- Chinas Exportbeschränkungen für kritische Seltene Erden und das Spezialmetall Gallium nach Japan dauern nun seit vier Monaten an. Laut Zollstatistiken sind die Ausfuhren von Dysprosium, Terbium und Yttriumoxid nahezu zum Erliegen gekommen, was die Lieferkette der japanischen Hochleistungsmagnet- und Chipindustrie zunehmend belastet.
- Das chinesische Außenministerium hat bestätigt, dass der Export von Dual-Use-Gütern an japanische militärische Nutzer und für militärische Zwecke gesetzeskonform verboten ist. Diese Politik zielt darauf ab, Japans Remilitarisierung und nukleare Ambitionen zu verhindern, wobei geopolitische Risiken zunehmend in den Bereich der kritischen Industriemineralien eindringen.
- Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) hat einen Plan zur Risikobewältigung in der Lieferkette gestartet und prüft die Möglichkeit, bei Bedarf staatliche und private strategische Reserven freizugeben, um die Sorgen der Industrie über Versorgungsengpässe und Preissteigerungen zu mildern.
Überwachung der Exportdaten kritischer Mineralien
Hochfrequenzhandelsdaten der chinesischen Zollbehörde (GACC) zeigen, dass seit Dezember letzten Jahres die Exporte kritischer Seltener Erden und Spezialmetalle nach Japan stagnieren. Bei spezifischen Sorten wie Dysprosium und Terbium, die für die Herstellung von Hochleistungsmagneten benötigt werden, sowie Yttriumoxid, das in der Luft- und Raumfahrt weit verbreitet ist, sind die Exporte nach Japan nahezu auf null gesunken, mit nur wenigen sporadischen Lieferungen von Yttriumoxid. Gleichzeitig ist auch die Versorgung mit dem Spezialmetall Gallium, das als Grundmaterial für die Herstellung von Halbleitern der dritten Generation und High-End-Chips dient, ins Stocken geraten. Da die japanische Hightech-Lieferkette stark von China für die Raffinierung dieser Seltenerd- und Spezialmetallzwischenprodukte abhängt, löst die strukturelle Blockade der Importkanäle Alarm bei den japanischen Materialunternehmen aus.
Politische Anpassungen und geopolitische Einordnung
Der Exportstopp weist klare Merkmale einer politischen Kontrolle auf. Das chinesische Außenministerium hat auf einer jüngsten Pressekonferenz die Veränderungen im Handelsfluss auf die Exportkontrolle von Dual-Use-Gütern zurückgeführt. Sprecherin Mao Ning erklärte öffentlich, dass China gesetzeskonform den Export von Dual-Use-Gütern an japanische militärische Nutzer und für militärische Zwecke verbietet, und betonte, dass das Ziel dieser Politik darin besteht, Japans Remilitarisierung und nukleare Ambitionen zu verhindern. Diese Erklärung markiert eine Aufwertung der chinesischen Exportkontrollen für kritische Mineralien von einer regulären wirtschaftlichen Compliance zu einer gezielten Abwehr von spezifischen geopolitischen Verteidigungsrisiken. Aufgrund der früheren Äußerungen von Sanae Takaichi zu Taiwan, die das bilaterale Vertrauen beeinträchtigt haben, ist die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Lockerung dieser Beschränkungen gering.
Risikobewältigungsmechanismen auf der Angebotsseite
Angesichts der viermonatigen Unterbrechung der Rohstoffversorgung sind die japanische Regierung und die Industrie gezwungen, antizyklische Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen. Ein Beamter des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie bestätigte, dass Tokio notwendige Maßnahmen ergreift, einschließlich der Freigabe von staatlichen und privaten Reserven an kritischen Punkten zur Stabilisierung des Marktes, ohne jedoch Details zur Freigabemenge und den Sorten zu nennen. Derzeit ist Japan nach China der größte Produzent von Seltenerdmagneten weltweit, und seine Lieferkette ist unwiderruflich auf den Verbrauch von schweren Seltenen Erden angewiesen. Sollte sich der Umfang der Dual-Use-Güterkontrollen weiter ausweiten oder der Exportstopp auf reguläre zivile Seltenerdprodukte ausgedehnt werden, wird der Druck auf die Rohstoffkosten in der japanischen Hightech-Fertigung erheblich zunehmen, was zu einem Rückgang der Kapazitätsauslastung in einigen hochpräzisen Fertigungsbereichen führen könnte.