Bitwise-CIO Matt Hougan: Bitcoin trotzt mehreren Belastungen ohne starken Preisverfall
Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, hat kürzlich in einem Interview betont, dass Bitcoin trotz einer Serie negativer Nachrichten kaum Kursrückgänge zeigt. Dies deutet laut ihm darauf hin, dass der langanhaltende Bärenmarkt der Kryptowährungen bald seinen Tiefpunkt erreicht haben könnte.
Hougan verwies auf mehrere belastende Ereignisse in kurzer Folge. So begann Michael Saylor, Vorstandsvorsitzender von MicroStrategy, eigene Bitcoin-Bestände zu verkaufen. Gleichzeitig fiel der Kurs der von MicroStrategy herausgegebenen STRC-Vorzugsaktie auf rund 75 US-Dollar, deutlich unter dem Nennwert von 100 US-Dollar – ohne nennenswerte Marktreaktion. Auch das ursprünglich vielversprechende US-Gesetz "Clarity Act" verlor deutlich an Aussicht auf Verabschiedung, die Zustimmung sank von knapp 50 % auf nur noch etwas über 10 %. Zudem wurde eine Sicherheitslücke in Coldcard-Hardware-Wallets mit einem geschätzten Schadenspotential von etwa 116 Millionen US-Dollar publiziert. Trotz dieser Negativschlagzeilen blieb Bitcoin vergleichsweise stabil, was auf eine langsam wachsende Resilienz des Marktes schließen lässt.
Große Vermögensverwalter könnten neue Käufergruppe sein
Hougan sieht künftig vor allem große Vermögensverwaltungsplattformen als potenzielle Treiber für frische Investmentzuflüsse in Bitcoin – nicht kurzfristige Spekulationen. Vor dem Hintergrund eines etwa 50-prozentigen Kursrückgangs insgesamt würden einige Anlageberater weiterhin Investitionen in von Bitwise aufgelegte Solana-Staking-ETFs (BSOL) empfehlen, was institutionelles Interesse und strategische Allokationen widerspiegele.
Zudem führte Hougan an, dass Bitwise im vergangenen Jahr via In-Kind-Transaktionen innerhalb ihrer ETFs steuerbegünstigte Umsätze in einer Größenordnung von rund 600 bis 700 Millionen US-Dollar abwickelte. Dies unterstreiche die anhaltende Nachfrage nach ETF-Strukturen bei Investoren.
Asset Allocation zwischen ETFs und physischer Verwahrung
Für Anleger mit etwa einer Million US-Dollar in Bitcoin empfiehlt Hougan eine überwiegende Allokation in regulierte ETFs wie den Bitwise Bitcoin ETF (BITB). Ein kleinerer Anteil könne als Ergänzung sicher in sogenannten Cold Wallets verwahrt werden, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit und Liquidität herzustellen. Er erwartet zudem, dass sich ETF-Strukturen weiterentwickeln, da der Markt sukzessive reift.
Hougan begründet seine Einschätzung des Bitcoin-Tiefs vor allem damit, wie der Markt auf negative Nachrichten reagierte – weniger anhand eines konkreten Kursniveaus. Er warnt Anleger, künftige Nachrichtenentwicklungen genau zu beobachten, um die Nachhaltigkeit der eingetretenen Stabilität besser einschätzen zu können.
Der aktuelle Kursverlauf zeigt, dass das Marktumfeld Bitcoin zwar weiterhin vor zahlreiche Herausforderungen stellt. Dennoch sind negative Impulse offenbar bereits weitgehend eingepreist. Das zunehmende Interesse institutioneller Vermögensverwalter könnte künftig dazu beitragen, den Markt zu stabilisieren und neue Impulse zu setzen.