Das US-Finanzministerium hat in einem an den Kongress gerichteten Bericht zur Digital-Asset-Politik erstmals klargestellt, dass Kryptowährungs-Mischer nicht per se illegal sind und dass sie legitime Verwendungszwecke im Hinblick auf den Schutz der finanziellen Privatsphäre haben. Diese Erklärung wird als deutliche Anpassung der Haltung der US-Regulierungsbehörden gegenüber Mischtechnologien nach der Sanktionierung von Tornado Cash angesehen.
Der Bericht stellt fest, dass in einer öffentlichen Blockchain-Umgebung legale Nutzer möglicherweise Transaktionssensibelinformationen schützen möchten, wie etwa das Ausmaß persönlicher Vermögenswerte, Geschäftszahlungsdaten oder Aufzeichnungen über wohltätige Spenden. Mischer können die Transaktionsprivatsphäre bis zu einem gewissen Grad verbessern und so das Risiko der Informationsaussetzung durch Kettentransparenz verringern.
Klassifizierung der Mischer-Regulierung
Das Finanzministerium unterscheidet im Bericht klar zwischen zwei Arten von Mischern:
Verwahrungsmischer
Nicht-verwahrungsmischer
Unter den Verwahrungsmischerdiensten werden diese möglicherweise als Geldgeschäftsdienste (MSB) eingestuft, weshalb sie sich bei FinCEN registrieren und den Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung und Kundenidentifikation nachkommen müssen.
Für nicht-verwahrte Mischer schlägt das Finanzministerium keine neuen regulatorischen Beschränkungen vor und unterstützt auch nicht die von FinCEN im Jahr 2023 vorgeschlagene Regelung zur Speicherung von Mischtransaktionsaufzeichnungen. Der Bericht besagt, dass zukünftige Politik weiterhin ein Gleichgewicht zwischen Anti-Geldwäsche-Regulierung und Benutzerprivatsphäre finden muss.
Ausmaß der Geldwäsche durch nordkoreanische Hacker
Der Bericht offenbart auch die anhaltende Bedrohung des digitalen Vermögensekosystems durch nordkoreanische Cyberkriminalität.
Laut den Erhebungen des US-Finanzministeriums haben nordkoreanische Hackergruppen zwischen Januar 2024 und September 2025 mindestens 2,8 Milliarden US-Dollar an Krypto-Assets gestohlen und durch Mischer mehrstufige Geldwäscheoperationen durchgeführt.
Daten zeigen, dass seit Mai 2022 die Mittelzuflüsse von Mischdiensten in Cross-Chain-Brücken über 1,6 Milliarden US-Dollar übersteigen, wobei mehr als 900 Millionen US-Dollar in ein mit nordkoreanischen Geldwäscheaktivitäten verbundenes Cross-Chain-Brückenprotokoll konzentriert sind.
USA plant Einführung eines „Sichereren Hafens“ für eingefrorene Krypto-Assets
Im Teil mit den politischen Empfehlungen schlägt das US-Finanzministerium vor, dass der Kongress einen Mechanismus für „Einfrierungsgesetze“ für Digital-Assets etabliert.
Dieser Mechanismus würde Finanzinstituten rechtliche Sicherheit bieten, indem er das vorübergehende Einfrieren von relevanten Krypto-Assets während verdächtiger Transaktionsuntersuchungen ermöglicht, um zu verhindern, dass Gelder schnell an Off-Chain- oder Cross-Chain-Netzwerke transferiert werden.
Ferner schlägt der Bericht vor:
die Anti-Geldwäsche-Verpflichtungen von DeFi-Beteiligten klarzustellen
die regulatorische Reichweite des „Patriot Act“ auszubauen
die Einführung einer „sechsten Sondermaßnahme“ zur Einschränkung spezifischer Krypto-Asset-Übertragungen
Analysten sind der Ansicht, dass diese Kombination von Politiken zeigt, dass die US-Regulierungsbehörden versuchen, einen neuen regulatorischen Rahmen zu schaffen, um staatliche Cyberkriminalität zu bekämpfen und gleichzeitig die Privatsphäre auf der Blockchain zu schützen.