- Der US-Präsident Donald Trump und der Iran haben gegenseitig die neuesten Friedensvorschläge des jeweils anderen abgelehnt, was darauf hindeutet, dass der seit 10 Wochen andauernde geopolitische Konflikt kurzfristig kaum zu einem substanziellen Waffenstillstand führen wird. Das am 8. April erzielte fragile Waffenstillstandsabkommen steht vor dem Risiko, ungültig zu werden.
- Der Devisenmarkt schaltete am Montag bei Eröffnung sofort in den Risikomodus um, der US-Dollar wertete gegenüber den wichtigsten Währungen strukturell auf. Strategen der New Zealand Bank wiesen darauf hin, dass die Kursentwicklung einiger Vermögenswerte in der Vergangenheit einem Umkehrungsrisiko ausgesetzt ist.
- Das weltweit größte Ölunternehmen, die Saudi-Arabische Nationalölgesellschaft, warnte, dass selbst wenn die Schifffahrtsblockade der Straße von Hormus sofort aufgehoben würde, das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage auf den globalen Energie- und Kraftstoffmärkten noch Monate benötigen würde, um substanziell behoben zu werden.
Die Fragilität des Waffenstillstandsabkommens und die sofortige geopolitische Preisgestaltung
Der seit 10 Wochen andauernde Konflikt hat sich durch den jüngsten Austausch von Vorschlägen nicht gewendet. Washingtons Forderungen konzentrieren sich darauf, dass der Iran zuerst die Straße von Hormus öffnet und anschließend über Nuklearwaffen verhandelt, während Teheran auf der Freigabe von Vermögenswerten, der Aufhebung der Ölexport-Sanktionen und der Beendigung der US-Blockade des Golfs von Oman besteht. Diese Diskrepanz in den Grundforderungen führt dazu, dass das geopolitische Risiko kurzfristig nicht aus den Vermögenspreisen herausgelöst werden kann. Der Drohnenangriff auf ein Frachtschiff am Wochenende in der Nähe von Katar im Persischen Golf sowie die Abfangaktionen der Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwaits bestätigen weiter die Fragilität des Waffenstillstandsabkommens auf der Umsetzungsebene, und die Marktängste vor einer Unterbrechung der Schifffahrt nehmen erneut zu.
Differenzen über den Erhalt von Nuklearanlagen und das Sicherheitsrahmenwerk im Nahen Osten
Der Erhalt der nuklearen Fähigkeiten stellt das zentrale Hindernis der aktuellen Verhandlungen dar. Laut Medienberichten und der Überprüfung durch halboffizielle iranische Institutionen weigert sich Teheran, seine Nuklearanlagen abzubauen, und bietet nur bei der Handhabung der Urananreicherungsbestände Kompromissbereitschaft. Gleichzeitig hat die Erklärung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, die nuklearen Fähigkeiten des Iran zu zerstören und hochangereichertes Uran zu beseitigen, weitere Unsicherheitsfaktoren in den langfristigen Sicherheitsrahmen der Region eingeführt. Diese multilaterale Spielstruktur erschwert nicht nur die Vermittlung durch Dritte, sondern zwingt auch die globalen Kapitalmärkte, bei der Bewertung der geopolitischen Risiken im Nahen Osten konservativere Diskontierungsmodelle anzuwenden.
Kerninflationsdruck und das politische Ringen um die Zwischenwahlen
Die geopolitische Pattsituation überträgt sich auf die makroökonomische und politische Ebene in den USA. Mit der Annäherung der Zwischenwahlen im November übt der hohe Benzinpreis im ganzen Land erheblichen politischen Druck auf die amtierende Regierung aus. Während Trump den Iran für Zeitverzögerungen kritisiert, steht er auch unter dem dringenden Druck, die inländischen Treibstoffkosten zu senken. Sollte der Konflikt zu anhaltend hohen Energiepreisen führen, würde dies direkt die Klebrigkeit der Kerninflationsindikatoren in den USA erhöhen und den Spielraum der Federal Reserve für geldpolitische Maßnahmen in der zweiten Jahreshälfte einschränken. Das Spannungsfeld zwischen politischen Forderungen und geopolitischer Realität macht die nachfolgenden Entscheidungswege des Weißen Hauses zu einer komplexen Überlegung.
Ausbreitung der Risikoscheu und strukturelle Schwankungen auf dem Devisenmarkt
Die Beobachtungen der Strategen der New Zealand Bank spiegeln die tatsächlichen Kapitalströme wider. Nach der Ablehnung der Friedensvorschläge schaltete der globale Devisenmarkt schnell in den Risikomodus um, und die Sicherheitsmerkmale von US-Dollar-Anlagen wurden verstärkt. Da der Markt zuvor teilweise die optimistischen Erwartungen des Waffenstillstandsabkommens eingepreist hatte, zeigt die Preisumkehr im frühen Handel, dass institutionelle Investoren schnell ihre hochriskanten Positionen schließen. Sollte die Warnung der USA vor einer Eskalation der Angriffe umgesetzt werden oder die tatsächliche Durchgangsrate der Straße von Hormus weiter sinken, werden die Währungen der Schwellenländer und der stark von Energieimporten abhängigen Volkswirtschaften einem tiefergehenden Abwärtsdruck ausgesetzt sein.
Unterbrechung der Energieversorgungskette und Neubewertung von Terminkontrakten
Die Warnung der Saudi-Arabischen Nationalölgesellschaft hebt die verzögerte Wirkung der Reparatur der physischen Energieversorgungskette hervor. In den letzten 10 Wochen hat der Konflikt das Logistiknetzwerk des globalen Öl- und Gasmärkte schwer verzerrt. Selbst wenn beide Seiten im nächsten Monat einen Kompromiss erzielen und die Hafenblockade beenden, wird die physische Versorgungssituation auf dem Spotmarkt aufgrund der Umverteilung der Tankerkapazitäten, der Neubewertung der Versicherungsprämien und des Wiederaufbaus der Hafenbestände nicht sofort gelindert. Dies veranlasst Energiehändler, die Struktur der Terminkurven für Rohöl und Erdgas neu zu bewerten, was die grundlegende Marktkonsens über den Mangel an Vertrauen in die langfristige Energiesicherheit widerspiegelt.