Die US-Staatsschulden haben zuletzt die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Gleichzeitig bleiben die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen erhöht. Anleger bewerten daher neu, wie Defizite, Inflation und der künftige Finanzierungsbedarf der Regierung auf die Preise von Vermögenswerten wirken könnten. In ihrem Investmentbericht für das dritte Quartal 2026 schreibt Regency Wealth Management, dass sich die Aufmerksamkeit des Marktes zwar zwischen künstlicher Intelligenz, Inflation, Geopolitik und Staatsausgaben bewegen könne. Für Anlageentscheidungen blieben jedoch Wirtschaftswachstum, Unternehmens-Cashflows, Bewertungen und die Solidität der Bilanzen entscheidend.
Aktien und Anleihen entwickeln sich im dritten Quartal unterschiedlich
Die globalen Märkte waren im dritten Quartal von robustem Wirtschaftswachstum, nachlassender Inflation und anhaltend hohen langfristigen Zinsen geprägt. Das Verbrauchervertrauen schwächte sich insgesamt ab, während das Marktumfeld vergleichsweise stabil blieb. Sorgen über die Haushaltsdefizite und die Transparenz der Geldpolitik beeinflussten weiterhin die Einschätzungen der Anleger.
Der S&P 500 legte im dritten Quartal um 2,3 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq 100 Composite stieg um 0,4 Prozent. Small Caps entwickelten sich schwächer: Der S&P 600 gab 8,3 Prozent nach. Der MSCI ACWI ex-US Index, der internationale Aktien außerhalb der USA abbildet, gewann 0,5 Prozent.
An den Rentenmärkten standen die Kurse unter Druck. Der Bloomberg U.S. Aggregate Bond Index verlor 3,5 Prozent. Anleger überprüften weiterhin ihre Erwartungen an Zinsen, Inflation und den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg im September deutlich und lag zum Quartalsende bei 5,29 Prozent, nach 4,47 Prozent am Ende des Vorquartals. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erhöhte sich von 4,95 auf 5,64 Prozent.
Das Gewinnwachstum der Unternehmen blieb vergleichsweise solide. Firmen mit stabileren Cashflows und einer disziplinierten Kapitalallokation fanden am Markt eher Unterstützung.
Drei Wege, die Schuldenlast der USA zu verringern
Bei US-Schulden von mehr als 40 Billionen Dollar geht es nicht nur um die absolute Summe. Anleger betrachten auch das Verhältnis zur Wirtschaftsleistung sowie die Fähigkeit der Regierung, ihre Verpflichtungen zu bedienen und zu refinanzieren. Regency Wealth Management nennt drei Ansätze, mit denen Staaten ihre Schuldenlast historisch bewältigt haben.
Die Wirtschaft schneller wachsen lassen als die Schulden
Das günstigste Szenario wäre, dass die Wirtschaftsleistung schneller wächst als die Verschuldung. Dafür müsste die Gesamtverschuldung des Staates nicht sinken. Wenn das Bruttoinlandsprodukt schneller zunimmt, kann die Schuldenquote dennoch zurückgehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg trug eine längere Phase des Wirtschaftswachstums in den USA dazu bei, das Verhältnis von Schulden zu BIP zu verbessern, ohne sich ausschließlich auf starke fiskalische Anpassungen zu stützen.
Einige Anleger sehen in möglichen Produktivitätsgewinnen durch künstliche Intelligenz und andere technologische Entwicklungen einen Ansatzpunkt für stärkeres Wachstum. In welchem Umfang diese Technologien die Produktivität langfristig erhöhen, bleibt jedoch unklar. Nachhaltige Produktivitäts- und Wachstumssteigerungen könnten Unternehmensgewinne, die Steuerbasis und die Gesamtwirtschaft stützen und damit die Bedienung der Schulden erleichtern.
Defizite über die Finanzpolitik begrenzen
Ein zweiter Weg besteht darin, das Ausgabenwachstum zu bremsen, Einnahmen zu erhöhen oder strukturelle Änderungen vorzunehmen. Die grundlegende Rechnung ist einfach: Wenn die Ausgaben dauerhaft über den Einnahmen liegen, erhöhen Defizite den Schuldenstand. Ein langsamer wachsendes Defizit kann entsprechend das Tempo der Neuverschuldung reduzieren.
Eine langfristig tragfähige Verschuldung setzt in der Regel ein gewisses Maß an Haushaltsdisziplin voraus. Über die richtige Kombination der Maßnahmen besteht jedoch kein breiter Konsens. Steuererhöhungen, Leistungskürzungen und geringere Staatsausgaben können kurzfristige wirtschaftliche und soziale Kosten verursachen. Das erschwert eine politische Einigung.
