- Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen am Mittwoch leicht an, hauptsächlich aufgrund der erneuten Eskalation der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Die geopolitischen Risiken im Nahen Osten führten zu potenziellem Inflationsdruck, der den zuvor durch die Verlangsamung des Anstiegs des Kernverbraucherpreisindex geschaffenen Spielraum nach unten ausglich.
- Der Kernverbraucherpreisindex der USA stieg im Mai im Jahresvergleich um 2,9 Prozentpunkte, was unter den Markterwartungen lag. Der Gesamtverbraucherpreisindex stieg jedoch im Jahresvergleich auf 4,2 Prozentpunkte, den höchsten Stand seit April 2023, was zeigt, dass die gestiegenen Energiekosten auf den Dienstleistungssektor übergreifen.
- Die Preisgestaltung am Terminmarkt für Zinssätze zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed bis Dezember bei 65 Prozentpunkten bleibt. Gleichzeitig fand die Auktion von 39 Milliarden US-Dollar an 10-jährigen Staatsanleihen des Finanzministeriums starke Nachfrage, wobei das Gebotsverhältnis den höchsten Stand seit September letzten Jahres erreichte.
Geopolitische Risiken treiben Ölpreise in die Höhe und schüren Inflationsängste
US-Präsident Trump warnte den Iran und wies darauf hin, dass die Verhandlungen zu lange dauern und der Iran einen Preis zahlen müsse. Nach einem Vergeltungsangriff erklärte der Iran, dass er seine diplomatischen Kontakte mit den USA neu bewerten werde. Ein Vorfall, bei dem ein US-Militärhubschrauber in der Nähe der Straße von Hormus abgeschossen wurde, markierte eine erhebliche Eskalation der Spannungen seit dem Waffenstillstandsabkommen im April. Die anhaltenden geopolitischen Konflikte führen dazu, dass Händler die Entwicklung der Rohölpreise genau beobachten. Der Anstieg der Rohölpreise übt potenziellen Kostendruck aus, der die Renditen von Staatsanleihen nach oben treibt. Sollte der geopolitische Konflikt andauern, könnten die Kosten für Rohstoffe weiterhin potenziellen Inflationsdruck ausüben.
Verlangsamung der Kerninflation und Preisdruck im Dienstleistungssektor
In Bezug auf die Makrodaten zeigen Refinitiv-Daten, dass der Kernverbraucherpreisindex (CPI) der USA im Mai im Monatsvergleich um 0,2 Prozentpunkte und im Jahresvergleich um 2,9 Prozentpunkte gestiegen ist, beide Werte liegen unter den allgemeinen Erwartungen der Ökonomen. Aufgrund der volatilen Lebensmittel- und Energiepreise stieg der Gesamt-CPI im Mai im Monatsvergleich um 0,5 Prozentpunkte und im Jahresvergleich um 4,2 Prozentpunkte. Matt Bush, US-Ökonom bei Guggenheim Investments, stellte fest, dass die Daten darauf hindeuten, dass die Auswirkungen der Zölle auf die Preise weiterhin abnehmen und die technologiebezogene Inflation nachlässt, die Preise für Dienstleistungen jedoch weiterhin hoch bleiben und die gestiegenen Energiekosten allmählich auf Dienstleistungen wie Flugtickets übergreifen. Darüber hinaus verlangsamt sich die Mietinflation weniger als von einigen Analysten erwartet, was darauf hindeutet, dass in den kommenden Monaten noch Raum für weitere Verbesserungen besteht.
Entwicklung der Renditekurve und Verankerung der Geldpolitik
Inmitten der gemischten Daten und geopolitischen Faktoren zeigten die Renditen von US-Staatsanleihen eine leichte Divergenz. Die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen (US2YT:US), die normalerweise synchron mit den Zinserwartungen der Fed schwankt, blieb am Tag stabil und schloss bei 4,125 Prozentpunkten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen (US10Y:US) stieg um 1,2 Basispunkte auf 4,540 Prozentpunkte, was die Differenz zwischen den Renditen der 2-jährigen und 10-jährigen Anleihen auf 41,4 Basispunkte erweiterte. Die Händler von Federal Funds Rate Futures bewerten derzeit die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed bis Dezember mit 65 Prozentpunkten, was im Vergleich zum vorherigen Handelstag kaum verändert ist und darauf hindeutet, dass die Makrodaten kurzfristig möglicherweise nicht ausreichen, um die derzeitige abwartende Haltung der Fed vollständig zu erschüttern.
Starke Nachfrage bei Auktion von 10-jährigen Staatsanleihen
Trotz der doppelten Unsicherheiten auf makroökonomischer und politischer Ebene fand die Auktion von 39 Milliarden US-Dollar an 10-jährigen Staatsanleihen des US-Finanzministeriums am Mittwoch starke Nachfrage, was die Auktion von insgesamt 119 Milliarden US-Dollar an verzinslichen Anleihen in dieser Woche vorübergehend unterstützte. Der Zuschlagszins dieser Auktion lag bei 4,538 Prozentpunkten, etwas unter dem Handelsniveau vor der Auktion. Bemerkenswert ist, dass das Gebotsverhältnis 2,57 erreichte, den höchsten Stand seit September letzten Jahres, was zeigt, dass festverzinsliche Anlagen auf dem aktuellen Renditeniveau für institutionelle Investoren weiterhin attraktiv sind. Sollte die folgende Auktion von 30-jährigen Staatsanleihen ebenfalls eine stabile Nachfrage aufweisen, könnte der Druck auf der Angebotsseite des Anleihemarktes weiter abnehmen.