RingCentral hat im dritten Quartal die Erwartungen beim Umsatz und beim bereinigten Gewinn je Aktie übertroffen und anschließend die Jahresprognose angehoben. Die Aktie legte am Freitag im frühen Handel zeitweise 23 Prozent zu, gab einen Großteil des Anstiegs jedoch wieder ab und notierte am Nachmittag noch 7 Prozent im Plus. Im Mittelpunkt steht nun, ob der Anbieter von Kundenkommunikations- und KI-Sprachsoftware seine höheren Jahresziele erreicht.
Umsatz und bereinigter Gewinn über den Erwartungen
Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 5,9 Prozent auf 676 Millionen US-Dollar. Analysten hatten mit 667 Millionen Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich um 17,7 Prozent auf 1,33 Dollar und lag damit über dem Konsens von 1,28 Dollar.
Die operative Marge nach Non-GAAP-Kriterien verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 190 Basispunkte auf 24,7 Prozent. Umsatz, Gewinn und Marge übertrafen damit jeweils die Analystenerwartungen.
Jahresprognose für den Umsatz angehoben
Das Management erwartet für das Gesamtjahr nun einen Umsatz zwischen 2,650 und 2,657 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,07 bis 5,12 Dollar. Die Analystenschätzungen lagen bei 2,654 Milliarden Dollar Umsatz und 5,10 Dollar Gewinn je Aktie – beide Werte befinden sich innerhalb der aktualisierten Prognosespannen.
Für das Gesamtjahr rechnet RingCentral mit einer operativen Non-GAAP-Marge von 24 bis 24,2 Prozent. Das liegt unter den im dritten Quartal erzielten 24,7 Prozent. Da Quartalsergebnis und Jahresprognose unterschiedliche Zeiträume abdecken, werden die kommenden Ergebnisse zeigen, wie sich die Marge entwickelt.
Aktie gibt einen Teil der Gewinne ab
Die RingCentral-Aktie stieg am Freitag zu Handelsbeginn zeitweise um 23 Prozent, reduzierte ihr Plus bis zum Nachmittag aber auf 7 Prozent. Bereits am Mittwoch hatte der Kurs einen charttechnischen Kaufpunkt bei 81,90 Dollar überschritten, war anschließend jedoch wieder zurückgefallen. Der Anstieg am Freitag führte die Aktie erneut über diese Marke. RingCentral gehört außerdem zur IBD-50-Liste.
Anleger wägen die besser als erwarteten Quartalszahlen gegen die Frage ab, ob das Unternehmen seine angehobenen Jahresziele erreichen kann. Der deutliche Rückgang vom Tageshoch machte sichtbar, dass sich die Marktreaktion im Handelsverlauf veränderte.
Agentic Voice AI bleibt ein Entwicklungsschwerpunkt
RingCentral baut seine Investitionen in Agentic Voice AI aus. Das Produkt nutzt künstliche Intelligenz, um Kundenanrufe zu bearbeiten, und ist ein wichtiger Entwicklungsbereich für das Sprachsoftwaregeschäft des Unternehmens. RingCentral hat nicht offengelegt, welchen Beitrag das Produkt zum Umsatz im dritten Quartal oder zur Jahresprognose leistete. Seine kommerzielle Bedeutung lässt sich daher erst anhand künftiger Ergebnisse besser beurteilen.
In der Marktberichterstattung am Freitag wurden außerdem einige weitere Aktien erwähnt, die Kaufpunkte überschritten hatten, darunter ein Unternehmen mit einer möglichen Verbindung zu SpaceX. Angaben zu dessen Geschäftsergebnissen, Aktienentwicklung oder einer möglichen Partnerschaft wurden nicht gemacht. Bei RingCentral bezogen sich die veröffentlichten Kennzahlen auf einen Quartalsumsatz von 676 Millionen Dollar, einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,33 Dollar und die aktualisierte Jahresprognose.