DAX und Ibex 35 klettern auf Rekordhöhen
Zum Handelsschluss in London und den wichtigsten europäischen Börsen zeigten sich differenzierte Entwicklungen. Der deutsche Leitindex DAX stieg um 0,26 % auf 26.391,43 Punkte und stellte damit einen neuen historischen Höchststand auf. Auch der spanische Ibex 35 erreichte mit 20.213,61 Punkten ein Rekordhoch, wobei sich der Zuwachs auf 0,20 % belief. Diese Spitzenwerte spiegeln die anhaltende positive Stimmung wider, die von starken Unternehmensgewinnen und Hoffnungen auf einen Fortschritt in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran genährt wird.
Der französische CAC 40 verlor leicht 0,13 % auf 8.714,95 Punkte, der britische FTSE 100 fiel um 0,17 % auf 10.844,20 Punkte, während der italienische FTSE MIB minimal um 0,08 % auf 53.706,20 Punkte zulegte.
Unsicherheit am Golf bremst Investoren nicht
Die Marktteilnehmer halten die Entwicklung der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin genau im Blick. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif berichtete, dass sich USA und Iran auf eine „gewisse Vereinbarung“ zubewegen, und es gebe erste Anzeichen für eine mögliche Friedenslösung. Auch Katar erläuterte, die Gespräche über die strategisch wichtige Straße von Hormus hätten ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Allerdings bleiben Passagen und Details in den geplanten Abkommen umstritten, weshalb Unsicherheit hinsichtlich der Stabilität der Region weiterhin besteht.
Rückgang der Renditen bei europäischen Staatsanleihen
Im europäischen Anleihemarkt sanken die Renditen langlaufender Staatsanleihen überwiegend geringfügig. Die Rendite der deutschen 10-jährigen Bundesanleihe fiel um 2,6 Basispunkte auf 3,158 %. Auch Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien verzeichneten Rückgänge zwischen etwa 1,1 und 3,5 Basispunkten, was insgesamt auf eine leichte Bewegung in Richtung sicherer Anlagen deutet.
US-Aktienmärkte zeigen gemischte Signale
Nach dem Ende des europäischen Handelstages entwickelten sich die US-Aktienindizes divergierend: Der Dow Jones Industrial Average gab um 0,06 % auf 35.951,38 Punkte nach, der S&P 500 sank minimal um 0,08 % auf 7.746,54 Punkte. Der technologieorientierte Nasdaq Composite verlor stärker und lag mit einem Minus von 0,33 % bei 26.517,46 Punkten. Dagegen stieg der Russell 2000 Index für Nebenwerte gegen den Trend um 0,44 % auf 3.030,69 Punkte.
US-Staatsanleihen mit leichter Renditerücknahme
Die Renditen bei US-Staatsanleihen gaben ebenfalls nach: Die 2-jährige Laufzeit sank um 1,3 Basispunkte auf 4,226 %. Die 5-, 10- und 30-jährigen Laufzeiten verringerten sich um 1,4, 1,2 beziehungsweise 0,8 Basispunkte. Die Markterwartungen für die US-Zinspolitik im September sind durch einen schwächeren Arbeitsmarktbericht zunehmend ausgewogen, mit etwa 50 % Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung. Im Fokus steht zudem die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten, die am nächsten Tag erschien und als richtungsweisend für die kurzfristige Geldpolitik gilt.
Ölpreise bleiben durch Golfregion angespannt
Trotz positiver Meldungen aus den Dialogen zwischen Washington und Teheran setzten die Ölpreise ihren Höhenflug fort. Die US-Rohölsorte WTI schloss bei 83,10 US-Dollar pro Barrel und stieg um 0,96 %. Der Anstieg ist vor allem auf die angespannten Bedingungen in der Straße von Hormus zurückzuführen, die die Versorgungssicherheit für den internationalen Schiffsverkehr beeinträchtigen könnten.
Im Edelmetallsektor fiel Gold um 0,26 % auf 4.379,30 US-Dollar je Unze, Silber verlor 1,27 % auf 64,85 US-Dollar. Bitcoin verzeichnete eine leichte Abwärtsbewegung von 0,88 % und notierte bei 63.567 US-Dollar.
US-Gebrauchtwohnungsmarkt zeigt leichte Belebung
Die US-Verkäufe bestehender Häuser erreichten im Juli eine annualisierte Menge von 4,06 Millionen Einheiten und lagen damit etwas über den erwarteten 4,05 Millionen. Allerdings korrigierte sich das Vormonatsniveau von 4,13 Millionen auf neue, niedrigere Werte, was auf eine weiterhin gedämpfte Nachfrage im Immobilienmarkt hindeutet. Die mittlere Hauspreisentwicklung stieg mit 434.100 US-Dollar um 2,0 % im Jahresvergleich. Die Angebotsdauer lag stabil bei 4,6 Monaten – eine leichte Verbesserung, jedoch nach wie vor unter dem als ausgewogen geltenden Niveau. Diese Entwicklung legt nahe, dass sich die Erschwinglichkeit im Wohnungsmarkt trotz Inflationsdrucks und Einkommensveränderungen nur langsam verbessert.
Insgesamt zeigt sich ein europäischer Aktienmarkt mit differenzierten Signalen, bei dem die geopolitischen Ereignisse am Golf weiter eine gewichtige Rolle spielen. Rückläufige Anleiherenditen deuten auf ein vorsichtigeres Anlegerverhalten hin, während die US-Börsen auf unterschiedliche Wachstums- und Inflationsindikatoren reagieren. Die Ölmarktspannung bleibt ein zentraler Faktor für Marktteilnehmer.