Apple hat im ersten Quartal unter dem neuen CEO John Ternus die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Kräftige iPhone-Verkäufe stützten Umsatz und Gewinn, während das Geschäft in China und die iPad-Erlöse hinter den Prognosen zurückblieben. Im nachbörslichen Handel bewegte sich die Aktie kaum. Anleger warteten auf weitere Aussagen zu Nachfrage, Kosten und Lieferengpässen.
Umsatz und Gewinn je Aktie über den Prognosen
Der Quartalsumsatz belief sich auf 114,5 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Analystenschätzung von 113,46 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie erreichte 2,10 US-Dollar, verglichen mit erwarteten 2,00 US-Dollar. Die Bruttomarge betrug 47,9 Prozent.
Das iPhone blieb der wichtigste Umsatzträger: Die Erlöse der Sparte lagen bei 57,58 Milliarden US-Dollar und damit über der Prognose von 56,48 Milliarden. Mit Dienstleistungen setzte Apple 31,57 Milliarden US-Dollar um – weitgehend im Rahmen der Markterwartungen.
China-Geschäft und iPad bleiben zurück
In China erzielte Apple 17,54 Milliarden US-Dollar Umsatz. Analysten hatten mit 18,75 Milliarden gerechnet. Die iPad-Erlöse summierten sich auf 6,23 Milliarden US-Dollar und verfehlten damit die Prognose von 6,83 Milliarden. Beide Bereiche bildeten die wesentlichen Schwachpunkte eines ansonsten besser als erwarteten Quartals.
Nach Veröffentlichung der Zahlen notierte die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel nahezu unverändert. Anleger richten den Blick auf die Aussagen des Managements zur regionalen Nachfrage und zum Absatz der einzelnen Produkte, um die Abweichungen von den Prognosen einzuordnen.
Ternus führt neue Produkte ein
Ternus übernahm das Amt des Apple-CEO am 1. September und folgte damit auf Tim Cook. Seit seinem Amtsantritt hat er die Einführung mehrerer wichtiger Produkte verantwortet: Apples erstes faltbares Smartphone iPhone Duo, den Smart-Home-Hub Apple HomeView sowie das erste MacBook Pro mit Touchscreen.
Das iPhone Duo kam im Oktober in den Handel und ist in den nun veröffentlichten Quartalszahlen noch nicht enthalten. Analysten dürften deshalb besonders auf erste Bestelltrends für das neue Gerät achten. Die Ergebnisse umfassen dagegen rund zwei Wochen Verkäufe des iPhone 18 Pro nach dessen Markteinführung. Die Nicht-Pro-Modelle der neuesten iPhone-Reihe hat Apple noch nicht vorgestellt; sie werden für Anfang nächsten Jahres erwartet.
Speicherkosten und Lieferengpässe im Fokus
Ternus übernimmt die Führung in einer Phase steigender Speicherkosten. Speicherkomponenten sind ein wichtiger Bestandteil von iPhone, iPad und Mac. Zugleich haben Engpässe in der Lieferkette Apple dazu veranlasst, die Preise einiger Hardwareprodukte anzuheben. Veränderungen bei Komponentenpreisen und Verfügbarkeit können sich auf die Margen im Hardwaregeschäft auswirken.
Ternus sollte um 17 Uhr US-Ostküstenzeit erstmals eine Analystenkonferenz zu den Geschäftszahlen leiten. Anleger erwarteten dabei unter anderem Neuigkeiten zu den Bestellungen des iPhone Duo, zur Geschäftsentwicklung in China, zu Speicherkosten und zu Lieferengpässen. Die möglichen Auswirkungen dieser Faktoren waren in den vorgelegten Quartalszahlen noch nicht vollständig zu erkennen.