
Am Montag vor der US-Börseneröffnung zeigten sich die Index-Futures insgesamt schwach. Investoren machen sich neben der Zinsentwicklung nun auch zunehmend Sorgen über den politischen Lärm um die Unabhängigkeit der US-Notenbank, was die Risikoneigung dämpft. Gleichzeitig führen mehrere Unternehmensnachrichten zu deutlich unterschiedlichen Kursverläufen einzelner Aktien.
Positive Signale im Einzelhandel: Lululemon hebt "obere Bandbreite" an, Walmart erhält Schub durch Indexaufnahme
Der Sportbekleidungshändler Lululemon legte vorbörslich leicht zu. Das Unternehmen gab an, dass die Nachfrage in der Feiertagssaison stark war und rechnet damit, dass der Umsatz und der Gewinn des vierten Quartals eher im oberen Bereich der bisherigen Prognosen liegen werden.
Der Einzelhandelsriese Walmart verzeichnete sogar einen auffälligeren vorbörslichen Anstieg. Hauptgrund ist der "Indext-Effekt": Eine Ankündigung der Nasdaq zeigt, dass Walmart ab dem 20. Januar in den Nasdaq 100 Index aufgenommen wird, was normalerweise kurzfristige Käufe durch passive Fonds mit sich bringt.
Finanztitel von unerwartetem Gegenwind getroffen: Vorschlag zur Obergrenze der Kreditkartenzinsen löst Verkäufe aus
Im Gegensatz zum relativ optimistischen Einzelhandel fielen die Aktien von Banken und kreditkartenbezogenen Unternehmen vorbörslich allgemein. Der Auslöser war Trumps Vorschlag, die Kreditkartenzinsen innerhalb eines Jahres auf eine Obergrenze von 10 % zu setzen. Der Markt deutete dies schnell als direkten Angriff auf das Ertragsmodell und die Risikobepreisung der Kartenherausgeber. Dabei rutschten Aktien von Citigroup, JPMorgan Chase, Bank of America und American Express deutlich ab.
Technologie und Energie: Apple "relativ resistent", Exxon durch Venezuela-Thema belastet
Im Technologiesektor verzeichnete Apple zwar einen leichten Rückgang vorbörslich, jedoch in begrenztem Umfang. Daten des Forschungsinstituts Counterpoint zeigen, dass Apple im Jahr 2025 mit etwa 20 % Anteil weltweit den ersten Platz bei Smartphone-Lieferungen einnehmen wird, was in einem schwachen Markt eine gewisse fundamentale Unterstützung bietet.
Die Energiewerte standen hingegen unter Druck. ExxonMobil schwächte sich vorbörslich ab, nachdem Trump ankündigte, den Energieeinsatz des Unternehmens in Venezuela "zu beschränken/auszuschließen", was die Unsicherheit erhöhte.
Unternehmensführung und Übernahmen: Duolingos CFO tritt zurück, Sun Country springt wegen Übernahmeplänen
Duolingo fiel vorbörslich zurück, da das Unternehmen bekannt gab, dass CFO Matt Skaruppa zurücktreten wird und in eine Übergangsphase eintreten wird, was unsicher wahrgenommen wird, da der Markt bei Veränderungen in Schlüsselpositionen zunächst Vorsicht walten lässt.
Der Luftfahrtsektor wurde hingegen durch Übernahmepläne beflügelt: Allegiant kündigte an, Sun Country für etwa 1,5 Milliarden US-Dollar (einschließlich Schulden) in einem Bar- und Aktiendeal zu übernehmen, was zu einem starken Kursanstieg bei Sun Country vorbörslich führte. Sowohl Reuters als auch die Unternehmensmitteilung erwähnen, dass der Abschluss der Transaktion für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet wird (vorbehaltlich behördlicher und anderer Bedingungen).
