Abweichung bei der Preisfestsetzung von Sachwerten in der Energiekrise: Analyse der Liquiditätskrise von Gold nach der Intervention der Huthi-Rebellen
Mit der Intervention der Huthi-Rebellen in den Nahost-Konflikt und der Bedrohung der Schifffahrt im Roten Meer durchläuft der globale Finanzmarkt eine tiefgreifende Entkopplung des Sicherheitsdenkens. Der Spotpreis für Gold erreichte zeitweise 4420 US-Dollar, was die Diskrepanz zwischen Gold als traditionellem sicheren Hafen und dem globalen Liquiditätsangebot vor dem Hintergrund steigender Energiepreise widerspiegelt.
Lieferkettendurchleitung
Der Einfluss des Nahostkrieges auf die Goldindustrie erfolgt hauptsächlich über die beiden Kanäle der Zentralbank-Reservenverwaltung und der Energieinflation. Aufgrund der enormen Preissteigerungen bei Rohöl in den letzten Monaten stehen Volkswirtschaften, die stark von Energieimporten abhängig sind, unter erheblichem Druck in der Leistungsbilanz.
- Umstellung der Reserveaktiva: Zentralbanken, wie die der Türkei, sind gezwungen, ihre Goldreserven in Dollarliquidität umzuwandeln, um die Kosten des Ölimports abzufedern. Diese Verkäufe üben einen erheblichen Druck auf den Spotmarkt für Gold aus.
- Industrie- und Endverbraucherprämien: Der Anstieg der Energiepreise führt direkt zu höheren Grenzkosten bei der Goldgewinnung und -veredelung, aber aufgrund des dominierenden Drucks auf Investitionspositionen hat sich diese Kostensicherung noch nicht im Preis niedergeschlagen.
- Ausfall der Risikoabsicherung: Angriffe der Huthi-Rebellen auf Aluminiumhüttenwerke und die Seestraße im Roten Meer haben die Erwartungen einer Unterbrechung der globalen Lieferketten verstärkt. Da die inverse Beziehung zwischen Gold und Rohöl an Stärke gewinnt, wird seine Absicherungsfunktion im Portfolio zunehmend in Frage gestellt.
Wettbewerbssituation
Im Wettbewerb der sicheren Anlagegüter dominiert derzeit der US-Dollar-Index (DXY). Seit Ausbruch des Konflikts hat der Dollar um mehr als 2% an Wert gewonnen, vor allem dank seines Vorsprungs als Energie-Maßstabwährung und Zinsvorteil. Im Vergleich dazu steht Gold nicht nur unter Verkaufsdruck von nicht-bankenmäßigen Institutionen, sondern auch unter direktem Druck durch Zentralbankverkäufe. Institutionelle Investoren wie DNCA haben erklärt, dass solange der Ölpreis über 115 Dollar bleibt und die Erwartungen einer Zinssenkung der Federal Reserve nicht zurückkehren, Gold weiterhin im Nachteil bei der Vermögensallokation sein wird.
Risikobewertung
Sollten die Huthi-Rebellen die kritischen Wasserstraßen weiter blockieren und damit die Erzählung von globaler Energieinflation verlängern, könnten die Zentralbanken gezwungen sein, weiterhin nicht-monetäre Reservevermögen zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund wird die Wiederherstellung der Goldbewertung stark von einer erneuten Aufstockung der Dollariquidität abhängen. Sollte sich in den Inflationsdaten Mitte April bestätigen, dass der Preisauftrieb beständig ist, könnte es für Gold schwierig sein, kurzfristig einen festen Boden zu finden, bis technische Überverkaufssignale eine systematische Erholung auslösen.