- Die starken Ergebnisprognosen von Micron Technology (MU:US) und Qualcomm (QCOM:US) zeigen, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin hoch ist, was die Sorgen des Marktes über steigende Kreditkosten und überhöhte Bewertungen von Technologiewerten wirksam lindert.
- Die Nasdaq-100-Futures stiegen vorbörslich um über 2 %, hauptsächlich angetrieben durch den Anstieg der in Europa notierten Aktien von Micron um 18,7 %, was den Chipsektor belebte und die globalen Technologiewerte kollektiv nach oben trieb.
- Der Markt richtet seinen Fokus auf den bevorstehenden US-Personal Consumption Expenditure (PCE) Preisindex, da Ökonomen erwarten, dass die Inflationsrate 4,1 % erreichen könnte, was die Erwartungen im Zinsfutures-Markt für eine Zinserhöhung der Fed im September anheizt.
Nachfrage nach KI-Infrastruktur bestätigt Wachstumspotenzial der Branche
Die neuesten Finanzprognosen der Chiphersteller Micron Technology und Qualcomm haben globale Investoren beruhigt. Micron gab bekannt, dass Kunden sich verpflichtet haben, 22 Milliarden US-Dollar zu investieren, um die Versorgung mit seinen Hochgeschwindigkeits-Speicherchips sicherzustellen, während Qualcomm prognostiziert, dass der Umsatz seines Rechenzentrums-Geschäfts bis 2029 15 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Diese beiden hochfrequenten Daten bestätigen direkt, dass die Kapitalausgaben für KI-Hardware von Hyperscale-Cloud-Anbietern und verschiedenen Branchen nicht nachgelassen haben und widerlegen wirksam die jüngsten Marktbedenken über eine KI-Blase.
Rebound im Futures-Markt mildert Druck auf monatliche Korrektur der Technologiewerte
Angesichts der positiven Finanzberichte zeigten die Futures der drei großen US-Aktienindizes vorbörslich unterschiedliche Entwicklungen, wobei der Nasdaq-100-E-Mini-Kontrakt um 606,75 Punkte oder 2,06 % stieg; der S&P 500-Future stieg um 0,71 %, während der Dow-Future nur leicht um 0,13 % zulegte. Vor dieser Erholung stand der Nasdaq-Index vor dem größten monatlichen Rückgang seit März 2025, und auch der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) war unter Druck. Die optimistischen Prognosen von Micron und Qualcomm kompensierten wirksam die Marktängste vor steigenden Kapitalkosten durch erhöhte Kapitalausgaben und gaben dem Technologiesektor sofortiges Vertrauen in die Liquidität.
Erweiterung der Kapitalausgaben in der Lieferkette löst Neubewertung des globalen Halbleitersektors aus
Obwohl Micron in seinem Finanzbericht Pläne zur Erweiterung der Kapitalausgaben klarstellte, deutet der Markt dies angesichts der starken Umsatzprognosen als Signal für ein knappes Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage in der Branche. Die Aktien von Micron und Qualcomm, die in den USA notiert sind, haben in diesem Quartal bereits um über 200 % bzw. 50 % zugelegt, was den Philadelphia Semiconductor Index zu einer historisch starken Quartalsleistung führt. Die Aktien der europäischen und asiatischen Halbleiter-Lieferkette erlebten während des Handels ebenfalls eine Neubewertung, was darauf hindeutet, dass die Dynamik der KI-Wertschöpfungskette sich von der Kernchip-Design-Ebene auf die Geräte- und Materialebene ausbreitet.
Makroökonomische Inflationssorgen begrenzen Raum für langfristige Bewertungsausweitung
Obwohl die Unternehmensberichte auf Mikroebene beeindruckend sind, bleibt der makroökonomische Druck ein entscheidender Faktor, der den weiteren Anstieg des Marktes begrenzt. Der später veröffentlichte US-PCE-Preisindex wird voraussichtlich um 4,1 % im Jahresvergleich steigen, weit über dem offiziellen Ziel der Fed von 2 %. Laut dem FedWatch-Tool der CME preisen Händler die Möglichkeit ein, dass die Fed bereits im September die Zinsen um 25 Basispunkte anheben könnte. Sollte der Kerninflationswert weiter steigen, könnte der Anstieg der risikofreien Zinssätze dazu führen, dass die langfristigen Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Technologiewerte erneut einer Neubewertung unterzogen werden.