Der Invesco S&P International Developed Quality ETF (IDHQ) hat 2026 bislang eine starke Wertentwicklung erzielt. Zum 8. Oktober lag der Nettoinventarwert des Fonds fast 26 % über dem Jahresbeginn. Damit gehörte IDHQ zu den Spitzenreitern in einer Kategorie mit 380 vergleichbaren Fonds. Am 9. Oktober führte Seeking Alpha den ETF auf Rang fünf unter 145 börsengehandelten Fonds für globale Aktien außerhalb der USA.
Der Fonds investiert in große Unternehmen aus entwickelten Auslandsmärkten, die eine vergleichsweise geringe Verschuldung und eine hohe Eigenkapitalrendite aufweisen. Dieser Auswahlansatz rückt in den Blickpunkt, da die Zinsen in mehreren Industrieländern steigen.
Langfristig ist das Profil von IDHQ weniger auffällig. Der Fonds wird seit dem 13. Juni 2007 gehandelt, verwaltet derzeit aber nur rund 1,1 Mrd. US-Dollar. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,29 %, die Umschlagshäufigkeit bei 41 % und damit rund 11 % über dem Median aller ETFs.
Qualitätsauswahl nach Rendite und Verschuldung
IDHQ bildet den S&P Quality Developed Ex-U.S. LargeMidCap Index ab. Ausgangspunkt ist der S&P Developed Ex-U.S. LargeMidCap Index, der Schwellenländer und Nebenwerte ausschließt. Die infrage kommenden Aktien müssen außerdem eine Liquiditätsanforderung erfüllen: Ihr durchschnittliches tägliches Handelsvolumen musste in den vorangegangenen drei Monaten mindestens 3 Mio. US-Dollar betragen.
Für jedes Unternehmen berechnet der Index einen Qualitätswert aus drei Kennzahlen. Die erste ist die Eigenkapitalrendite. Sie wird anhand des Gewinns je Aktie der vergangenen zwölf Monate geteilt durch den zuletzt gemeldeten Buchwert je Aktie ermittelt. Die zweite Kennzahl ist die Rückstellungsquote, die sich aus der Veränderung der Netto-Betriebsvermögenswerte im jüngsten Geschäftsjahr geteilt durch das durchschnittliche Gesamtvermögen der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre ergibt. Die dritte Größe ist der finanzielle Verschuldungsgrad, berechnet als zuletzt ausgewiesene Gesamtverschuldung im Verhältnis zum Buchwert.
Der Index nimmt die 20 % der qualifizierten Unternehmen mit den höchsten Qualitätswerten auf. Die Gewichtung richtet sich nach der Marktkapitalisierung multipliziert mit dem jeweiligen Qualitätswert. Eine Neugewichtung erfolgt halbjährlich nach Börsenschluss am dritten Freitag im Juni und Dezember.
Dadurch kann IDHQ einige Merkmale von Value-Fonds aufweisen. Der Auswahlprozess zielt jedoch nicht einfach auf Aktien mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen mit vergleichsweise hoher Profitabilität und soliden Bilanzen.
ASML und Roche an der Spitze
Zum 8. Oktober 2026 hielt IDHQ 184 Aktien. Auf die zehn größten Positionen entfielen rund 33,5 % des Fondsvermögens. ASML Holding und Roche Holding kamen jeweils auf etwas mehr als 5 %, Novartis auf mehr als 3,4 %.
Die meisten der größten Beteiligungen haben ihren Sitz in Europa. Japan ist mit einem Anteil von 16,5 % jedoch das am stärksten gewichtete einzelne Land. Der japanische Halbleiter-Testausrüster Advantest zählt zu den größeren Positionen; sein Aktienkurs ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 120 % gestiegen. Nach der Unternehmensprognose für das Geschäftsjahr 2026 sollen die Umsätze im Jahresvergleich um fast 52 % zulegen. Für den bereinigten Gewinn je Aktie wird ein Anstieg von 77 % erwartet.
