- Der neueste Global Family Office Report der UBS zeigt, dass etwa sechzig Prozent der befragten Family Offices planen, ihre strategische Asset-Allokation im kommenden Jahr anzupassen. Dieser Anteil ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt der letzten fünf Jahre und unterstreicht die systematische Neubewertung der bestehenden Portfolios durch die Superreichen.
- Globale Family Offices beschleunigen die Umsetzung von Diversifizierungsstrategien in verschiedenen Rechtsgebieten. Mehr als ein Viertel der Institutionen plant, ihre in US-Dollar denominierten Vermögenswerte zu reduzieren, und etwa zwei Drittel der Befragten erwarten, dass das Vertrauen in den US-Dollar als globale Reservewährung langfristig abnehmen wird.
- Es zeigt sich eine deutliche Polarisierung der Asset-Allokationsstrategien im In- und Ausland. Family Offices außerhalb der USA erhöhen aktiv ihre Investitionen in Schwellenmärkte wie Lateinamerika und Afrika sowie in Gold, während US-amerikanische Family Offices entgegen dem Trend ihre Investitionen im heimischen Markt verstärken und die Allokation auf achtundachtzig Prozent erhöhen.
Größte Anpassung der Asset-Allokation seit fünf Jahren
Laut den neuesten Umfrageergebnissen der UBS steht der globale Vermögensverwaltungssektor vor der größten Umstrukturierung der letzten Jahre. Bis zu sechzig Prozent der Family Offices bestätigen, dass sie ihre strategische Asset-Allokation in den nächsten zwölf Monaten anpassen werden. Diese signifikante Entwicklung wird hauptsächlich durch steigende geopolitische Risiken, die Ausweitung der öffentlichen Verschuldung und das langfristige Zinsumfeld getrieben. Die Abteilung für Privatvermögensverwaltung von UBS Americas weist darauf hin, dass sich der Fokus der wohlhabenden Familien von kurzfristigen Handelskonflikten auf langfristige systemische Risiken verlagert hat, was diese langfristigen Vermögensverwaltungsinstitutionen dazu zwingt, alte Gewohnheiten zu durchbrechen und nach einer widerstandsfähigeren Portfoliozusammensetzung zu suchen.
Diversifizierung der Rechtsgebiete zur Absicherung gegen Dollar-Risiken
In Bezug auf die geografische Allokation ist Nordamerika die einzige Region, in der Family Offices allgemein planen, ihre Exponierung zu reduzieren. Der Bericht hebt hervor, dass die Bedenken der Investoren über die hohe Konzentration im US-Aktienmarkt, die überhöhten Bewertungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, die Unsicherheit der Fiskalpolitik und die anhaltend steigenden Renditen von US-Staatsanleihen zunehmen. Um potenziellen Marktneubewertungen zu begegnen, setzen internationale Superreiche auf eine Diversifizierungsstrategie in verschiedenen Rechtsgebieten. Nahezu ein Drittel der Family Offices hat bereits ihre investierbaren Vermögenswerte auf vier oder mehr verschiedene Regionen verteilt. Bei der Währungswahl haben mehr als ein Viertel der Institutionen klar signalisiert, dass sie ihre Dollar-Exponierung reduzieren werden, wobei der Schweizer Franken und der Euro die Hauptziele für die Diversifizierung von Fluchtkapital sind.
Traditionelle sichere Anlagen und Schwellenmärkte erhalten mehr Gewicht
Geopolitische Unsicherheiten werden als die größte makroökonomische Bedrohung für das kommende Jahr und die nächsten fünf Jahre angesehen. Vor diesem Hintergrund vollzieht sich ein grundlegender Wandel in den Kapitalströmen der globalen Family Offices. Traditionelle sichere Anlagen wie Gold und inflationsresistente Infrastrukturinvestitionen gewinnen erneut an Beliebtheit. Gleichzeitig fließen Gelder zunehmend in Aktienanlagen in Schwellenmärkten wie Lateinamerika und Afrika, um vor der Verlangsamung des Wachstums in entwickelten Volkswirtschaften und der Stabilisierung der politischen Unsicherheiten mehrdimensionale Erträge zu erzielen. Im Gegensatz dazu zeigen Bargeld und Immobilien, deren Bewertungen unter Druck stehen, insgesamt einen leichten Abfluss.
Unterschiedliche Investitionsstrategien von in- und ausländischen Family Offices
Bemerkenswert ist, dass die globale Kapitalverlagerung deutliche regionale Unterschiede aufweist. Die inländischen Family Offices in den USA folgen nicht dem globalen Trend der Entdollarisierung, sondern zeigen eine starke Vorliebe für den heimischen Markt, wobei ihre US-Asset-Allokation von zuvor sechsundachtzig Prozent auf achtundachtzig Prozent gestiegen ist. Im Gegensatz dazu beschleunigen Family Offices außerhalb der USA den Abzug von Kapital aus dem US-Markt. Chinesische Family Offices haben derzeit etwa die Hälfte ihrer Vermögenswerte in Westeuropa investiert, während westeuropäische Family Offices vierzig Prozent ihres Kapitals in der Region belassen. Sollte die US-Makropolitik erneut zu einer Marktneubewertung führen, könnte diese interne und externe Divergenz in der Allokation die Volatilität der globalen Kapitalströme weiter verstärken.