Im Betrugsprozess gegen Aiden Pleterski, der sich selbst als „Krypto-König“ bezeichnete, liegt die Entscheidung nun bei der Jury. Sie soll klären, ob er zwischen 2021 und 2022 Follower in sozialen Medien um rund 30 Millionen kanadische Dollar gebracht hat. Die Schlussplädoyers sind beendet; nach den abschließenden Anweisungen von Richter Shaun Nakatsuru sollen die Geschworenen am Donnerstag mit ihren Beratungen beginnen. Pleterski weist die Vorwürfe zurück.
Pleterski bestreitet die Vorwürfe vor der Jury
Pleterski erklärte vor Gericht, er sei unschuldig – deshalb habe er auf nicht schuldig plädiert. Zugleich argumentierte er, die Sachlage hätte sich klären lassen, wenn er nicht gezwungen gewesen wäre, sich selbst zu verteidigen. Im Prozess trat Pleterski ohne Anwalt auf.
Angeklagt wurde er 2024, nachdem er mehr als zwei Jahre auf den Prozess gewartet hatte. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, er habe mit dem Versprechen von Investitionen in digitale Vermögenswerte Geld von Followern in sozialen Medien eingesammelt. Die Jury muss die im Verfahren vorgelegten Beweise anhand der rechtlichen Vorgaben des Richters bewerten.
Bei einer Verurteilung drohen bis zu 14 Jahre Haft
Sollte die Jury Pleterski des Betrugs schuldig sprechen, drohen ihm bis zu 14 Jahre Gefängnis. Ein Urteil liegt noch nicht vor; die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich festgestellt.
Der Prozess findet vor dem Hintergrund weiterer Strafverfahren mit Bezug zur Kryptobranche statt. Sam Bankman-Fried, der frühere Chef der Kryptobörse FTX, wurde 2023 in den USA wegen Betrugs verurteilt und verbüßt eine 25-jährige Haftstrafe. Die Fälle betreffen unterschiedliche Angeklagte, Verfahren und Sachverhalte. Über Pleterskis strafrechtliche Verantwortung entscheidet die kanadische Jury.
Fünf Männer in separatem Entführungsverfahren angeklagt
In einem unabhängigen Strafverfahren werden fünf Männer beschuldigt, Pleterski 2022 entführt und gefoltert zu haben. Einige von ihnen sollen nach den Vorwürfen Opfer seines Digitalwerte-Systems gewesen sein. Die Verfahren gegen die fünf Angeklagten befinden sich in unterschiedlichen Stadien. Deren Akyeam-Pong hat sich in neun Anklagepunkten schuldig bekannt und wartet auf die Strafzumessung.
Die Beratungen der Jury betreffen ausschließlich die Betrugsvorwürfe gegen Pleterski. Das Entführungsverfahren ist davon getrennt; seine Anklagepunkte und Schuldbekenntnisse haben keinen Einfluss auf das Urteil in Pleterskis Prozess.