
Mexikos Wirtschaft wird Ende 2025 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Die neueste „schnelle Schätzung“ des mexikanischen Statistikinstituts INEGI zeigt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2025 saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um 0,8% und im Jahresvergleich um 1,6% gestiegen ist. Diese Erholung kehrt den Rückgang des vorherigen Quartals um und mildert die Marktängste über eine „technische Rezession“.
Daten im Fokus: Quartalsmäßige Erholung, Zahlen leicht über den Erwartungen
Die von INEGI veröffentlichten saisonbereinigten Daten zeigen, dass das BIP im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,8% und im Jahresvergleich um 1,6% gestiegen ist. Viele Meinungen in der Umfrage hatten ursprünglich mit einer gemäßigteren Erholung gerechnet, daher wurde dieses Ergebnis nach der Veröffentlichung als „besser als erwartet“ interpretiert.
Auf unbereinigter Grundlage beträgt das von INEGI angegebene jährliche Wachstumstempo für 2025 etwa 0,5%; auf saisonbereinigter Basis liegt das jährliche Wachstumstempo bei etwa 0,7%, beide Perspektiven deuten auf ein „niedriges, aber nicht verlangsamtes“ Wachstum hin.
Branchensplit: Dienstleistungssektor erholt sich, Landwirtschaft beeindruckt mehr
Strukturell betrachtet erzielten im vierten Quartal nach saisonbereinigter Methodik sowohl der Sekundär- als auch der Tertiärsektor (Industrie und Dienstleistungen) ein Wachstum von etwa 0,9% gegenüber dem Vorquartal; der Primärsektor ging dagegen zurück. Im Jahresvergleich war der Anstieg des Primärsektors deutlich, während der Tertiärsektor relativ stabil blieb und der Sekundärsektor eher moderat zulegte.
Mit anderen Worten, diese Runde des „Rückkehrens aus dem Rückgang“ scheint hauptsächlich durch die Widerstandsfähigkeit der Dienstleistungsbranche und die Erholung in bestimmten Branchen getrieben zu sein, während der Agrarsektor im Jahresvergleich auffälliger war, die Industrie jedoch noch keine starken Expansionen verzeichnete.
Warum wichtig: Druck der technischen Rezession vorübergehend gemildert, Wachstumsmomentum noch zu bestätigen
Aufgrund des vorherigen Quartalsrückgangs befürchtete der Markt zeitweise ein Szenario einer „technischen Rezession“ durch negatives Wachstum in zwei aufeinander folgenden Quartalen. Der vierteljährliche Anstieg im vierten Quartal hat dieses Risiko kurzfristig verschoben, und der Fokus der Investoren verlagerte sich von der Frage „Wird es eine Rezession geben?“ hin zu „Kann sich die Erholung fortsetzen, und werden die Schwankungen wiederkehren?“
Ebenso muss darauf geachtet werden, dass die „schnelle Schätzung“ von INEGI im Wesentlichen eine vorläufige kurzfristige Einschätzung ist und die Daten mit dem Eintreffen umfassenderer statistischer Informationen noch überarbeitet werden können.
Markt- und Politiksicht: Zinszyklus tritt in vorsichtigere Phase ein
Vor dem Hintergrund stabiler makroökonomischer Daten steht auch die Richtung der Geldpolitik stärker im Fokus. Die Zentralbank von Mexiko, Banxico, senkte im Dezember letzten Jahres den Leitzins auf 7,00% und das Protokoll der Sitzung signalisierte eine „vorsichtigere, abwartende“ Haltung gegenüber weiteren Zinssenkungen im Jahr 2026, wobei betont wurde, dass Inflation und politische Unsicherheiten noch bewertet werden müssen.
Für den Markt könnten die nächsten entscheidenden Variablen sein: Ob die Erholung im Dienstleistungssektor die Schwäche in der Industrie ausgleichen kann, ob die externe Nachfrage und das Wechselkursumfeld weiter günstig bleiben und ob ein Rückgang der Inflation eine weitere Lockerung der Politik ermöglichen könnte.
