- Gemini sagt
- Die Renditen von Anleihen in der Eurozone sanken am Mittwoch leicht, trotz der Gefechte zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus. Analysten betonen, dass die geopolitischen Spannungen derzeit nur begrenzte Auswirkungen auf den Markt haben, da die Ölpreise kaum reagierten und sogar leicht fielen.
- Der globale Anleihemarkt richtet seine Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden US-CPI-Inflationsdaten für Mai. Aufgrund der zuvor durch den Krieg gestiegenen Energiekosten wird erwartet, dass die US-CPI-Inflation im Mai im Jahresvergleich deutlich ansteigen wird. Dieses Ergebnis wird die nächste Entwicklung der globalen Renditen direkt beeinflussen.
Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag ist ebenfalls ein zentrales Thema dieser Woche. Der Markt erwartet allgemein eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte, um dem hohen Inflationsdruck zu begegnen. Investoren achten genau auf die neuesten Hinweise zur Geldpolitik nach Juni.
Geopolitische Konflikte lassen Ölpreise nicht steigen, Renditen leicht rückläufig
Am Mittwoch stand das Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran erneut unter starkem Druck. Nachdem der Iran einen US-Militärhubschrauber über der Straße von Hormus abgeschossen hatte, eskalierte die geopolitische Spannung abrupt. Der Ölmarkt reagierte jedoch überraschend gelassen, und die Brent-Rohöl-Futures fielen sogar um 0,5 % auf 90,97 USD pro Barrel. Die Ruhe auf dem Ölmarkt milderte direkt die Panikstimmung auf dem Anleihemarkt, und die Renditen von Anleihen in der Eurozone blieben insgesamt stabil. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen, ein Indikator für die Eurozone, fiel um weniger als 1 Basispunkt auf 3,049 %, was die Zurückhaltung des Marktes nach dem Ausbruch des Konflikts widerspiegelt.
Wiederaufleben der Schifffahrt und fortgesetzte Verhandlungen zeigen positive Marktsignale
Trotz der erneuten Spannungen im Nahen Osten geriet der Markt nicht in Panikverkäufe, da mehrere Faktoren unterstützend wirkten. Mohit Kumar, Chefökonom für Europa bei Jefferies, wies darauf hin, dass die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran weiterhin parallel verlaufen. Gleichzeitig erklärte ein US-Regierungssprecher, dass das entscheidende Schifffahrtsvolumen in der Straße von Hormus allmählich wieder ansteigt. Diese Nachrichten milderten die Sorgen über Unterbrechungen der Lieferkette und eine erneute Energiekrise, was die marginalen Auswirkungen der geopolitischen Spannungen auf die Finanzmärkte verringerte und der Hauptgrund dafür ist, dass die Ölpreise und Anleiherenditen trotz des Konflikts weiterhin rückläufig sind.
US-Inflationsdaten stehen bevor, globale Anleihemärkte warten auf Richtungsweiser
Während die geopolitischen Nachrichten verarbeitet werden, konzentrieren sich die Händler hauptsächlich auf die am Abend veröffentlichten US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI) für Mai. Als wichtiger Richtungsweiser für den globalen Anleihemarkt stehen die CPI-Daten im Fokus. Aufgrund der zuvor durch Konflikte erheblich gestiegenen Energiekosten wird erwartet, dass die US-CPI-Inflation im Mai im Jahresvergleich von 3,8 % im April auf 4,2 % deutlich ansteigen wird. Wenn die Daten den Erwartungen entsprechen oder diese übertreffen, könnte dies die hawkischen Erwartungen an die Fed-Politik weiter verstärken und starke Kettenreaktionen auf die Renditen globaler Anleihen, einschließlich der Eurozone, auslösen.
EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag, politische Leitlinien im Fokus
Neben den US-Daten steht auch der Wendepunkt der Geldpolitik in der Eurozone unmittelbar bevor. Die Europäische Zentralbank wird am Donnerstag ihre neueste Zinsentscheidung bekannt geben. Aufgrund des anhaltenden Inflationsdrucks hat der Markt bereits eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vollständig eingepreist. Da die Zinserhöhung selbst bereits vom Markt berücksichtigt wurde, hat sich der Fokus der Investoren vollständig auf die Pressekonferenz und die Hinweise zur Politik nach Juni verlagert. Angesichts des wirtschaftlichen Wachstums, das durch geopolitische Unsicherheiten und hohe Inflation unter Druck steht, wird die Stellungnahme des EZB-Rats die zukünftige Grundrichtung des Anleihemarktes in der Eurozone bestimmen.