
Berichten zufolge hat S&P Global Ratings in seiner neuesten Beurteilung seine Einschätzung des chinesischen Immobilienmarktes weiter nach unten korrigiert: Die Institution erwartet, dass das Verkaufsvolumen von Immobilien im Jahr 2026 um 10 %–14 % im Vergleich zum Vorjahr sinken könnte, was pessimistischer ist als die im Oktober letzten Jahres gegebene Prognose von „-5 % bis -8 %“.
Warum die Prognose weiter gesenkt wurde: Anhaltende Rezession, langsame Erholung der Nachfrage
S&P-Analysten sind der Meinung, dass die aktuelle Korrektur „tief und langanhaltend“ ist und dass die Erholung der Nachfrage nach Wohnraum weiterhin schwach ist. Die Institution hebt hervor, dass ein Preisverfall das Vertrauen potenzieller Käufer direkt schwächt, was wiederum die Transaktionen drückt und eine schwer zu durchbrechende negative Rückkopplungsschleife schafft.
Inventarabwicklung als Schlüssel: S&P empfiehlt stärkeren staatlichen Eingriff
Vor dem Hintergrund anhaltenden Drucks auf der Angebotsseite schlägt S&P einen gezielteren Ansatz zur Bereinigung des Inventars vor: Nur die Regierung ist in der Lage, überschüssige Bestände auf einer größeren Skala zu absorbieren, wie etwa durch den Ankauf von mehr fertiggestellten, aber noch nicht verkauften Wohnimmobilien, um sie für garantierte Wohlfahrt und andere öffentliche Zwecke zu nutzen. Der Bericht erwähnt jedoch, dass der Umfang der bestehenden Maßnahmen noch begrenzt ist.
Preis- und Stadtunterschiede: Erstklassige Städte unter Druck, Shanghai hält sich relativ gut
Was die Preisentwicklung betrifft, erwartet S&P, dass die Immobilienpreise im Jahr 2026 um weitere 2 %–4 % fallen könnten, was dem Rückgang von 2025 nahekommt. Besonders alarmierend ist jedoch, dass im vierten Quartal 2025 in den großen Städten Chinas die Tendenz zu einem beschleunigten Preisrückgang besteht: In Peking, Guangzhou und Shenzhen werden die jährlichen Rückgänge mindestens 3 % oder mehr betragen; im Gegensatz dazu zeigt Shanghai unter den großen Städten immer noch ein Wachstum und wird 2025 im Vergleich zu 2024 um etwa 5,7 % zunehmen.
Angebotsseite zieht sich nicht zurück: Bestände steigen das sechste Jahr in Folge
Der Bericht unterstreicht auch, dass das Überangebot nicht zurückgegangen ist: Trotz anhaltend schwacher Verkäufe läuft die Bautätigkeit weiter, was zu einem sechsten Jahr in Folge steigenden Lagerbestand an fertiggestellten, aber nicht verkauften neuen Wohnungen führt und die Marktbereinigung zusätzlich erschwert.
Rückblick auf 2025: Rückgang des Verkaufsvolumens höher als erwartet, jährlicher Umsatz weniger als die Hälfte von 2021
Die Einschätzung von S&P für 2025 wurde ebenfalls erneut „widerlegt“. Zunächst erwartete die Institution im Mai 2025 nur einen Rückgang der Verkäufe um 3 %, im Oktober wurde dies auf 8 % revidiert, doch letztlich zeigen die tatsächlichen Zahlen ein Minus von 12,6 % auf 8,4 Billionen Yuan (etwa 1,21 Billionen US-Dollar) für 2025, was kaum mehr als die Hälfte des Höchstwertes von 18,2 Billionen Yuan im Jahr 2021 ist.
