Galaxy Digitals Rechenzentrumsgeschäft erzielte in seinem ersten vollständigen Quartal 79 Mio. Dollar Mieteinnahmen und ein bereinigtes EBITDA von 68,7 Mio. Dollar. Unter dem Strich stand dennoch ein Segmentverlust von 435.000 Dollar. Die Zahlen zeigen, dass der Mietvertrag für Helios I bereits einen erheblichen operativen Beitrag leistet, Zinsen, Abschreibungen und weitere Anpassungen aber bislang einen Nettogewinn verhindern. Galaxy Digital verdankte seinen Konzerngewinn im dritten Quartal vor allem dem Segment Treasury & Corporate.
Helios I erzielt erstmals ein volles Quartal Mieteinnahmen
Das am 30. September beendete Quartal war der erste Berichtszeitraum, in dem Galaxy die Mieteinnahmen aus dem CoreWeave-Vertrag für die erste Ausbaustufe von Helios I über ein volles Quartal erfasste. Die gesamte kritische IT-Leistung von 133 Megawatt für diese Phase war bereits bis Ende des zweiten Quartals bereitgestellt. Die Mieteinnahmen aus dem Rechenzentrum beliefen sich auf 79 Mio. Dollar und lagen damit knapp unter der zuvor genannten Quartalsprognose von rund 80 Mio. Dollar.
Das Segment wies ein bereinigtes EBITDA von 68,746 Mio. Dollar und einen Nettoverlust von 435.000 Dollar aus. Die Kennzahlen bilden unterschiedliche Aspekte der Geschäftsentwicklung ab: Das bereinigte EBITDA lässt Finanzierungskosten und bestimmte Bilanzierungsposten unberücksichtigt. Es kann daher die operative Entwicklung veranschaulichen, entspricht aber weder dem freien Cashflow noch dem endgültigen Segmentgewinn nach den relevanten Kosten.
Zinsen und weitere Anpassungen belasten das Ergebnis
In der Überleitung vom Nettoverlust des Rechenzentrumssegments zum bereinigten EBITDA entfiel der größte Anpassungsposten auf „Zinsen auf Schuldverschreibungen und sonstige Aufwendungen“ in Höhe von 75,439 Mio. Dollar. Dabei handelt es sich um einen Bilanzierungsposten in der Überleitung, nicht um einen separat ausgewiesenen Betrag tatsächlich gezahlter Zinsen. Hinzu kamen 17,325 Mio. Dollar für Abschreibungen sowie 785.000 Dollar für aktienbasierte Vergütungen und damit verbundene Aufwendungen. Abschreibungen und Aktienvergütungen sind nicht zahlungswirksam.
Außerdem wies die Überleitung „sonstige Anpassungen“ von minus 24,344 Mio. Dollar aus. In einer Fußnote fasst Galaxy unter diesem Posten nicht operative Erträge und Aufwendungen sowie bestimmte Positionen zusammen, die nicht zum laufenden Geschäft gerechnet werden. Eine Aufschlüsselung der einzelnen Bestandteile für das Rechenzentrumssegment legte das Unternehmen nicht vor. Der Zinsaufwand allein erklärt daher nicht die gesamte Differenz zwischen bereinigtem EBITDA und Segmentverlust.
Galaxy meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 322,77 Mio. Dollar. Treasury & Corporate steuerte 347,935 Mio. Dollar bei. Das Segment Digital Assets verbuchte einen Nettoverlust von 24,728 Mio. Dollar, das Rechenzentrumsgeschäft einen Verlust von 435.000 Dollar. Auf Basis des bereinigten EBITDA kam der Konzern auf 454,749 Mio. Dollar: 395,025 Mio. Dollar entfielen auf Treasury & Corporate, 68,746 Mio. Dollar auf Rechenzentren und minus 9,022 Mio. Dollar auf Digital Assets.
Im zweiten Quartal hatte das bereinigte EBITDA bei Treasury & Corporate noch minus 78 Mio. Dollar betragen. Die Rechenzentren kamen auf 11 Mio. Dollar, Digital Assets auf minus 11 Mio. Dollar. Die größte Veränderung gegenüber dem Vorquartal ergab sich auf Konzernebene bei Treasury & Corporate. Zugleich leistete das Rechenzentrumsgeschäft dank eines vollen Quartals im Vermietungsbetrieb einen deutlich größeren Beitrag.
