- Der US-Dollar-Index (DXY) blieb heute bei 99,13 unverändert, da widersprüchliche Signale über einen Entwurf zur Beendigung des Nahostkonflikts auftauchten, was nach Erreichen eines Sechswochenhochs zu starken Schwankungen führte.
- Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Eurozone und Großbritanniens für Mai schrumpfte stärker als erwartet, was die tiefgreifende Belastung der Fundamentaldaten ausländischer Volkswirtschaften durch hohe Energiekosten verdeutlicht.
- Ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of Japan (BOJ) äußerte sich zur Normalisierung der Zinserhöhungen, wodurch der Yen gegenüber dem US-Dollar bei etwa 158,92 Unterstützung fand, während der Markt die 160er-Interventionsgrenze genau beobachtet.
Wiederholte geopolitische Signale führen zu häufigen Umschichtungen im Devisenhandel
Am Donnerstag konzentrierten sich algorithmische Handelsaktivitäten und Liquidität auf dem Devisenmarkt stark auf die diplomatischen Entwicklungen zwischen Washington und Teheran. Ein früherer Bericht von Reuters wies darauf hin, dass der oberste Führer des Iran angeordnet hatte, dass angereichertes Uran im Land verbleiben müsse, was vorübergehend zu einer Flucht in sichere Anlagen führte und den US-Dollar-Index auf ein Sechswochenhoch trieb. Anschließend kursierten unbestätigte Berichte über eine Einigung auf einen endgültigen Entwurf zur Beendigung des Krieges, was den Dollar seine vorherigen Gewinne schnell wieder abgeben ließ. US-Präsident Trump erklärte daraufhin, dass die USA letztendlich das hochangereicherte Uran des Iran zurückholen würden. Diese Reihe geopolitischer Unsicherheiten führte dazu, dass sich die Fluchtgelder während des Handels häufig umorientierten. Sollte die geopolitische Spannung im Nahen Osten kurzfristig nicht substanziell abkühlen, wird die geopolitische Prämie auf dem Devisenmarkt schwer vollständig abzubauen sein.
Schwache makroökonomische PMI-Daten verstärken die Neubewertung von Nicht-US-Währungen
Neben geopolitischen Faktoren sind schwache makroökonomische Hochfrequenzdaten der wichtigsten Nicht-US-Wirtschaften ein weiterer zentraler Treiber für die Entwicklung des Devisenmarktes. Die im Mai veröffentlichten Daten zeigen, dass die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone aufgrund der durch den geopolitischen Konflikt gestiegenen Lebenshaltungskosten und der beschleunigten Unternehmensentlassungen so stark geschrumpft ist wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr, was den Euro gegenüber dem US-Dollar (EUR/USD) auf 1,1624 drückte. Gleichzeitig erleben britische Unternehmen den breitesten Geschäftsrückgang seit über einem Jahr, wobei das Pfund gegenüber dem US-Dollar (GBP/USD) bei 1,3441 schloss. Noah Buffam, Direktor für festverzinsliche Wertpapiere, Devisen und Rohstoffstrategien bei der CIBC Capital Markets in Toronto, wies darauf hin, dass der Ölpreisschock seit fast drei Monaten anhält und sich Anzeichen einer Verschlechterung des globalen Wirtschaftswachstums allmählich zeigen, was die Märkte dazu veranlasst, bei der Allokation wachstumssensitiver Währungen vorsichtig zu bleiben.
Divergierende Zentralbankpolitik stützt die defensive Eigenschaft des US-Dollars
Im Vergleich zur wirtschaftlichen Abschwächung in Europa und Japan zeigt der jüngste Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA, dass der Arbeitsmarkt dort weiterhin robust ist, was der Federal Reserve Spielraum für politische Maßnahmen zur Bekämpfung eines potenziellen Inflationsanstiegs gibt. Andrew Kenningham, Chefökonom für Europa bei Capital Economics, erklärte, dass es derzeit keine Anzeichen gebe, die den EZB-Rat dazu veranlassen würden, seinen Plan, die Zinsen im Juni um 25 Basispunkte zu erhöhen, zu ändern. Auf dem asiatischen Markt wird der US-Dollar gegenüber dem Yen (USD/JPY) bei 158,92 gehandelt, nahe der wichtigen 160er-Marke, die im letzten Monat eine offizielle Devisenintervention ausgelöst hatte. BOJ-Mitglied Junko Koeda erklärte, dass die Zentralbank angesichts der Kerninflationsrate, die sich dem 2%-Ziel nähert, die Zinserhöhungen fortsetzen müsse. Sollte sich der Zinsunterschied zwischen den USA und Japan jedoch nicht deutlich verringern, wird der Yen-Wechselkurs in der Nähe der 160er-Marke weiterhin einem technischen Test unterzogen.