
Laut dem neuesten Bericht von Goldman Sachs besteht die Möglichkeit, dass die US-amerikanische Wirtschaft erneut an Dynamik gewinnt, was im kommenden Monaten Raum für eine "stille Überlegenheit" von Value-Aktien schaffen könnte. Die Bank betont, dass unterbewertete Aktien weiterhin eine stärkere Performance im Vergleich zu ihren hoch bewerteten Konkurrenten gezeigt haben.
Anhaltender Erfolg niedriger bewerteter Aktien: Etwa 15% Rendite in der zweiten Hälfte des letzten Jahres
Goldman Sachs erklärt, dass die von ihnen verfolgten niedrig bewerteten Aktien gegenüber hoch bewerteten Aktien (sektorneutrale Basis) auch zu Beginn dieses Jahres im Vorteil blieben; dieser Indikator erzielte in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 etwa 15% Rendite.
Makrologik: Bei beschleunigtem Wachstum werden Wachstums- und "Qualitäts"-Prämien eher verdrängt
Die Hauptannahme des Berichts ist, dass das inflationsbereinigte Wirtschaftswachstum der USA im ersten Halbjahr 2026 auf über 3% beschleunigen könnte. Goldman Sachs ist der Auffassung, dass die Marktbewertung in Phasen starken Wachstums oft die langfristigen Wachstums- und "Qualitäts"-Prämien neu bewertet, was die Präferenz für niedrig bewertete Aktien erhöht.
Historische Erfahrungen und politische Rahmenbedingungen: Value-Aktien mit höherer Erfolgsquote, aber Stärke möglicherweise nicht wie in der vorherigen Phase
Statistiken von Goldman Sachs zeigen, dass seit 1980, wenn die wirtschaftliche Aktivität in den folgenden 12 Monaten beschleunigte, der durchschnittliche Renditezuwachs des niedrig bewerteten Indikators etwa 14% betrug, etwa doppelt so viel wie in Phasen stabiler oder verlangsamter Wirtschaft. Die Bank erwähnt auch, dass ein freundlich gesinntes monetäres Umfeld die Möglichkeit bietet, Differenzen zwischen Fundamentaldaten und Bewertungsmultiplikatoren zu reduzieren, was die Performance von Value-Aktien weiter unterstützt.
Dennoch warnt Goldman Sachs, dass die Dauer und das Ausmaß des zukünftigen relativen Erfolgs möglicherweise nicht die stärksten Aufschwungphasen von Value-Aktien in der Vergangenheit erreichen wird (wie beispielsweise die etwa 35% Steigerung zu Beginn von 2021 und 2022).
Risiken: KI-getriebene Differenzierung, Teile der hoch bewerteten Wachstumssektoren könnten weiterhin "Geschichten haben und auch Ergebnisse liefern"
Der Bericht weist ebenfalls darauf hin, dass sich die Auswirkungen von KI-Investitionen und Anwendungen auf die Gewinne verschiedener Branchen ungleichmäßig auswirken könnten. Dies kann dazu führen, dass die Differenzen zwischen Fundamentaldaten und Bewertungen über einen längeren Zeitraum hoch bleiben und einzelnen Sektoren mit hohen Wachstumsbewertungen weiterhin Schwung geben. Mit anderen Worten könnte das Gleichgewicht zwischen Value und Wachstum eher "zerren" als einseitig wechseln.
