Der Entwickler T4T5 hat mit Claude Opus 5.5 von Anthropic ein frühes Bitcoin-Programm für Windows aus dem Jahr 2009 rekonstruiert. Die neu erstellte Datei bitcoin.exe stimmt bytegenau mit einer erhaltenen Originaldatei überein und hat denselben SHA-256-Hash. Das liefert neue Hinweise zum Aufbau der frühen Bitcoin-Software. Welche Version am Starttag des Netzwerks lief, ist damit jedoch nicht geklärt: Diese Datei bleibt bislang verschollen.
Nachbau stimmt mit erhaltenem Original überein
T4T5 stellte die damalige Entwicklungsumgebung nach und erstellte das Programm mit Claude Opus 5.5. Das Ergebnis zeigt: Die erzeugte bitcoin.exe hat denselben SHA-256-Hash wie die erhaltene Originaldatei. Auch der vollständige Bytevergleich ergab keine Unterschiede.
Eine solche Übereinstimmung folgt nicht automatisch daraus, dass der Quellcode verfügbar ist. Die früheste Bitcoin-Software wurde nicht mit Blick auf reproduzierbare Builds entwickelt. Abweichende Compiler oder Softwarebibliotheken und selbst unterschiedliche Zeilenumbrüche können dazu führen, dass aus demselben Quellcode eine andere ausführbare Datei entsteht. Für einen identischen Nachbau müssen deshalb auch die damalige Umgebung und die konkreten Einstellungen des Build-Prozesses rekonstruiert werden.
Version vom Starttag bleibt ungeklärt
Die Rekonstruktion bezieht sich auf die 2009 von Satoshi Nakamoto veröffentlichte Bitcoin-Software. Der Treffer belegt, dass sich eine erhaltene Originalversion unter nachgebildeten Bedingungen exakt reproduzieren lässt. Er beantwortet aber nicht, welche Ausgabe beim Start des Bitcoin-Netzwerks verwendet wurde. Die Softwaredatei von diesem Tag ist weiterhin nicht gefunden.
Eine überlieferte Veröffentlichung nachzubauen und die tatsächlich am Starttag eingesetzte Version aufzuspüren, sind zwei unterschiedliche Aufgaben. Bislang ist belegt, dass T4T5s Programm mit einer erhaltenen Originaldatei identisch ist. Die verfügbaren Informationen zeigen nicht, dass es sich dabei um die Version handelt, die am ersten Tag im Netzwerk lief. Die Rekonstruktion der Build-Umgebung erleichtert die Untersuchung der frühen Software; die fehlende Startversion begrenzt jedoch weiterhin die Möglichkeit, die ursprüngliche Veröffentlichung vollständig zu überprüfen.