Treasury & Corporate umfasst die Engagements von Galaxy in digitalen Vermögenswerten und Anlagen, darunter Spot-Bestände, Derivate, börsengehandelte Fonds, Aktien und nicht börsennotierte Beteiligungen. Zum Ende des dritten Quartals hielt das Unternehmen digitale Vermögenswerte und Anlagen im Wert von rund 1,7 Mrd. Dollar, nach 1,2 Mrd. Dollar Ende des zweiten Quartals. Die Mieteinnahmen schaffen eine zusätzliche operative Ertragsquelle. Das Konzernergebnis bleibt jedoch auch von Schwankungen bei Anlagen und Aktivitäten rund um digitale Vermögenswerte abhängig.
Helios II wird weitergebaut
Neben dem bereits vermieteten Projekt mit 133 Megawatt treibt Galaxy einen größeren Ausbau voran. Im dritten Quartal investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben 757 Mio. Dollar in Rechenzentren. Die zweite Phase von Helios I sei vollständig finanziert und im Bau; die ersten Datenhallen sollen im zweiten Quartal 2027 übergeben werden.
Zur Finanzierung gehören vorrangig besicherte Schuldverschreibungen über 3,507 Mrd. Dollar, die Galaxy Helios Data Centers II LLC mit einem Kupon von 9,875 Prozent ausgegeben hat. Galaxy bestätigte den Abschluss der Emission mit seinen Quartalsergebnissen. Die Erlöse sollen teilweise zwei Gebäude mit insgesamt acht Datenhallen sowie eine Schuldendienstreserve finanzieren. Geplant sind 400 Megawatt Netzanschlussleistung und 260 Megawatt kritische IT-Leistung. Diese Kapazitäten betreffen den künftigen Ausbau und sind von den bereits bereitgestellten 133 Megawatt zu unterscheiden.
Die Zinsen auf die Schuldverschreibungen sind halbjährlich in bar fällig; die erste Zahlung ist für den 1. Februar 2027 vorgesehen. Die Rückzahlung des Kapitals soll vorbehaltlich möglicher Anpassungen jährlich 4 Prozent des ursprünglichen Betrags betragen. Die erste Tilgung ist frühestens zehn Monate nach Abschluss des Projekts fällig. Endfällig werden die Schuldverschreibungen am 1. August 2031. Galaxy Helios II LLC, eine direkte Tochtergesellschaft des Emittenten, garantiert die Papiere. Besichert sind sie durch erstrangige Pfandrechte an relevanten Vermögenswerten und am Eigenkapital des Emittenten, jeweils vorbehaltlich bestimmter Ausnahmen. In den Emissionsbedingungen wird die Projektgesellschaft als Schuldnerin aufgeführt; Galaxy Digital Inc. ist nicht als Garant genannt.
CoreWeaves Auftragsbestand und Finanzlage
Das Wachstum von CoreWeave ist für die kommerzielle Nachfrage am Helios-Standort relevant. Zugleich ist die operative und finanzielle Lage des Mieters ein Faktor für die Einschätzung, wie dauerhaft die Mieteinnahmen sind. CoreWeave meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 2,575 Mrd. Dollar, einen Nettoverlust von 626 Mio. Dollar und einen Nettozinsaufwand von 640 Mio. Dollar. Zum 30. Juni beliefen sich die langfristigen rückgriffsbehafteten Schulden auf 25,170 Mrd. Dollar und die langfristigen regresslosen Schulden auf 2,385 Mrd. Dollar.
CoreWeave bezifferte seinen Auftragsbestand auf rund 104 Mrd. Dollar. Diese Kennzahl umfasst verbleibende Leistungsverpflichtungen und weitere erwartete künftige Umsätze aus verbindlichen Verträgen. Ob sie realisiert werden, hängt von der Bereitstellung der Leistungen und deren Verfügbarkeit ab. In einer Aktualisierung vom 17. September teilte das Unternehmen mit, zu Beginn des dritten Quartals Nettoverpflichtungen von mehr als 25 Mrd. Dollar hinzugewonnen zu haben. Diese waren im Auftragsbestand zum Ende des zweiten Quartals noch nicht enthalten.
CoreWeave nannte außerdem Preise von rund 40 Mio. Dollar je Megawatt für Rechenverträge mit Laufzeiten von drei bis sechs Monaten. Diese Kennzahl bezieht sich auf das Rechengeschäft von CoreWeave und ist keine Renditeangabe für die Rechenzentrumsverträge von Galaxy.
Im Blick bleiben zwei Punkte: ob die Mieteinnahmen nach Finanzierungskosten und weiteren Aufwendungen einen Nettogewinn im Rechenzentrumssegment ermöglichen und ob die Auslieferungen für die zweite Phase von Helios wie geplant im zweiten Quartal 2027 beginnen. Galaxy weist den Nettogewinn des Phase-I-Projekts bislang nicht separat aus.