Riot schließt milliardenschweren Mietvertrag für KI-Datenzentren mit Anthropic
Riot Platforms hat eine 20-jährige Mietvereinbarung für Rechenzentrumskapazitäten mit dem KI-Unternehmen Anthropic abgeschlossen. Der Vertrag umfasst 191 Megawatt und hat einen Gesamtwert von 16,1 Mrd. USD inklusive Verlängerungsoptionen. Die Ankündigung löste eine spürbare Kursrallye bei Riot und weiteren Bitcoin-Mining-Unternehmen wie TeraWulf, Cipher Mining und Hut 8 aus.
Mining-Aktien steigen trotz stabiler bis fallender Bitcoin-Kurse
Am vergangenen Montag kletterte die Aktie von Riot um 4,33 %, Cipher Mining legte 5,39 % zu, TeraWulf stieg um 3,40 % und Hut 8 um 3,39 %. Parallel dazu verlor Bitcoin 0,49 % und pendelte weiter in einer Spanne zwischen 62.000 und 65.000 USD ohne klare Reaktion auf die Mining-Aktien. Dies verdeutlicht, dass die Aktienbewegungen primär von den Stromliefer- und Mietverträgen für die Infrastruktur beeinflusst werden und nicht von der Volatilität des Bitcoin-Preises.
Riot verkauft Bitcoinbestände zur Kapitalbeschaffung für KI-Infrastruktur
Um den Ausbau seiner KI-Aktivitäten zu finanzieren, hat Riot signifikante Mengen seiner Bitcoin-Reserven verkauft. Zwischen Q2 2026 sank der Bitcoin-Bestand von 15.680 auf 11.380 BTC, eine Reduktion um 4.300 Einheiten. Diese Mittel flossen in den Bau und Betrieb des neuen Datenzentrums in Rockdale, Texas. CEO Jason Les betonte, dass insgesamt 241 MW Mietkapazitäten mit einem Volumen von circa 9,8 Mrd. USD für Kunden aus dem KI-Sektor gesichert wurden.
Analysten bewerten Miningaktien zunehmend über Infrastrukturverträge
Die jüngste Kursbelebung bei den Mining-Unternehmen basiert vor allem auf den wiederkehrenden Einnahmen aus langfristigen Strom- und Standortmietverträgen, weniger auf der Bitcoinförderung selbst. Institutionelle Analysten wie H.C. Wainwright und Needham haben ihre Kursziele für Riot daher deutlich angehoben – von 25 auf 40 USD bzw. von 30 USD. In ihren Berichten liegt der Fokus klar auf den stabilen Cashflows aus den Mietverträgen.
Mining bleibt profitabel – aber Strategiewechsel erkennbar
Der traditionelle Mining-Bereich von Riot bleibt mit einem Quartalsumsatz von 113,7 Mio. USD weiterhin lukrativ. Die Verkäufe von Bitcoin zur Finanzierung der Infrastruktur signalisieren jedoch eine strategische Verschiebung hin zu hochwertigen Infrastruktur-Dienstleistungen für KI-Unternehmen. Dieser Wandel könnte längerfristige Auswirkungen auf das Bitcoin-Angebot und die Preisentwicklung haben und sorgt für Aufmerksamkeit unter Investoren und Marktbeobachtern.
Insgesamt stärkt der Vertrag zwischen Riot und Anthropic die Bewertung der Mining-Unternehmen durch neue Infrastrukturprojekte in einem Wachstumsmarkt. Die damit verbundenen Verkäufe von Bitcoin-Beständen drücken allerdings kurzfristig auf den Bitcoin-Kurs und belegen, dass sich die Branche aktuell von der reinen Forcierung der Bitcoin-Produktion hin zu einer diversifizierten Geschäftsmodellstrategie bewegt.