Eine weitere japanische Beteiligung ist Recruit Holdings, ein Anbieter von Lösungen für Personalwesen und Unternehmen. Die American Depositary Receipts des Konzerns sind im vergangenen Jahr um fast 113 % gestiegen.
Die Schweiz ist mit Roche, Novartis und Nestlé das zweitgrößte Ländergewicht im Fonds. Auch das Vereinigte Königreich kommt auf einen Anteil von mindestens 10 %, Deutschland auf 9,8 %. Zwischen Japan und den Niederlanden, die auf Rang sechs folgen, liegen weniger als zehn Prozentpunkte. Das Portfolio ist damit nicht ausschließlich auf ein oder zwei nationale Aktienmärkte konzentriert.
Industrie, Technologie und Gesundheit dominieren
Industriewerte bilden mit 23,16 % die größte Sektorposition von IDHQ. Der Anteil liegt allerdings unter dem Gewicht von 33,68 % im Invesco S&P MidCap Quality ETF (XMHQ). Auf Informationstechnologie entfallen 16,74 %. Damit ist der Fonds unter anderem in wachstumsorientierten Unternehmen wie Advantest engagiert. Gesundheitswesen und Finanzwerte kommen auf 16,56 % beziehungsweise 15,66 %.
IDHQ ist in allen elf Sektoren vertreten, wobei Versorger und Immobilien nur geringe Anteile ausmachen. Die durchschnittliche Marktkapitalisierung der Fondspositionen liegt knapp über 151,6 Mrd. US-Dollar. Das Forward-KGV des Portfolios beträgt 17,36, die Eigenkapitalrendite liegt bei rund 30 %.
Nach Morningstar-Daten entfallen 61,6 % des Fondsvermögens auf Mega-Caps. Weitere 30,3 % liegen in Large-Caps und rund 7,3 % in Mid-Caps. Die Dividendenrendite von IDHQ betrug zum 30. September 1,97 %. Für Anleger, die bei internationalen Standardwerten höhere laufende Ausschüttungen erwarten, ist das ein vergleichsweise moderates Niveau.
Rendite unter den besten 24 %, Zuflüsse bei rund 120 Mio. Dollar
Da IDHQ passiv verwaltet wird, hängt die Wertentwicklung eng vom zugrunde liegenden Index ab. Nach Angaben von Invesco lag der Nettoinventarwert des Fonds zum 30. September mehr als 24,5 % über dem Jahresbeginn und fast 31 % über dem Stand zwölf Monate zuvor. Auch über die vergangenen fünf und zehn Jahre erzielte der ETF annualisierte Renditen im zweistelligen Prozentbereich.
In den jüngeren Zeiträumen entwickelte sich IDHQ zudem besser als der viel beachtete Industrieländerindex MSCI EAFE. Über zwölf Monate lag der Gewinn des Fonds fast doppelt so hoch wie der des Index. Über drei Jahre erzielte der MSCI EAFE eine durchschnittliche Jahresrendite von 18,4 %, während IDHQ auf rund 21,2 % kam.
Der Vergleich ist allerdings nicht vollständig deckungsgleich. Der MSCI EAFE schließt kanadische Aktien aus und gewichtet Japan und das Vereinigte Königreich stärker. Gleichzeitig gibt es beträchtliche Überschneidungen zwischen beiden Portfolios. ASML ist auch im Index die größte Position, während Roche dort an dritter Stelle steht und zugleich die zweitgrößte Beteiligung von IDHQ ist.
Morningstar ordnet IDHQ über die Zeiträume von einem, drei, fünf und zehn Jahren jeweils in den besten 9 % der Vergleichsfonds ein. Über fünf Jahre liegt der ETF sogar in den besten 3 %. Dieser Zeitraum umfasst auch die negativen Renditen des Jahres 2022 und damit unterschiedliche Marktbedingungen. In den vergangenen zwölf Monaten und seit Jahresbeginn 2026 gehörte der Fonds unter mehr als 370 internationalen Wachstumsfonds ebenfalls zu den führenden Produkten. Für die risikobereinigte Rendite hat Morningstar fünf Sterne vergeben.
