Strategy realisiert erhebliche Verluste durch Bitcoin-Verkäufe im Jahr 2026
Die von Michael Sailer kontrollierte Investmentgesellschaft Strategy hat im Jahr 2026 durch Bitcoin-Verkäufe kumulierte Verluste von über 100 Millionen US-Dollar erlitten. Alle Verkäufe lagen unter dem durchschnittlichen Einstandspreis der gehaltenen Bitcoins, was darauf hindeutet, dass die Verkäufe vor allem zur Deckung von Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen genutzt wurden.
Großes Bitcoin-Volumen und unveröffentlichte Buchverluste
Laut den Angaben des Strategy-Vorstands hält das Unternehmen derzeit rund 840.000 Bitcoins. Bei den aktuellen Marktpreisen entsprechen die nicht realisierten Buchverluste dabei knapp 10,6 Milliarden US-Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis der in den Jahren 2024 bis 2026 angeschafften Bitcoins liegt bei etwa 75.400 US-Dollar pro Coin, während die jüngsten Verkaufsdurchschnitte bei ungefähr 64.000 US-Dollar lagen.
Steigender Dividenden- und Rückkaufsdruck als Auslöser für Verkäufe
Strategy unterstützt seine variabel verzinsten Vorzugsaktien (STRC) regelmäßig durch Bitcoin-Verkäufe, um die Dividendenverpflichtungen zu erfüllen. Schätzungen zufolge hat sich die jährliche Dividendenlast für die Vorzugsaktien von rund 300 Millionen US-Dollar vor einigen Jahren auf beinahe 1,2 Milliarden US-Dollar vervierfacht. Aufgrund der aktuellen Liquiditätslage hat sich die Deckungsdauer für diese Auszahlungen deutlich auf rund 14 Monate verkürzt, was die finanzielle Belastung verdeutlicht.
Wiederholte Verkäufe unter Einstandskosten sichern Liquidität
Obwohl Michael Sailers lautstark verkündeter Grundsatz „Nie einen einzelnen Satoshi verkaufen“ weiterhin bekannt ist, hat Strategy in diesem Jahr mindestens vier Mal Bitcoins veräußert, um Mittel zu generieren. Die vom Vorstand genehmigte Verkaufssumme beläuft sich insgesamt auf 1,25 Milliarden US-Dollar. Analysten beobachten zudem eine parallele, geringfügige Aufstockung der Bitcoinbestände, um die langfristige Strategie des „Accumulations“ aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Liquidität flexibel zu managen.
Kursentwicklung und Ausblick für Strategy
Im laufenden Jahr ist der Aktienkurs von Strategy um fast 40 Prozent gefallen, wobei die Notierungen derzeit um 90 US-Dollar liegen und somit deutlich unter den früheren Hochs angesichts der Bitcoin-Preisentwicklung bleiben. Angesichts der fortgesetzten Verkäufe zur Finanzierung von Dividenden und Rückkäufen ist mit einer Fortsetzung dieser Realisierungstätigkeiten zu rechnen.
Michael Sailer betonte, dass die Verkaufsstrategie Teil eines Liquiditäts- und Refinanzierungsmanagements sei und kein Indiz für mangelndes Vertrauen in die Bitcoin-Positionen darstelle. Das Unternehmen hat kürzlich zudem rund 520 Bitcoins im Wert von etwa 35 Millionen US-Dollar gekauft, was auf eine weiterhin vorsichtige Festigung der Bestände hinweist. Die zukünftigen Quartalsberichte und die Bitcoin-Preisentwicklung werden entscheidend dafür sein, in welchem Umfang Strategy seine Dividenden- und Rückkaufprogramme nachhaltig finanzieren kann.