Kernaussage:
- Barclays hat die Gewinnprognosen für integrierte europäische Energieunternehmen für das Geschäftsjahr 2026 auf ein Niveau angehoben, das 30 % über dem Marktkonsens liegt. Für das erste Quartal wird ein sequenzieller Gewinnanstieg von über 40 % erwartet.
- Die Nettogewinnprognosen von BP und Shell liegen mit 44 % bzw. 37 % deutlich über dem Marktkonsens und stehen im Zentrum der Gewinnüberprüfung.
- Obwohl der Stoxx-600-Index am Dienstag um 0,7 % gestiegen ist, zeigt der Energiesektor aufgrund der durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten gestiegenen Öl- und Gaspreise sowie Raffineriemargen signifikantes strukturelles Überertragspotenzial.
Getrieben durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und den sich verschärfenden Angebotsengpass auf dem Rohölmarkt, wird der Gewinnausblick der europäischen integrierten Energiekonzerne einer signifikanten Neubewertung durch die Wall Street unterzogen. Barclays hebt in einem kürzlich veröffentlichten Bericht hervor, dass die Konflikte im Iran die globale Angebots-Nachfrage-Bilanz zu einem erheblichen Defizit verschieben, was nicht nur die Benchmark-Ölpreise erhöht, sondern auch die Raffineriemargen und Handelsgewinne signifikant verbessert.
Basierend auf diesen makroökonomischen Veränderungen hat das von Lydia Rainforth geleitete Analystenteam von Barclays die finanziellen Prognosen für den europäischen Energiesektor erheblich angehoben. Der Bericht prognostiziert, dass die gesamten Branchengewinne im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um über 40 % wachsen werden. Auf spezieller Ebene liegen die jüngsten Prognosen von Barclays für das Geschäftsjahr 2026 um 30 % über dem Durchschnittskonsens der Wall Street. Besonders hervorstechend sind die Ergebnisse für BP und Shell, deren Erwartungen den Konsens um 44 % bzw. 37 % übersteigen. Auch Equinor aus Norwegen befindet sich in der Führungsgruppe.
Auf der Marktebene erholte sich der Stoxx-600-Index mit einem Anstieg um 0,7 % an einem Tag, wobei der Bergbau- und Finanzsektor die Führung übernahm, da sich Anzeichen einer marginalen Entspannung zeigten. Barclays betont jedoch, dass die aktuelle Bewertung des Energiesektors unter dem historischen Langzeitdurchschnitt liegt. Angesichts eines Cash-Break-even-Punktes der Branche von etwa 41 US-Dollar pro Barrel, könnte eine starke Cashflow-Performance im ersten Quartal wahrscheinlich zu einer Anhebung der langfristigen Preisannahmen durch den Markt führen, was wiederum das Bewertungszentrum der Energiewerte weiter anhebt.