Bei den Mittelzuflüssen verzeichnete IDHQ im September 2026 netto rund 120 Mio. US-Dollar. Die Zeichnungen haben in den vergangenen Monaten spürbar zugenommen.
Währung, Handel und Zinsen als zentrale Einflussfaktoren
Die Rendite internationaler Aktien hängt nicht nur von der Geschäftsentwicklung der Unternehmen ab. Auch Wechselkurse, Handelsbeziehungen und Änderungen der lokalen Regulierung spielen eine Rolle. Der US-Dollar-Index ist seit Jahresbeginn 2026 um etwas mehr als 4 % gestiegen. Ein stärkerer Dollar kann den in US-Dollar umgerechneten Wert ausländischer Vermögenswerte verringern, wobei sich die Wechselkursbewegungen von Land zu Land unterscheiden.
Handelskonflikte und Störungen der Lieferketten können ausländische Märkte stärker treffen als den US-Markt. Das gilt insbesondere dort, wo Unternehmen kurzfristige Veränderungen nur begrenzt abfedern können.
Da Industriewerte mehr als 23 % des IDHQ-Portfolios ausmachen, könnte der Sektor stärker unter einer Abschwächung der Weltwirtschaft leiden, etwa infolge militärischer Konflikte, Treibstoffengpässen oder anderer Belastungen. Selbst Unternehmen mit vergleichsweise niedriger Verschuldung können Investitionen verschieben oder kürzen, wenn die Finanzierungskosten hoch sind.
Finanzwerte haben in internationalen Large-Cap-Fonds häufig ein hohes Gewicht und bieten oftmals vergleichsweise attraktive Dividenden. Bei IDHQ stehen sie jedoch nur an vierter Stelle der Sektorallokation. Für Anleger, die eine höhere Gesamtrendite anstreben, hängt das Ergebnis des Fonds daher stärker von Veränderungen des Nettoinventarwerts als von Dividendenerträgen ab.
Steigende Zinsen rücken geringe Verschuldung in den Fokus
Bei sechs der zehn größten Länderallokationen von IDHQ sind die kurzfristigen Zinsen im jüngsten 30-Tage-Zeitraum gestiegen. Im September erhöhten die Federal Reserve, die Bank of Japan, die Europäische Zentralbank und die Reserve Bank of Australia ihre Leitzinsen jeweils um 25 Basispunkte. Der Leitzins der Bank of Japan erreichte 1,25 % und damit den höchsten Stand seit 31 Jahren. Nach einem jüngsten Ausverkauf französischer Staatsanleihen stieg außerdem die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen über 5 %.
Höhere Zinsen garantieren keine bessere Wertentwicklung der IDHQ-Beteiligungen. In Branchen, deren Margen unter Druck stehen, sind Unternehmen mit höherer Verschuldung jedoch im Allgemeinen stärker steigenden Zinsaufwendungen ausgesetzt. Weil IDHQ den finanziellen Verschuldungsgrad als Auswahlkriterium verwendet, können einige Beteiligungen gegenüber stärker verschuldeten Wettbewerbern einen Kostenvorteil haben. Dieser Unterschied könnte sichtbarer werden, falls die Finanzierungskosten länger erhöht bleiben.
Die starke Wertentwicklung des Fonds in diesem Jahr lässt sich nicht allein mit den Zinsen erklären. Angesichts der zunehmenden Schwankungen an den US-Aktienmärkten bietet IDHQ Zugang zu großen Unternehmen in entwickelten Märkten wie Europa und Japan. Die Sektorkonzentration, das Wechselkursrisiko, der hohe Industrieanteil und die Dividendenrendite von unter 2 % bleiben neben dem Auswahlkriterium der geringen Verschuldung und der jüngsten Performance wichtige Faktoren für die Beurteilung des Fonds.