
Meinungen von Forschungsinstituten: Der Margendruck könnte größer sein, als der Markt erwartet
Das Wall Street Forschungsinstitut Lynx Equity Strategy weist in seinem neuesten Bericht darauf hin, dass Apple möglicherweise einer stärkeren Kosteneinschränkung gegenübersteht: Auch wenn AAPL im Jahr bereits um etwa 10 % zurückgegangen ist, könnte der Aktienkurs weiter unter Druck stehen. Das Institut ist der Meinung, dass der Markt die Auswirkungen dieser Kostenkette zu optimistisch bewertet.
Variablen in der Lieferkette: Von Kioxia bis Samsung, Preisfindungsmechanismen könnten umschalten
Untersuchungen von Lynx zeigen, dass die Verhandlungen zwischen Apple und dem langjährigen Lieferanten Kioxia deutlich abgekühlt sind. Einer der Gründe ist, dass die in der Vergangenheit niedrigeren Langfristpreisvereinbarungen den Gewinnspielraum der Lieferanten eingeengt haben. Nach der Schwächung der Beziehung könnte das Liefervolumen von Kioxia geringer ausfallen als Apples Bedarfserwartungen.
Als "Lückenfüller" könnte Apple gezwungen sein, den Anteil der Einkäufe bei Samsung zu erhöhen. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass bei fehlender Langfristbindung die neuen Lieferungen eher zum Marktpreis abgerechnet werden, was eine deutlich größere Kostenschwankung zur Folge hat. Der Bericht zitiert Informationen aus Taiwan über Nacht, wonach die NAND-Preise von Samsung möglicherweise erhöht werden, wobei der Anstieg bis zu einer Verdoppelung betragen könnte, was die Speicher-BOM-Kosten von Apple direkt in die Höhe treiben würde.
Eine weitere Sorge: Hardware-Kompatibilität und potenzielle Nachkaufrisiken
Neben "teurer" betont Lynx auch "schwieriger": Apples Flash-Controller gelten als besser abgestimmt auf die NAND-Prozesseigenschaften von Kioxia. Sollte der Umstieg auf Samsung NAND kurzfristig beschleunigt werden, könnte dies zu einer erhöhten Komplexität in der Leistungseinstellung führen, was Schwankungen im Erlebnis und sogar Rückgabe- und Umtauschrisiken mit sich bringen könnte und damit die Gewinnmarge und die Marktstimmung weiter belasten würde.
Verstärker im Hintergrund: KI verdrängt Kapazitäten, Speicherpreisanstieg könnte kein kurzfristiges Phänomen sein
Diese Bedenken werden durch die allgemeinere Speicherangebot und -nachfrage verstärkt. Ein aktueller Bericht von Reuters nennt die steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur als Triebkraft für den Anstieg der Speicherchippreise, was Verbraucher-Elektronikhersteller unter Kosten- und Preisdruck setzt, wobei das Hochpreisumfeld möglicherweise anhält.
Gleichzeitig zeigen mehrere Branchenberichte, dass einige NAND-Hersteller in ihrer Einschätzung einer engen Versorgung in den nächsten ein bis zwei Jahren zuversichtlicher geworden sind und die Fehlanpassung von Angebot und Nachfrage die Preisvolatilität verstärken könnte.
Worauf der Markt als Nächstes achtet
Kurzfristig könnte der Fokus auf drei Punkten liegen: ob Apple in der Lage ist, wieder stabilere langfristige Liefervereinbarungen zu sichern; ob der Anstieg der Speicherpreise sich auf mehr Verträge ausbreitet; und ob im nächsten Finanzbericht die Hinweise des Unternehmens auf die Gewinnmargen und Hardwarekosten Anzeichen von „negativen Korrekturen“ aufweisen.
