Citi betrachtet Private Credit und Private Equity weiterhin als langfristige Bestandteile eines Portfolios. Das sagte Vermögenschef Andy Sieg, während bei einigen nicht börsennotierten Business Development Companies (BDCs) die Rückgabewünsche steigen und Fragen zur Liquidität für Anleger aufwerfen. Gleichzeitig werden Aktien börsennotierter BDCs unter dem ausgewiesenen Wert ihrer Vermögenswerte gehandelt.
Sieg betont Anlagehorizont und Managerprüfung
In der CNBC-Sendung „Halftime Report“ sagte Sieg, Private Credit und Private Equity sollten als langfristige Anlagen und nicht als kurzfristige Trades betrachtet werden. Der Anlagehorizont von Citi-Kunden könne 10 bis 30 Jahre betragen. Deshalb sei eine gründliche Prüfung der jeweiligen Fondsmanager entscheidend. Mit den bisherigen Renditen seien die Kunden zufrieden gewesen, sagte Sieg.
Citi Wealth Management verzeichnete zuletzt mit 38 Milliarden US-Dollar Nettozuflüssen in Anlagevermögen einen Rekord. Sieg zufolge empfiehlt die Bank die Anlageklasse ihren Kunden trotz des Rückgabedrucks und der Bewertungsunterschiede am Private-Credit-Markt weiterhin.
Die Liquiditätsbedingungen der Fonds entsprechen jedoch nicht zwangsläufig den langen Laufzeiten ihrer Kreditportfolios. Steigt der Rückgabedruck, können Anleger möglicherweise nicht ihre gesamten Anteile auf einmal zurückgeben.
Rückgabewünsche liegen über üblichen BDC-Limits
Nicht börsennotierte BDCs investieren in länger laufende Kredite, bieten Anlegern aber meist regelmäßige Rückgabefenster. Bei vielen Fonds liegt die übliche Rückgabegrenze bei 5 Prozent des Nettovermögens pro Quartal. Übersteigen die Anträge dieses Limit, erhalten Anleger je nach Fondsbedingungen möglicherweise nur einen Teil des gewünschten Betrags.
Vorläufige Daten zeigen, dass Anleger bei 11 der 14 größten nicht börsennotierten BDCs im dritten Quartal Rückgaben von durchschnittlich 13,0 Prozent beantragten. Im zweiten Quartal waren es 13,9 Prozent. Damit lag die Quote weiterhin deutlich über der verbreiteten Quartalsgrenze von 5 Prozent.
Aus den verfügbaren Angaben geht nicht hervor, welchen Anteil der Anträge die einzelnen Fonds erfüllt haben oder wie viel Geld Anleger letztlich erhielten. Die Antragsquoten sind daher nicht mit tatsächlichen Mittelabflüssen gleichzusetzen.
Börsennotierte BDCs notieren unter ihrem ausgewiesenen Wert
Daten von Valuation Research zufolge werden viele börsennotierte BDCs mit einem Abschlag von 10 bis 20 Prozent auf den ausgewiesenen Wert ihrer Anlagen gehandelt. Die Differenz zwischen Börsenkursen und gemeldeten Vermögenswerten rückt sowohl die Bewertung als auch die Liquidität von Private-Credit-Produkten in den Fokus.
Der Abschlag bei börsennotierten BDCs und die Rückgabeanträge bei nicht börsennotierten Fonds messen unterschiedliche Sachverhalte: Der Abschlag spiegelt die Bewertung der Unternehmen durch den Aktienmarkt wider, während Rückgabeanträge das von Anlegern gewünschte Auszahlungsvolumen erfassen.
Citi setzt weiterhin auf einen langfristigen Anlagehorizont und die sorgfältige Auswahl von Fondsmanagern. Die Rückgabeanträge im dritten Quartal und die Abschläge bei börsennotierten BDCs lenken den Blick zugleich auf die Rückgabebedingungen, die Bewertungsmethoden und die tatsächlich verfügbare Liquidität.