- Die neuesten Berechnungen von Goldman Sachs zeigen, dass die globalen Rohölvorräte voraussichtlich bis Ende Mai 2026 unter die kritische Schwelle von 100 Tagen globaler Nachfrage fallen werden. Die durch Satelliten beobachtbaren sichtbaren Bestände werden voraussichtlich nur noch 73 Tage Nachfrage decken.
- Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus ist die weltweite tägliche Rohölversorgung um über 10 Millionen Barrel gesunken. Die Internationale Energieagentur (IEA) bestätigt, dass dieses Ereignis zu einer kumulierten Unterbrechung der Versorgung von über einer Milliarde Barrel geführt hat, was es zum größten Energieversorgungsausfall in der Geschichte macht.
- Neil Chapman, Senior Vice President von ExxonMobil (XOM:US), warnte, dass die globalen Ölbestände in den nächsten zwei bis drei Wochen ein historisch niedriges Niveau erreichen werden. Sollte die Versorgungslücke anhalten, könnten die Spotpreise für Rohöl erheblich unter Druck geraten und die Nachfrage nachgelagert dämpfen.
Globale Bestände nähern sich der 100-Tage-Schwelle
Das neueste globale Energieangebot- und Nachfrage-Modell von Goldman Sachs zeigt, dass die weltweiten Rohölbestände Ende April noch einem Niveau von 101 Tagen globaler Nachfrage entsprechen. Doch mit der anhaltenden Verschärfung der geopolitischen Lage und den daraus resultierenden Lieferkettenstörungen beschleunigt sich der Abbau der Bestände erheblich, sodass bis Ende Mai ein Rückgang auf 98 Tage erwartet wird. Besonders besorgniserregend ist die Situation der sichtbaren Bestände, die durch Satelliten und öffentliche Handelskanäle beobachtet werden können und nur noch 73 Tage des globalen Verbrauchs decken. Dieser Rückgang hat bereits eine Sicherheitswarnung auf dem Energiemarkt ausgelöst und weitreichende Bedenken hinsichtlich der Spotversorgungskapazität geweckt.
Blockade der Straße von Hormus verursacht tägliches Defizit von Millionen Barrel
Der Hauptgrund für den drastischen Rückgang der globalen Rohölbestände liegt in den marginalen Veränderungen der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Derzeit können nur sehr wenige Versorgungsschiffe die Straße von Hormus, eine zentrale Öltransportroute, passieren. Laut Branchenstatistiken hat die tatsächliche Blockade der Straße zu einem täglichen Verlust von über 10 Millionen Barrel Rohöl geführt. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in ihrer neuesten Bewertung klargestellt, dass seit der tatsächlichen Blockade der Straße von Hormus der globale Markt über eine Milliarde Barrel Rohöl verloren hat. Historisch gesehen ist dies das größte Unterbrechungsereignis der Ölversorgung, das der globale Energiemarkt je erlebt hat, und seine zerstörerische Wirkung auf die Lieferkette übertrifft alle bisherigen Energiekrisen.
ExxonMobil warnt vor Erreichen der physischen Grenze der Bestände in zwei Wochen
Angesichts des zunehmend angespannten Spotmarktes haben globale Energieriesen ebenfalls Compliance-Warnungen herausgegeben. Neil Chapman, Senior Vice President von ExxonMobil (XOM:US), erklärte auf einer Branchenkonferenz in New York, dass die Welt derzeit in einer beispiellosen Niedrigbestandslage sei. Er betonte, dass die bestehenden Spotbestände in den nächsten zwei bis drei Wochen die physische Grenze erreichen könnten. Sollte der Bestand erschöpft sein und keine rechtzeitige Ersatzversorgung erfolgen, könnten die Spotpreise für Rohöl erheblich steigen. Chapman erklärte, dass diese extreme Bestandsknappheit, wenn sie kurzfristig nicht umgekehrt wird, den Marktpreisbildungsmechanismus erheblich stören wird. Die hohen Energiekosten werden letztendlich entlang der Lieferkette nach unten weitergegeben, was die globale Endverbrauchernachfrage erheblich dämpfen könnte.
Langfristige Rohölmarktpreise stehen vor Neubewertung
Marktanalysten weisen darauf hin, dass, wenn der geopolitische Konflikt nicht kurzfristig gelöst wird, die globale Energieangebot- und Nachfragebilanz einer wesentlichen Umstrukturierung unterzogen wird. Vor dem Hintergrund extrem niedriger Bestände wird die Preiselastizität des Rohölmarktes erheblich zunehmen, und jede kleine Störung der Versorgung könnte zu heftigen Schwankungen auf dem Rohstoffmarkt führen. Sollte die Kerninflation dadurch ansteigen, könnte der geldpolitische Spielraum der wichtigsten Zentralbanken weltweit eingeschränkt werden, und die Erwartungen des Marktes hinsichtlich des zukünftigen Wirtschaftswachstums und des Zinsverlaufs könnten umfassend revidiert werden. Investoren sollten die marginalen Veränderungen der kommerziellen Bestände und den Fortschritt der Wiederherstellung der Schifffahrt auf den Hauptverkehrswegen in den kommenden Wochen genau beobachten.