dollar pro Barrel fielen, was den Inflationserwartungsdruck auf die festverzinslichen Märkte minderte.
- Die Untersuchung des Justizministeriums zu den überhöhten Renovierungskosten unter der Leitung von Jerome Powell, Vorsitzender der Fed, wurde offiziell abgeschlossen. Dieser Schritt erhöhte die Marktbewertung, dass der taubenhafte Kandidat Kevin Warsh ohne Probleme die Nachfolge antreten könnte. Laut Daten der LSEG stiegen die impliziten Wahrscheinlichkeiten für eine Zinssenkung bis Ende des Jahres von 23 % auf nahezu 40 %.
Bullische Steilheit der Renditekurve neu bewertet
Am turbulenten Handelstag zeigte der US-Staatsanleihenmarkt eine Verschiebung von einer einfachen geopolitischen Absicherung hin zu Erwartungen an die Geldpolitik. Insbesondere die Umwertung der Zinssenkungswahrscheinlichkeit beeinflusste die vorderen Zinssätze stark. Der deutliche Rückgang der Rendite zweijähriger Anleihen führte zu einer Versteilung der Kurve. Obwohl die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen (US10Y) nur um 1,3 Basispunkte auf 4,309 % sank, weitete sich der Spread zur Zweijahresrendite schnell von 48,5 Basispunkten auf 53,4 Basispunkte aus. Diese bullische Steilheit zeigt, dass institutionelle Investoren sich bereits auf eine marginale Lockerung der vorderen Liquidität vorbereiten, während sie für langfristige Anleihen eine höhere Laufzeitprämie zur Kompensation der Unsicherheiten im Hinblick auf fiskalische Angebote und langfristige Inflation verlangen. Sollte der Pfad für Zinssenkungen bis Jahresende bestätigt werden, könnte sich der Trend zur Versteilung der Kurve im dritten Quartal weiter beschleunigen.
Abnahme der Energieprämie und Inflationserwartungen
Die marginale Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten wurde zum direkten Katalysator für die Erholung des Anleihemarktes in dieser Runde. Mit den Nachrichten über mögliche Gespräche zwischen US-Vermittlern und dem iranischen Außenminister reduzierte sich die Risikoprämie auf der Angebotsseite des Ölmarktes schnell. Die US-Rohöl-Futures fielen unter die 94-Dollar-Marke, was die Sorgen der Märkte über ein erneutes Ansteigen des Verbraucherpreisindex innerhalb des Jahres minderte. Für Anleihehändler bieten die sinkenden Energiepreise der Fed mehr Spielraum für die geldpolitischen Maßnahmen in der zweiten Jahreshälfte. Es ist jedoch Vorsicht geboten: Trotz des Tagesrückgangs liegen die zentralen Rohstoffpreise weiterhin historisch hoch, und wenn die Gespräche die Erwartungen nicht erfüllen, könnte die Übertragung auf die Anleiherenditen schnell umkehren.
Fed-Übergang und Kontinuität der Politik
Das Ende der Untersuchung des Justizministeriums gegen den amtierenden Vorsitzenden der Fed beseitigte eine Schicht institutioneller Unsicherheit in der Übergangsperiode der Geldpolitik. Diese rechtliche Klärung ebnete de facto den Weg für eine taubenfreundliche Wende in der nächsten Amtsperiode der Fed. Der Markt erwartet allgemein, dass Kevin Warsh, unter dem Rahmen der Donald-Trump-Regierung, zu einem nachgiebigeren Liquiditätsumfeld neigen wird. Der schnelle Anstieg der impliziten Wahrscheinlichkeiten in LSEG-Zinssätzen spiegelt wider, dass Hedgefonds und große Vermögensverwalter diesen hochrangigen Personalwechsel in konkrete Laufzeitenexpeditionen umsetzen. Sollte Warsh in den anschließenden Anhörungen mehr taubenfreundliche Vorab-Leitlinien geben, könnte sich das Übergewichtsengagement in Kurzläufern weiter erhöhen.
Die globalen Märkte für festverzinsliche Wertpapiere weisen angesichts der Überschneidung mehrerer makroökonomischer Variablen komplexe Bewertungsmerkmale auf. Vor dem Wochenende erlebte der US-Staatsanleihenmarkt eine Erholung der Bewertung, die hauptsächlich durch Short-Termine unterstützt wurde, beeinflusst durch die potenzielle Abkühlung der geopolitischen Lage im Nahen Osten und die Beseitigung der internen Regulierungsunsicherheit bei der Fed. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen (US2YT=RR), die die politischen Erwartungen widerspiegelt, fiel auf 3,776 %, während die Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen (US30YT=RR) bei 4,925 % stabil blieb. Diese Divergenz im Verlauf von Kurz- und Langfristanleihen hat nicht nur die Form der Renditekurve neu gestaltet, sondern auch tiefe Auswirkungen auf die Liquiditätsverteilung und das Management der Vermögensverbindlichkeiten der institutionellen Finanzmärkte gehabt.