Uranaktien haben sich am 21. September nach dem Ausverkauf der Vorwoche erholt. NexGen Energy (NXE) legte zu, nachdem JPMorgan erstmals eine Unternehmensanalyse zu dem kanadischen Uranentwickler veröffentlicht hatte. Auch Kernenergieaktien wie der Entwickler kleiner modularer Reaktoren Oklo (OKLO) profitierten von der Erholung des gesamten Sektors. Im Mittelpunkt der Anleger stehen die erwartete Nachfrage nach Kernenergie, der steigende Stromverbrauch durch Rechenzentren für künstliche Intelligenz und mögliche künftige Engpässe bei der Versorgung mit Kernbrennstoffen.
Global X Uranium ETF steigt intraday um 3,1 Prozent
Der Global X Uranium ETF (URA) legte am Montag im frühen US-Handel um 3,1 Prozent zu, während der S&P 500 um 1,4 Prozent stieg. Die Erholung beschränkte sich nicht auf einzelne Aktien, sondern erfasste Uranproduzenten, Entwickler kleiner modularer Reaktoren und Unternehmen entlang der Lieferkette für Kernbrennstoffe.
Die Investmentthese für Uranaktien beruht vor allem auf einem möglichen Ausbau der Kernenergie und langfristigen Einschränkungen beim Brennstoffangebot. Kleine modulare Reaktoren gelten als eine Option für zusätzliche nukleare Kapazitäten. Gleichzeitig haben die Anforderungen von KI-Rechenzentren an eine rund um die Uhr verfügbare Stromversorgung die Kernenergie wieder stärker in den Fokus großer Technologieunternehmen gerückt. Für die Bewertung der beteiligten Unternehmen bleiben Bauzeiten, Produktionskapazitäten bei Kernbrennstoffen und regulatorische Genehmigungen entscheidend.
JPMorgan startet Analyse zu NexGen Energy
JPMorgan-Analyst Bill Peterson nahm die Analyse von NexGen Energy mit dem Rating „Overweight“ und einem Kursziel von 14 auf. Die NexGen-Aktie zog nach der Veröffentlichung der Studie an und gehörte damit zu den Schwerpunkten der Erholung bei Uranwerten am Montag.
Peterson bezeichnete NexGen als aufstrebendes kanadisches Uranunternehmen von „strategischer Bedeutung“. Das Unternehmen treibt die Entwicklung und den Bau seines wichtigsten Projekts voran. Anleger beobachten den Projektfortschritt, die Fähigkeit des Unternehmens, künftig die geplante Produktion zu erreichen, sowie die Frage, ob NexGen bei einer steigenden Nachfrage nach Kernbrennstoffen zusätzliches Angebot bereitstellen kann.
NexGen befindet sich weiterhin im Übergang von der Ressourcenentwicklung zur Bauphase und zur Vorbereitung der Produktion. Die Bewertung hängt daher nicht nur vom Uranpreis ab, sondern auch vom Kapitalbedarf, der Umsetzung des Bauprojekts und dem Zeitplan für weitere Genehmigungen. Die Aufnahme der Analyse durch JPMorgan liefert Anlegern einen neuen institutionellen Bewertungsrahmen, verändert aber nicht die noch ausstehenden Aufgaben bei der Weiterentwicklung des Projekts.
KI-Strombedarf rückt Kernbrennstoffe in den Fokus
Der Nuklearsektor hat zuletzt auch durch Investitionen in die KI-Infrastruktur Aufmerksamkeit erhalten. Rechenzentren benötigen kontinuierlich Strom, während Kernkraftwerke vergleichsweise stabile Grundlast liefern können. Die Verfügbarkeit von Brennstoffen bleibt für einen Ausbau der Branche ein zentraler Faktor. Die Debatte umfasst dabei auch Technologien zur Urananreicherung und die heimische Produktion von Kernbrennstoffen in den USA.
Jay Yu, CEO von LIS Technologies, hat sich mit Technologien zur Urananreicherung, der US-Produktion von Kernbrennstoffen und der Sicherheit der Energieversorgung befasst. Für Anleger stehen Uranproduzenten, Unternehmen aus dem Bereich der Urananreicherung und Entwickler kleiner modularer Reaktoren für unterschiedliche Anlageprofile. Sie unterscheiden sich bei Kommerzialisierungszeitplan, Geschäftsmodell und Kapitalbedarf.
Der Markt verfolgt dabei zwei miteinander verbundene Fragen: Kann das Uranangebot mit einer Erholung der Nachfrage nach Kernenergie Schritt halten, und schaffen es SMR- sowie Kernbrennstofftechnologien, von Forschung und Bau in dauerhaft tragfähige kommerzielle Projekte überzugehen? Die Erholung des Sektors am Montag hat die Aufmerksamkeit des Marktes erneut auf diese Themen gelenkt. Der Anstieg des Global X Uranium ETF um 3,1 Prozent und das neue Overweight-Rating für NexGen sind jedoch Entwicklungen aus einer einzelnen Handelssitzung beziehungsweise einer einzelnen Research-Studie. Die weitere Entwicklung wird von den Uranpreisen, der Umsetzung der Projekte und den tatsächlichen Aufträgen in der Nuklearbranche abhängen.