Steuervorteile und Familienbindung durch Donor-Advised Funds
Ein erfahrener Vermögensberater mit über drei Jahrzehnten Erfahrung berichtet von einem Paar, das nach dem tragischen Verlust ihrer erwachsenen Tochter überlegte, wie sie deren Andenken sinnvoll mit Wohltätigkeit verbinden können. Der Rat: Einrichtung eines Donor-Advised Funds (DAF). Dieses Instrument ermöglicht es, hoch bewertete Wertpapiere direkt einzubringen und damit steuerlich begünstigt gemeinnützige Organisationen zu unterstützen. Auch die zwei überlebenden Söhne wurden in die Auswahl der Förderprojekte einbezogen, was die jährliche Wohltätigkeitsplanung zu einem festen Familienritual werden ließ.
Direkte Aktienschenkung schützt vor Kapitalertragssteuer
Viele Anleger verkaufen oft zunächst wertsteigernde Aktien, um anschließend den Erlös als Spende zu geben – ein Vorgehen, das Kapitalertragssteuern auslöst. Mithilfe eines DAF kann durch die direkte Übertragung der Wertpapiere dieser Steuerposten umgangen werden, während gleichzeitig der volle Marktwert als Spendenbetrag gilt. Aus Sicht des Beraters ist die Nutzung von DAFs eine unkomplizierte, aber bislang unterschätzte Methode, effektive Steuereinsparungen zu realisieren.
DAFs vereinfachen die Spendenabwicklung erheblich
Ein Donor-Advised Fund fungiert wie ein „Familien-Wohltätigkeitskonto“. Beiträge in Form von Aktien, Fondsanteilen oder ETFs werden in das Konto eingelegt und können nach Belieben auf unterstützte Organisationen verteilt werden – eine Auszahlung der gesamten Summe auf einmal ist nicht erforderlich. Anbieter wie Charles Schwab bieten heute Online-Eröffnung und zügige Abwicklung der Einzahlungen an. Nach Eingang der Spende ist diese verbindlich und steuerlich absetzbar. Die Verwaltung der Mittel übernimmt der Treuhänder, während der Spender weiterhin Voten über die Verwendung abgeben kann.
Ein bewährtes Steuersparmodell ist die „Sammelspende“: Statt jährlich kleinere Beträge einzuzahlen, wird ein Mehrjahresbetrag gebündelt entrichtet, um im betreffenden Jahr eine hohe Steuerersparnis zu erzielen. Die Verteilung der Gelder an die Begünstigten erfolgt dann über mehrere Jahre.
Familienbeteiligung fördert bewussten Umgang und Wertschätzung
Das Modell stärkt nicht nur die steuerliche Effizienz, sondern auch die familiäre Kommunikation. Der Berater empfiehlt, dass ältere Generationen den Jüngeren Spendenbudgets übertragen, um diese dazu zu ermuntern, eigene wohltätige Entscheidungen zu treffen und deren Begründungen zu erläutern. Dies fördert ein tieferes Verständnis für die entworfene Vermögensweitergabe und schafft eine emotionale Dimension, die über herkömmliche Testamentssprüche hinausgeht.
Praktische Empfehlungen und Marktübersicht
Anleger mit ungenutzten, kostengünstigen Aktien, Fonds oder ETFs sollten den Verkauf vor einer Spende vermeiden. Stattdessen empfiehlt sich die Erkundigung nach den Einrichtungsmodalitäten eines DAF über die Depotbank oder Online-Plattformen. Die meisten namhaften Wertpapierdienstleister bieten inzwischen unkomplizierte Aufnahmeverfahren an.
Durch steuerliche Bündelung und DAF-basiertes Management wächst die Nachfrage nach diesem Spendeninstrument weiter – insbesondere in vermögenden Familien. Zwar existieren auch private Familienstiftungen als Alternative, doch mit ihren geringeren Kosten und einfacheren Handhabung bleiben DAFs für viele die bevorzugte Lösung.
Mit einem offenen Dialog und abgestimmten Zielsetzungen innerhalb der Familie lässt sich das Potenzial von Donor-Advised Funds sowohl für steuerliche Vorteile als auch für nachhaltige familiäre Wohltätigkeit optimal ausschöpfen.