Gold fiel am 30. Oktober unter 3.900 US-Dollar je Unze und erreichte damit den niedrigsten Stand des Jahres 2026. Seit dem Hoch im Januar hat der Preis rund 30 % eingebüßt. Robuste US-Konjunkturdaten und anhaltend hohe Inflation lassen Händler wieder mit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im Dezember rechnen. Analysten sind uneins darüber, wie weit der Preis noch nachgeben könnte; 3.886 US-Dollar je Unze gelten als wichtige Marke.
Wachstum und Inflation schüren Zinssorgen
Gold steht seit geraumer Zeit unter Druck und steuert auf den zweiten Monatsverlust in Folge zu. Die Marke von 4.000 US-Dollar je Unze wurde wiederholt getestet, ihre Unterstützung hat sich dabei abgeschwächt. Zu den Belastungsfaktoren zählt das stärker als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal.
Der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) stieg im September gegenüber dem Vormonat um 0,5 % und im Jahresvergleich um 3,6 %. Weil die Konjunktur robust bleibt und die Inflation erhöht ist, wägen Marktteilnehmer die Möglichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Dezember ab. Die Notenbank beließ ihren Leitzins in dieser Woche bei 3,75 bis 4,00 %. Die Entscheidung räumte die Erwartungen einer Erhöhung noch vor Jahresende jedoch nicht aus.
Analysten achten auf die Marke von 3.886 US-Dollar
Suki Cooper, Analystin bei Standard Chartered, hält es für entscheidend, dass Gold über 3.886 US-Dollar je Unze bleibt. Yuxuan Tang von JPMorgan rechnet mit weiterem Abwärtsdruck, bis die Zinsen schließlich ihren Höchststand erreichen. Beide Einschätzungen unterstreichen, wie stark die Zinserwartungen die Perspektiven für Edelmetalle prägen.
Steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten der Goldhaltung, da das Metall keine laufenden Erträge abwirft. Sorgen um die Versorgung aus dem Nahen Osten haben die Ölpreise nach oben getrieben. Das hält die Realrenditen hoch und verteuert damit ebenfalls das Halten von Gold. Spekulative Verkäufe und Mittelabflüsse aus börsengehandelten Goldfonds haben den jüngsten Rückgang zusätzlich verstärkt.
Anleger beobachten nun, ob Gold bei etwa 3.886 US-Dollar Unterstützung findet und ob weitere US-Konjunktur- und Inflationsdaten die Erwartungen an die Fed-Politik verändern. Der Preis liegt bereits rund 30 % unter seinem Januarhoch; zugleich wurde die Marke von 4.000 US-Dollar wiederholt auf die Probe gestellt.