
1)US-Futures gespalten: Kapital verdaut immer noch "Rückzug der Software-Aktien"
Vor der Eröffnung der US-Märkte schwankten die Futures der drei großen Indizes um den Nullpunkt: Dow-Futures fielen leicht, S&P 500-Futures stiegen geringfügig und Nasdaq 100-Futures zeigten relative Stärke. Der Markt verdaut einerseits die Quartalsberichte großer Tech-Unternehmen und bewertet andererseits die jüngste tiefe Korrektur im Softwaresektor sowie den Anpassungsdruck durch die Spreizung zwischen "KI-Gewinnern/-Verlierern".
2)Alphabet intensiviert KI-Investitionen: Kapitalausgaben könnten sich bis 2026 fast verdoppeln
Ein Fokus liegt auf Alphabet. Nach starken Quartalszahlen sendete das Unternehmen Signale aggressiverer KI-Investitionen: Das Management deutete an, dass die Kapitalausgaben bis 2026 auf etwa 175-185 Milliarden US-Dollar steigen könnten, hauptsächlich für Rechenzentren und Infrastruktur. Gleichzeitig erwähnte CEO Pichai, dass die monatlichen aktiven Nutzer von Gemini 750 Millionen überstiegen haben, was auf eine breitere Durchdringung von KI-Produkten im Such- und Unternehmensbereich hinweist.
3)Amazon nach Börsenschluss: AWS-Wachstum und KI-Ausgaben im Fokus
Ein weiteres wichtiges Ereignis ist der Quartalsbericht von Amazon. Investoren konzentrieren sich auf zwei Aspekte: Erstens auf die Wachstumsqualität von AWS und die Nachfrage der Unternehmenskunden, zweitens auf die Kapitalausgaben rund um KI und das Tempo der Rechenzentrumserweiterung. Die von Bloomberg erwartete Marktkonsensprognose zeigt, dass die AWS-Nettoverkäufe in der wichtigen Feiertagssaison voraussichtlich um etwa 21 % im Jahresvergleich steigen werden (ohne Wechselkurseinflüsse), und dass die Gesamtumsätze und Gewinne des Unternehmens ebenfalls kurzfristige Stimmungsanker sein werden.
4)Zentralbanktag: EZB und BoE dürften "stillhalten", Inflationsrückgang macht Rhetorik wichtiger
Auf makroökonomischer Ebene wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen zum fünften Mal in Folge in der Nähe von 2 % hält, während der Rückgang der Inflation im Euroraum auf 1,7 % die Aufmerksamkeit auf ihre Aussagen zur Notwendigkeit weiterer Lockerungen lenkt. Auch die Bank of England wird am selben Tag voraussichtlich die Zinsen bei 3,75 % halten. Das Hauptdilemma besteht darin, dass die Anzeichen für schwächeres Wachstum und Beschäftigung zunehmen, während die Hartnäckigkeit der Inflation eine schnelle Richtungsänderung der Politik erschwert.
5)Gold und Silber geben nach: Starker Dollar übt Druck aus, Silber fällt im asiatischen Handel zeitweise um 16 %
Im Rohstoffbereich stehen Edelmetalle erneut unter Druck. Der starke Dollar und die bevorstehenden Zentralbankentscheidungen führen dazu, dass der Goldpreis frühere Erholungen wieder abgibt. Silber zeigte stärkere Schwankungen, der Spotpreis fiel im asiatischen Handel zeitweise um etwa 16 % auf etwa 73,56 USD, wobei der Rückgang als Kettenreaktion von Druck auf die Futures-Märkte bis zum Kassamarkt interpretiert wird. Markteilnehmer weisen ebenfalls darauf hin, dass Edelmetalle immer noch empfindlich auf die Neubewertung von Dollar und Renditen reagieren, was kurzfristig zu stärkeren bilateralen Schwankungen führen könnte.
