
Die US-Notenbank hat sich bei ihrem ersten Zinsentscheidungstreffen im Jahr 2026 entschieden, den Kurs weiterhin zu beobachten. Vor dem Hintergrund, dass die Amtszeit von Powell allmählich dem Ende entgegengeht, weisen sowohl die Rhetorik der Fed als auch Powells Aussagen auf ein gemeinsames Signal hin: Selbst wenn es in Zukunft noch Raum für Zinssenkungen gibt, könnte das Tempo langsamer und später sein, als der Markt zuvor erwartet hatte.
Beschluss der Sitzung: Zinssätze bleiben unverändert, aber es gab zwei Gegenstimmen
Gemäß der am 28. Januar veröffentlichten Erklärung der US-Notenbank bleibt der Zielkorridor für den Leitzins (FOMC) unverändert zwischen 3,5% und 3,75%. Das Abstimmungsergebnis lautete 10 Stimmen dafür, 2 dagegen, wobei die beiden Gegenstimmen eine Senkung des Zinssatzes um weitere 25 Basispunkte bei diesem Treffen forderten.
Auf operativer Ebene betonte die Fed in ihrer Anweisung, dass ab dem 29. Januar Offenmarktgeschäfte um diesen Zielkorridor herum durchgeführt und die Zinssätze für die entsprechenden geldpolitischen Instrumente beibehalten werden.
Wortlaut der Erklärung: Wachstum „stabiler“, Inflation „immer noch hoch“
In dieser politischen Erklärung beschreibt die Fed die Wirtschaft als mit einem „stabilen“ Tempo wachsend und weist auf ein niedriges Beschäftigungswachstum und gewisse Stabilitätsanzeichen bei der Arbeitslosenquote hin; die Inflation wird als „immer noch hoch“ bezeichnet.
Diese Kombination bedeutet: Einerseits hat das Wachstum nicht an Schwung verloren, andererseits ist der Rückgang der Inflation noch nicht „sauber“ genug, was der Fed einen Grund gibt, die Beobachtungsperiode zu verlängern - erst die Daten abzuwarten, bevor entschieden wird, ob der zinspolitische Kurs angepasst werden soll.
Powells Stellungnahme: Politik beinahe neutral, Rückgang der Inflation braucht noch Zeit
In der Pressekonferenz nach der Sitzung vermittelte Powell einen eher positiven Ton hinsichtlich der Wirtschaftslage: Konsum und Unternehmensinvestitionen bleiben robust, die Produktivität verbessert sich, und ein Teil des Wachstumspotenzials hängt mit den Vorabinvestitionen in Künstliche Intelligenz zusammen; jedoch wies er auch darauf hin, dass der Druck auf die unteren Einkommensschichten deutlicher ist und die Konsumstruktur sich zu „preisgünstigeren Optionen“ verschiebt.
Zur Inflation meinte Powell, dass das Inflationsniveau sich immer noch bei ungefähr 3% befindet, was deutlich über dem langfristigen Ziel von 2% liegt; er erwähnte den preiserhöhenden Effekt von Zöllen auf Waren. Zugleich betonte er, dass der Trend der rückläufigen Dienstleistungsinflation anhält und „Zinserhöhungen“ nicht das Basisszenario sind.
Markt- und politische Variablen: Nachfolge, Zeitplan für Zinssenkungen und Diskussion über Unabhängigkeit
Da Powells Amtszeit im Frühjahr dieses Jahres ausläuft, wird der Markt sensibler für die Frage „Wer wird der nächste Vorsitzende sein und welche politische Richtung wird er verfolgen - erfahren oder weniger erfahren?“. Berichten von Reuters zufolge plant der amerikanische Präsident Trump, seinen Kandidaten für den Vorsitz der US-Notenbank bekannt zu geben, wobei die personellen Entscheidungen die Aufmerksamkeit auf die Unabhängigkeit der Fed und zukünftige politische Ausrichtungen lenken.
In Bezug auf die Zinspreisgestaltung neigen einige Anleger dazu, die nächste Zinssenkung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben: Die Fed soll erst die Rebalancierung von Inflation und Beschäftigung beobachten, bevor entschieden wird, ob ein Neustart der Zinssenkung angebracht ist.
