- Die internationale Business Machines Corporation (IBM:US) und ServiceNow (NOW:US) zeigen in ihren Ergebnissen für das erste Quartal, dass das Wachstum im Softwarebereich unter Druck steht. Die Wachstumsrate der IBM-Softwareabteilung verlangsamte sich um 11,3 %, was zu einem deutlichen Rückgang des Aktienkurses vorbörslich um etwa 10,59 % führte.
- Potentielle Einflüsse generativer KI-Tools auf traditionelle Software-Geschäftsmodelle führen zu einer Neubewertung des Marktes, was sich auf die Aktienkurse führender SaaS-Unternehmen wie Microsoft (MSFT:US) und Adobe (ADBE:US) auswirkt und zu Korrekturen zwischen 2,6 % und 8,55 % in der Bewertung führt.
- Der Kapitalmarkt weist eine deutliche Trennung zwischen Soft- und Hardware-Präferenzen bei Technologiewerten auf. Bis 2026 ist der iShares Expanded Tech-Software ETF (IGV:US) um etwa 16 % gefallen, während der iShares Semiconductor ETF (SOXX:US), der die zugrunde liegende Rechenleistung verfolgt, einen Anstieg von über 43 % verzeichnet.
KI-Tools lösen Neubewertungen in der Softwarebranche aus
Seit die Startup-Firma Anthropic im Februar dieses Jahres eine neue Generation von KI-Tools mit fortschrittlichen Automatisierungsfähigkeiten eingeführt hat, wird das traditionelle Geschäftsmodell der Software-as-a-Service (SaaS) in den Kapitalmärkten zunehmend kritisch betrachtet. Der Einsatz solcher Tools in Bereichen wie Marketingautomatisierung, Code-Generierung und Datenanalyse führt dazu, dass Investoren befürchten, bestehende Unternehmenssoftware-Abonnement-Einnahmen könnten ersetzt werden. Obwohl die Quartalsberichte von IBM und ServiceNow die allgemeinen Erwartungen der Wall-Street-Analysten hinsichtlich Umsatz und Gewinn übertrafen, wurden die sich verlangsamenden Wachstumsraten bestimmter Geschäftsbereiche zu einem Brennpunkt für Marktängste. Analysten von JPMorgan (JPM:US) bemerkten, dass trotz erster Marktpreise für gewisse Verlangsamungen die Unvorhersehbarkeit des durch KI-Technologie ausgelösten Wandels weiterhin eine vorsichtige Kapitalallokation verursache.
Einfluss von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten auf die Investitionen im Unternehmenssektor
Vor dem Hintergrund eines insgesamt unter Druck geratenen Softwaresektors wurden geopolitische Spannungen zu einem weiteren negativen Faktor in manchen Unternehmensberichten. Die Geschäftsleitung von ServiceNow wies in ihrer Ergebnispräsentation darauf hin, dass Konflikte im Nahen Osten zu Verzögerungen bei der Vertragsunterzeichnung großer Unternehmensbestellungen führten, was die Wachstumserwartungen für das Abonnement-Einkommen im ersten Quartal direkt belastete. Diese durch geopolitische Unsicherheiten ausgelösten Verschiebungen der IT-Ausgaben in Unternehmen zeigen, dass sich der Einkaufszyklus für nicht-essentielle Software in Zeiten verstärkter globaler Schwankungen der makroökonomischen Umgebung verlängert. Sollte sich die angespannte Lage im Nahen Osten auf breitere Regionen ausdehnen, könnten global agierende Unternehmen ihre Budgets für Software-Upgrades und digitale Transformation strenger überprüfen, was zu einem erheblichen Druck auf das gesamte Auftragsvolumen der Softwareindustrie in der zweiten Jahreshälfte führen könnte.
Starke zyklische Widerstandsfähigkeit der Hardware-Rechenleistung
Im Gegensatz zur Neubewertung im Softwarebereich erfreuen sich Halbleiter- und Hardwarehersteller eines durch den Aufbau von KI-Infrastrukturen geförderten soliden Aufschlags. Der analoge Chip-Riese Texas Instruments (TXN:US) gab dank starker Nachfrage von Rechenzentrumskunden nach Power-Management- und Signalprozess-Chips eine besser als erwartete Finanzprognose für das zweite Quartal ab, was zu einem kräftigen Anstieg des Aktienkurses um 10 % im vorbörslichen Handel führte. Dieser positive Trend bestätigt nicht nur die Stärke des zugrunde liegenden Hardware-Zyklus, sondern verhalfen auch On Semiconductor (ON:US) und NXP Semiconductors (NXPI:US) zu gleichzeitigen Kursgewinnen. Das Strategieteam von UBS Global Wealth Management (UBS) ist der Ansicht, dass diese durch KI angetriebene Divergenz von Soft- und Hardware in den kommenden Jahren die Kapitalflüsse im Technologiesegment dominieren wird. Die Ära der wahllosen Investition in Technologieriesen, die Betagewinne versprach, ist vorbei, und wird durch eine Phase hoher Abhängigkeit von alphaorientierten Auswahlstrategien ersetzt.