US-Präsident Donald Trump erklärte am 25. Oktober, die Volkswagen Group habe sich zu einer Investition von 4,2 Mrd. US-Dollar in ein neues Audi-Werk im Bundesstaat Georgia verpflichtet. Die Fabrik soll voraussichtlich rund 200.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren. Damit nannte Trump ein weiteres geplantes Produktionsprojekt als Beleg für die Wirkung seiner Zollpolitik.
Bei einer Kundgebung in Perry, Georgia, sagte Trump, Zölle machten die Vereinigten Staaten wohlhabender und verwies auf die geplante Ansiedlung als Beispiel für eine stärkere Lokalisierung der US-Autoindustrie. Die Jahreskapazität von 200.000 Fahrzeugen bezeichnete er als „unglaublich“. Zudem stellte er das Vorhaben als größte Einzelinvestition in der Geschichte der modernen US-Autoindustrie dar.
Audi-Werk soll 200.000 Fahrzeuge jährlich bauen
Nach den bislang genannten Angaben ist die Volkswagen Group der Investor, Audi die vorgesehene Fahrzeugmarke und Georgia der Standort des Werks. Die Investitionssumme von 4,2 Mrd. US-Dollar und die geplante Jahreskapazität würden die Produktionsbasis der US-Autoindustrie deutlich erweitern.
Für Volkswagen könnte der Ausbau der Fertigung in den USA die lokale Produktion und die Versorgung mit Komponenten stärken. Zugleich könnte eine Fertigung vor Ort den Einfluss grenzüberschreitender Fahrzeugtransporte auf Kosten und Lieferplanung verringern. Angaben zum Spatenstich, zum Modellprogramm, zur Zahl der Arbeitsplätze und zum Bauzeitplan liegen bislang nicht vor.
Trump verknüpft das Projekt mit seiner Zollpolitik
Trump präsentierte die Audi-Fabrik als Beleg dafür, dass Unternehmen ihre Investitionen in die USA erhöhen. Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Autoindustrie weiter prüft, wie sich Zölle auf Importkosten, die Beschaffung von Teilen, Fahrzeugimporte und die Lieferketten auswirken könnten. Eine lokale Produktion könnte verändern, wie Volkswagen den US-Markt beliefert.
Aus der Investitionssumme und dem Produktionsziel allein lässt sich noch nicht ableiten, wie sich das Vorhaben auf Volkswagens gesamte Investitionsausgaben, die Fahrzeugpreise in den USA oder die Kosten der Lieferkette auswirken wird. Das Projekt muss zunächst die Schritte von Planung und Bau bis zur Inbetriebnahme der Produktionslinien durchlaufen. Ob die Investition planmäßig umgesetzt wird und das Werk seine genannte Kapazität erreicht, hängt von der weiteren Ausführung ab.
Anleger warten auf Angaben zu Zeitplan und Produktion
Im Mittelpunkt stehen nun weitere Details zum Standort, zu den Fahrzeugmodellen, zu den Zulieferern und zum Zeitplan. Für Anleger werden diese Informationen wichtig sein, um die möglichen Auswirkungen der 4,2-Mrd.-Dollar-Zusage auf Volkswagens Umsatz in Nordamerika, die Kostenstruktur und die Kapazitätsauslastung einzuschätzen.
Bestätigt ist bislang, dass Volkswagen ein 4,2 Mrd. US-Dollar teures Audi-Werk in Georgia errichten will, das jährlich 200.000 Fahrzeuge produzieren soll. Wie schnell das Projekt vorankommt und welche finanziellen Auswirkungen es für den Konzern haben wird, ist noch offen.