- Makroökonomie | Weltmärkte | Energie/Rohstoffe
- Der durchschnittliche Preis für normales bleifreies Benzin in den USA ist zum ersten Mal seit März dieses Jahres unter die Marke von 4 Dollar pro Gallone gefallen. Die hohen Einzelhandelskraftstoffkosten in den USA zeigen Anzeichen einer marginalen Entlastung des Drucks auf nicht notwendige Konsumausgaben.
- Die USA und der Iran haben ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterzeichnet, was den internationalen Rohölpreis unter Druck setzt und unter 80 Dollar pro Barrel fallen lässt. Dies ist der zentrale Angebotsfaktor, der den Rückgang der Einzelhandelskraftstoffpreise an den Tankstellen antreibt.
Obwohl das Weiße Haus zuvor durch die Aussetzung des Jones Act und die Freigabe der strategischen Ölreserven (SPR) die Kosten stabilisieren wollte, befinden sich die Benzinvorräte in den USA derzeit auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Die Geschwindigkeit der Auffüllung wird den zukünftigen Preisspielraum bestimmen.
Rückgang der geopolitischen Angebotsprämie
Laut den am Donnerstag veröffentlichten Daten der American Automobile Association (AAA) ist der durchschnittliche Einzelhandelspreis für normales bleifreies Benzin in den USA auf 3,999 Dollar pro Gallone gesunken. Der Rückgang der Benzinpreise ist hauptsächlich auf einen bedeutenden Durchbruch in der geopolitischen Lage zurückzuführen. Die USA und der Iran haben ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterzeichnet. Die zuvor durch die Blockade der Straße verursachte Schifffahrtsprämie und die Kraftstoffkosten beginnen schnell zu sinken. Mit der schrittweisen Erholung des Frachtverkehrs durch diese wichtige Meerenge verbessert sich die angespannte Lage in der globalen Rohölversorgungskette erheblich.
Mehrere makroökonomische Variablen belasten Rohöl
Während die Einzelhandelspreise für Benzin sinken, zeigt auch der internationale Rohöl-Futures-Markt eine Schwäche, wobei der Rohölpreis unter 80 Dollar pro Barrel gefallen ist. Neben der Wiedereröffnung der Straße von Hormus erreichten die US-Rohölexporte ein historisches Hoch, was das globale Angebot weiter stärkt. Gleichzeitig übertraf die Abschwächung der Nachfrage der wichtigsten Rohölimportländer die Markterwartungen, was zu einem Überangebot auf dem globalen Rohölmarkt führte. Sollte die Nachfrage der Fertigungsindustrie in den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt weiterhin schwach bleiben, könnten die internationalen Ölpreise weiter unter Druck geraten.
Entlastung des Konsumdrucks und wirtschaftliche Kettenreaktion
Der Rückgang der Einzelhandelspreise für Benzin auf 3,999 Dollar bietet den US-amerikanischen Durchschnittshaushalten, die lange Zeit hohe Pendelkosten tragen mussten, eine Atempause. In den vergangenen Monaten haben die steigenden Kraftstoffkosten nicht nur das allgemeine Inflationsniveau erhöht, sondern auch das Haushaltsbudget der Verbraucher erheblich belastet. Da die tägliche Mobilität der US-Verbraucher stark vom Auto abhängt, führte der Anstieg der Ausgaben an den Tankstellen direkt zu einer Verringerung des verfügbaren Einkommens für nicht notwendige Ausgaben. Wenn die Benzinpreise auf dem aktuellen Niveau bleiben oder weiter sinken, könnten die Ausgaben im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor eine zyklische Verbesserung erfahren.
Politische Prämie und Midterm-Wahlkampf
Auf politischer Ebene ist der Rückgang der Benzinpreise unter 4 Dollar für das Weiße Haus eine Etappe der politischen Umsetzung. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mehrfach öffentlich betont, dass die Ölpreise nach der Beendigung der politischen Pattsituation nach dem Krieg sinken würden. Da die US-Zwischenwahlen näher rücken, könnten die Demokraten, die das Thema der hohen Ölpreise als Hauptangriffspunkt gegen die Republikaner im Wahlkampf genutzt haben, ihre Strategie in diesem zentralen Thema überdenken müssen.
Historisches Tief der strategischen Reserven begrenzt weiteren Rückgang
Obwohl der durchschnittliche Benzinpreis deutlich gesunken ist, liegt der aktuelle Preis von 3,999 Dollar immer noch deutlich über dem historischen Normalniveau vor den geopolitischen Konflikten. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass die Einzelhandelspreise für Benzin, um vollständig auf das frühere historische Tief zurückzukehren, voraussichtlich bis zum nächsten Jahr warten müssen. Derzeit richten globale Händler ihre Aufmerksamkeit auf die Veränderungen der Lagerbestände in den USA. Da die Benzinvorräte in den USA derzeit auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt sind und das Weiße Haus zuvor häufig den Jones Act ausgesetzt und die strategischen Ölreserven freigegeben hat, um die Kosten zu stabilisieren, ist der Spielraum für zukünftige politische Maßnahmen eingeschränkt. Die Geschwindigkeit der Auffüllung der Vorräte wird direkt bestimmen, ob die Benzinpreise weiter sinken können.