- Gemini sagt
- Die Renditen japanischer Staatsanleihen fielen am Donnerstag, hauptsächlich weil die internationalen Ölpreise auf das Niveau vor dem Ausbruch des Iran-Konflikts zurückgingen, was die Sorgen über eine Verschlechterung der Inflation weitgehend linderte.
- Obwohl Naoki Tamura, Mitglied des Prüfungsausschusses der Bank of Japan, hawkische Äußerungen machte und zu Zinserhöhungen alle paar Monate aufrief, reagierte der Markt gelassen. Analysten glauben, dass seine Äußerungen den Erwartungen entsprachen und keinen zusätzlichen Schock auf den Anleihemarkt ausübten.
Während die Ölpreisschwankungen kurzfristige Anpassungen auslösten, zeigte sich der Markt insgesamt abwartend. Händler und Investoren warten gespannt auf die Ergebnisse der 20-jährigen japanischen Staatsanleihenauktion, die später am Tag bekannt gegeben werden.
Rückgang der Ölpreise lindert Inflationssorgen
Mit dem anhaltenden Rückgang der internationalen Ölpreise am Donnerstag, der sich dem normalen Niveau vor dem Konflikt annähert, wurde der Inflationsdruck auf den japanischen Anleihemarkt deutlich gemildert. Da die Ölpreise als Indikator für die globale Inflation gelten, haben ihre jüngsten starken Schwankungen die Nerven des Marktes für festverzinsliche Wertpapiere stark beansprucht. Der vorübergehende Rückgang der Ölpreise führte direkt zu einem kollektiven Rückgang der Renditen japanischer Staatsanleihen über alle Laufzeiten hinweg, was die zuvor durch geopolitische Risiken stark angespannte Marktstimmung teilweise beruhigte.
Renditen der Kernlaufzeiten sinken kollektiv
In der konkreten Marktperformance fiel die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen um 4 Basispunkte auf 2,625%, was eine vorübergehende Rückkehr der Käufer signalisiert. Gleichzeitig schwächten sich auch die ultralangen Laufzeiten ab, wobei die Rendite der 20-jährigen japanischen Staatsanleihen um 2,5 Basispunkte auf 3,540% fiel und die Rendite der 30-jährigen japanischen Staatsanleihen ebenfalls um 2,5 Basispunkte auf 3,840% sank. Der gleichzeitige Rückgang der Renditen am langen und ultralangen Ende zeigt, dass der Markt die langfristigen Inflationserwartungen neu bewertet hat.
Hawkische Zinserhöhungskommentare stoßen auf gelassene Reaktion
Naoki Tamura, Mitglied des Prüfungsausschusses der Bank of Japan, zeigte sich in seiner jüngsten Rede recht aggressiv und forderte öffentlich, dass die Zentralbank alle paar Monate die Zinsen erhöhen sollte. Diese stark auf eine Straffung der Geldpolitik hindeutende Aussage löste jedoch keine Wellen auf dem Anleihemarkt aus. Naoya Hasegawa, Chefstratege für Anleihen bei Okasan Securities, wies darauf hin, dass Tamuras Äußerungen vollständig im Einklang mit den Markterwartungen standen und keine marginale Verschlechterung der Logik aufwiesen, weshalb sie keinen erneuten Anstieg der Renditen auslösten.
Unklare geopolitische Lage und Auktionserwartungen
Obwohl der Rückgang der Ölpreise dem Anleihemarkt eine Atempause verschaffte, warnen Marktanalysten allgemein, dass der aktuelle Rückgang der Renditen möglicherweise nur eine kurzfristige technische Bewegung darstellt. Da die substanziellen Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts im Nahen Osten noch mit großer Unsicherheit behaftet sind, könnten geopolitische Risiken jederzeit wieder aufflammen. Darüber hinaus richten die Marktteilnehmer derzeit ihre gesamte Aufmerksamkeit auf die bevorstehende Auktion der 20-jährigen Staatsanleihen, um von der Nachfrageseite mehr aktuelle Hinweise auf die Preisgestaltung der langfristigen Zinssätze zu erhalten.