Westpac prognostiziert 25 Basispunkte Erhöhung des Leitzinses im September
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) wird voraussichtlich ihren Leitzins (Official Cash Rate, OCR) zum 2. September 2026 um 25 Basispunkte auf 2,75 % anheben. Westpac erwartet, dass diese Anpassung erwartet wird und keine überraschenden oder aggressiven Maßnahmen beinhaltet, die den Markt stark verunsichern könnten.
Entscheidungen im Oktober hängen vom Konjunkturverlauf und vorsichtiger RBNZ-Kommunikation ab
Kelly Eckhold, Chefökonomin bei Westpac, betont, dass die RBNZ in ihrer September-Erklärung eine datenabhängige Vorgehensweise signalisieren dürfte. Ob im Oktober weitere Straffungen folgen, wird stark von den bis dahin veröffentlichten Wirtschaftsdaten abhängen. Da sich der OCR bereits nahe dem von Westpac geschätzten neutralen Niveau von rund 3 % befindet, wird die Zentralbank voraussichtlich ihre Flexibilität bewahren, ohne sich eindeutig zu weiteren Zinsschritten zu verpflichten.
Leitzins bleibt bis Jahresende nahe 3 % – bestätigt Westpacs Mai-Prognose
Westpac geht davon aus, dass die aktualisierten Konjunktur- und Zinspfadprognosen der RBNZ im September die bereits im Mai dargestellten Erwartungen bestätigen. Demnach soll der OCR bis Jahresende bei circa 3 % stagnieren und eine Spitze nahe 3,3 % erreichen. Westpac sieht zwei wesentliche Risiko-Szenarien: Eine 10–15-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein strengeres Vorgehen mit Zinserhöhungen im Oktober und Dezember auf 3,25 %, sowie eine ähnlich hohe Chance für eine defensivere Haltung mit Zinsstopps oder Zurückhaltung bei weiteren Erhöhungen bis Jahresende.
Aktuelle Wirtschaftsdaten bestätigen RBNZ-Erwartungen
Seit Mai stimmen die neuseeländischen Wirtschaftsdaten weitgehend mit den Annahmen der RBNZ überein. Die Arbeitslosenquote hält sich stabil bei 5,6 % und liegt leicht über der Prognose von 5,4 %. Die Inflation im Jahresvergleich bis Juni betrug 4,1 % und liegt geringfügig unter dem erwarteten Wert von 4,2 %. Die Inflationserwartungen von Haushalten, Unternehmen und Fachleuten sind wieder auf das Niveau vor den jüngsten Ölpreisschocks gesunken. Gleichzeitig haben die Festhypothekenzinsen um etwa 35 Basispunkte angezogen, und der handelsgewichtete NZD-Index übertrifft die Prognosen von Mai. Diese Entwicklungen könnten die RBNZ veranlassen, die finanziellen Bedingungen bei ihrer Sitzung im September noch einmal neu zu bewerten.
Fragile Erholung und anhaltend hohe Kerninflation bleiben Herausforderungen
Eckhold sieht die Anhebung des OCR auf 3 % als sinnvollen Schritt, weist aber auf weiterhin bestehende Unsicherheit hin, ob die RBNZ bei jeder Sitzung die Zinsen weiter erhöht. Die Erholung der Wirtschaft bleibt schwach und die Verbesserung am Arbeitsmarkt erst in den Anfängen. Die schnelle Abkühlung der Inflation, die vor allem auf Lieferschocks zurückzuführen ist, bewertet sie vorsichtig. Sollte die Kerninflation weiterhin über dem Zielwert liegen, könnte dies eine längerfristige Straffungspolitik bis ins Jahr 2027 erforderlich machen. Alle geldpolitischen Entscheidungen werden unter der Prämisse einer datengesteuerten und flexiblen Strategie getroffen.
Die erwartete Zinserhöhung im September und die möglichen Folgeschritte werden die Performance des NZD und die Marktpreise für Zinsänderungen maßgeblich beeinflussen. Investoren und Marktteilnehmer werden in den kommenden Monaten die Wirtschaftsdaten genau beobachten, um Hinweise auf die Geldpolitik der RBNZ zu erhalten.