- Der Entwurf eines Schifffahrtsabkommens für die Straße von Hormus wurde erreicht, was das Risiko von Unterbrechungen der globalen Energieversorgung verringert. Die internationalen Ölpreise sind zurückgegangen, was die mittelfristigen Inflationssorgen deutlich lindert, und die Markterwartungen an eine weitere Straffung der Geldpolitik der US-Notenbank haben sich abgekühlt.
- Der Spotpreis für Gold (XAU/USD) schwankt nahe dem hohen Niveau von 4.262,54 USD pro Unze. Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ist von 67 % zu Beginn der Woche schnell auf etwa 55 % gesunken, was den Druck auf die Haltekosten von unverzinslichen Vermögenswerten erheblich entlastet.
- Die Renditen von US-Staatsanleihen und der Dollar-Index sind gleichzeitig zurückgegangen, was die Präferenz für Kapitalanlagen unterstützt. Obwohl Fed-Beamte auf das Risiko einer anhaltenden Inflation hinweisen, setzt der Edelmetallsektor, einschließlich Gold und Silber, nach dem technischen Durchbruch wichtiger Widerstandsniveaus seinen Aufwärtstrend fort.
Geopolitik und Zinserwartungen
Die Erwartungen an die Geldpolitik der Fed haben sich aufgrund der Entspannung im Nahen Osten marginal gelockert. Der von Iran und Oman vorgeschlagene Entwurf eines Schifffahrtsabkommens für die Straße von Hormus hat die Rohölprämie wirksam eingedämmt, was den Inflationsdruck bei Rohstoffen direkt verringert und die Notwendigkeit hoher Zinssätze durch die Fed reduziert. Die Preisgestaltung am Terminmarkt zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 67 % zu Beginn der Woche schnell auf 55 % korrigiert wurde. Diese marginale politische Wende senkt die Opportunitätskosten unverzinslicher Vermögenswerte und bietet eine günstige makroökonomische Grundlage für die Neubewertung des gesamten Edelmetallsektors.
Verfall der Energierisikoprämie
Der schnelle Rückgang der Energierisikoprämie führt zu einer strukturellen Aufspaltung der sicheren Anlagen. Mit dem Rückgang der Ölpreise, der die hohen Inflationserwartungen lindert, werden Long-Positionen im Rohölmarkt geordnet in den Edelmetallmarkt verlagert. Obwohl einige Gewinnmitnahmen nach dem Durchbruch des Spotgoldpreises über 4.260 USD erfolgen, ist der Verkaufsdruck insgesamt begrenzt. Der Markt sieht den Rückgang der Ölpreise allgemein als positives Signal zur Entspannung der allgemeinen Liquiditätsverknappung, was wiederum Gold dabei unterstützt, in der Nähe des siebenwöchigen Hochs einen neuen Preisstützpunkt zu etablieren.
Bewegung der Anleiherenditen und des Dollars
Der Rückgang der US-Anleiherenditen und die Schwäche des Dollar-Index wirken sich positiv aus. Die kontinuierliche Korrektur der US-Anleiherenditen erhöht direkt die relative Attraktivität von Gold (XAU:US) und Silber (XAG:US). Angetrieben von der Erwartung einer Verlangsamung des Zinserhöhungspfads der Fed, neigt das Kapital in der übergreifenden Vermögensallokation weiter zu inflationsresistenten und sicheren Anlagen. Selbst wenn Fed-Gouverneur Cook vor der Möglichkeit einer wiederholten Abkühlung der Inflation warnt, treibt die Liquiditätsprämie des Marktes den Goldpreis weiterhin auf hohem Niveau.
Vorschau auf Signale vom Arbeitsmarkt
Die Arbeitsmarktdaten werden zur zentralen Variablen für die kurzfristige Preisgestaltung. Nach der Verlangsamung des Beschäftigungswachstums im privaten Sektor laut ADP werden die bevorstehenden Non-Farm-Payroll-Daten die Widerstandsfähigkeit der US-Makroökonomie direkt prüfen. Sollte sich der Arbeitsmarkt schneller abkühlen, wird die Erwartung einer Zinspause oder sogar einer Zinssenkung durch die Fed weiter gestärkt; bei stärker als erwarteten Daten könnte die Erwartung hoher Zinssätze eine kurzfristige technische Korrektur auslösen. Vor der Veröffentlichung der Non-Farm-Daten bleibt das Kapital allgemein abwartend, was den Goldpreis über dem technischen Widerstandsniveau in einer hohen Konsolidierung hält.