Inflation kann den realen Schuldenwert senken
Ein dritter Mechanismus wird in der Öffentlichkeit seltener diskutiert, ist in der Finanzgeschichte aber mehrfach aufgetreten. Wenn die Inflation über den Finanzierungskosten des Staates liegt, kann der reale Wert der Schulden im Laufe der Zeit sinken. Regierungen nehmen Steuern in nominalen Geldeinheiten ein. Steigende Löhne, Gewinne und Vermögenspreise können dadurch die Steuereinnahmen erhöhen, während der Nominalbetrag bestehender festverzinslicher Schulden nicht automatisch mit der Inflation steigt.
Diese Entwicklung kann Sparer und Anleihegläubiger belasten, weil die Kaufkraft fester Zahlungsströme sinkt. Regency Wealth Management prognostiziert nicht, dass die USA diesen Weg einschlagen werden. Das Unternehmen führt Inflation vielmehr als einen Mechanismus an, der hoch verschuldeten Staaten in der Vergangenheit bei der Anpassung geholfen hat.
| Ansatz | Bedeutung | Mögliche Folgen für Anleger |
|---|---|---|
| Wirtschaftswachstum | Das BIP wächst schneller als die Verschuldung | Unterstützt typischerweise Aktien, Unternehmensgewinne und langfristigen Vermögensaufbau |
| Haushaltsdisziplin | Die Defizite gehen mit der Zeit zurück | Kann die fiskalische Stabilität verbessern, kurzfristig aber das Wachstum bremsen |
| Inflation | Senkt den realen Wert der Schulden | Kann Sparer und Anleihegläubiger belasten und zugleich die reale Schuldenlast verringern |
Langfristige Renditen spiegeln den Blick auf die Staatsfinanzen
Anleger beobachten die Renditen zehn- und 30-jähriger US-Staatsanleihen genau, weil langfristige Zinsen nicht allein durch die Geldpolitik der Federal Reserve bestimmt werden. Sie spiegeln auch Erwartungen an das Wirtschaftswachstum, die Inflation, die künftige Kreditaufnahme der Regierung und die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen wider.
Wenn Anleger davon ausgehen, dass die Wirtschaft weiter wächst und sich die Staatsfinanzen stabilisieren können, geraten langfristige Renditen tendenziell weniger unter Aufwärtsdruck. Die Furcht vor anhaltender Inflation, wachsenden Defiziten oder einer höheren künftigen Emissionstätigkeit kann dagegen dazu führen, dass Investoren eine höhere Rendite verlangen. Langfristige Zinsen liefern damit einen Anhaltspunkt dafür, wie die Märkte den finanzpolitischen Kurs der USA einschätzen.
Regency setzt auf Cashflows und solide Bilanzen
Regency Wealth Management erklärt, dass sich der Investmentansatz des Unternehmens trotz wechselnder Marktthemen nicht verändert habe. Unabhängig davon, ob künstliche Intelligenz, Inflation, Defizite oder Geopolitik im Mittelpunkt stünden, bewerte die Gesellschaft Unternehmen weiterhin anhand ihrer Fundamentaldaten, Cashflows, Bewertung und Bilanzstärke.
Bei erhöhten langfristigen Zinsen liegen die Kapitalkosten nicht mehr nahe null. Damit gewinnen Unternehmensqualität und operative Widerstandsfähigkeit an Bedeutung. Auch die aktuellen Renditen an den Rentenmärkten schaffen ein Umfeld für die Portfolioallokation, wie es in dieser Form in den vergangenen zehn Jahren selten zu beobachten war. Hochwertige Anleihen und US-Treasuries können laufende Erträge liefern und zugleich ihre traditionelle Funktion als stabilisierendes Portfolioelement behalten.
Nach Einschätzung des Unternehmens sollten Portfolios nicht von einer einzigen Konjunkturprognose abhängen. Eine breite Streuung kann stattdessen unterschiedliche Szenarien für Wachstum, Inflation und Zinsen berücksichtigen. Zum Führungsteam gehören Managing Partner und CEO Timothy G. Parker, Managing Partner und Chief Compliance Officer Mark D. Reitsma, Managing Partner und Chief Operating Officer Bryan D. Kabot, Partner und Wealth Advisor Mark M. Andraos, Managing Director of Operations Scott Drown sowie Assistant Portfolio Manager Ryan Hulsebos.
Die US-Staatsverschuldung und die langfristigen Treasury-Renditen bleiben wichtige Marktindikatoren. Schuldenprobleme lassen sich jedoch in der Regel nicht kurzfristig lösen. Für Anleger sind daher vor allem das reale Wirtschaftswachstum, die Unternehmensgewinne, die Finanzierungskosten des Staates, die Inflation und die Renditeentwicklung über verschiedene Laufzeiten hinweg relevant.