YouTubes Werbeumsatz ist im dritten Quartal langsamer gewachsen und blieb hinter den Analystenerwartungen zurück. Alphabet bezifferte die Erlöse auf 11,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig überschritt die gemeinsame Abonnentenzahl von YouTube Music und Premium die Marke von 150 Millionen. Auch Streaming-Konkurrenten passen ihre Werbe- und Videoangebote an.
Werbewachstum sinkt von 13 auf 9 Prozent
Mit 11,2 Milliarden Dollar lag YouTubes Werbeumsatz rund 230 Millionen Dollar unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 11,43 Milliarden Dollar. Im Vorjahresvergleich entsprach das einem Zuwachs von 9 Prozent.
Im Vorquartal hatte der Umsatz bei rund 11,1 Milliarden Dollar gelegen und war gegenüber dem Vorjahr noch um 13 Prozent gestiegen. Die Erlöse legten somit zwar weiter zu, das Wachstumstempo nahm jedoch ab. Die Abweichung von den Erwartungen und die Verlangsamung zeigen, dass YouTubes Werbegeschäft unter Druck steht. Aus einem einzelnen Quartal lässt sich allerdings keine verlässliche Aussage über die weitere Entwicklung ableiten.
Music und Premium kommen auf mehr als 150 Millionen Abonnenten
YouTube teilte mit, dass die Zahl der Abonnenten von YouTube Music und YouTube Premium zusammen inzwischen über 150 Millionen liegt. Im März hatte das Unternehmen noch 125 Millionen genannt. Das Abo-Geschäft ergänzt die Werbeeinnahmen um eine weitere Erlösquelle. Alphabet veröffentlichte keine getrennten Angaben zu Abonnentenzahlen oder Umsätzen der beiden Dienste.
Auch auf Fernsehgeräten erreicht YouTube ein großes Publikum. Nielsen schätzte kürzlich, dass YouTube im August in den USA etwa doppelt so viel TV-Nutzungszeit auf sich vereinte wie Netflix. Für Plattformen ist das Fernsehen ein wichtiger Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Werbebudgets. Der Anteil an der Sehdauer ist jedoch nicht mit Werbeumsatz oder Profitabilität gleichzusetzen.
Netflix senkt Werbeprognose, Instagram setzt stärker auf längere Videos
Auch die Wettbewerber verändern ihre Strategie. Netflix senkte bei der Vorlage seiner Zahlen in der vergangenen Woche die Erwartung für den Werbeumsatz von 3 Milliarden auf 2,7 Milliarden Dollar. Als Grund nannte das Unternehmen Verzögerungen beim Ausbau seines Werbeangebots. Anfang des Monats hatte Netflix zudem rund 1.000 Beschäftigte entlassen.
Instagram kündigte in dieser Woche Änderungen an seinem Angebot für längere Videos an. Damit scheint die Plattform ihre Präsenz auf Fernsehbildschirmen ausbauen und stärker um längere Nutzungssitzungen konkurrieren zu wollen. Ross Benes, Senior Analyst bei EMARKETER, sagte, Streaming-Anbieter versuchten, zu YouTube aufzuschließen. Instagram passe seine Strategie als Reaktion auf den Erfolg der Videoplattform an.
YouTubes Werbeerlöse steigen weiterhin, allerdings langsamer und weniger stark als von Analysten erwartet. Zugleich wächst die gemeinsame Abonnentenbasis von Music und Premium, und die Plattform kommt auf einen hohen Anteil der TV-Sehdauer. Für die Beurteilung des Geschäfts bleiben damit sowohl das Werbewachstum als auch die Entwicklung des Abo-Angebots relevant.