- Die stabilen Zinserwartungen der US-Notenbank (Fed) und die Erholung der Bewertungen von globalen Aktienanlagen treiben Investoren dazu, ihre Investitionen zu beschleunigen. Im Juni erreichten mehrere Kernindikatoren des globalen Marktes für börsengehandelte Fonds (ETFs) nahezu oder sogar neue Höchststände, wobei das Nettozuflussvolumen den zweithöchsten Stand in der Geschichte erreichte.
- Der Wettbewerb der Emittenten um spezialisierte Anlagestrategien hat zugenommen, was zu einer Rekordgeschwindigkeit bei der Einführung neuer Finanzprodukte führte. Im Monat wurden durchschnittlich etwa 10 neue ETFs pro Tag gegründet, was zeigt, dass Vermögensverwaltungsinstitute in einem Umfeld abnehmender Marktvolatilität ihre Bereitschaft zur aktiven Produkteinführung deutlich erhöht haben.
- Die allgemeine Marktliquidität war reichlich vorhanden, und das Handelsvolumen stieg auf den zweithöchsten Stand in der Geschichte. Die großangelegte Asset-Allokation über verschiedene Anlageklassen hinweg erhöhte nicht nur das verwaltete Vermögen (AUM) von breiten Indexprodukten, sondern steigerte auch die Umschlagshäufigkeit von themenspezifischen und festverzinslichen Produkten.
Zuflüsse erreichen zweithöchsten Stand
Laut Daten von Bloomberg Intelligence erreichten die Nettozuflüsse in den globalen ETF-Markt im Juni insgesamt 191 Milliarden US-Dollar, was den zweithöchsten monatlichen Stand in der Geschichte dieser Anlageklasse darstellt. An den Handelstagen des Monats flossen durchschnittlich etwa 9 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen täglich in den Markt. Die Zuflüsse deckten ein breites Spektrum ab und betrafen etwa 2700 verschiedene Fondsarten, was darauf hindeutet, dass Investoren nicht nur traditionelle Aktien-ETFs aufstocken, sondern auch in andere strategische Produkte diversifizieren.
Produktionsgeschwindigkeit erreicht Rekord
Neben der starken Kapitalperformance erreichte die Produktlancierungsrate der Vermögensverwaltungsinstitute im Juni ein beispielloses Niveau. In diesem Monat wurden 214 neue ETF-Produkte eingeführt, was durchschnittlich etwa 10 neue Produkte pro Handelstag entspricht und den bisherigen Rekord für die höchste Anzahl von Emissionen in einem einzigen Monat im ETF-Markt deutlich übertrifft. Analysten weisen darauf hin, dass das Phänomen der dichten Produktneueinführungen darauf hindeutet, dass Emittenten nach dem intensiven Gebührenwettbewerb versuchen, durch spezialisiertere und strukturierte Produkte zusätzliche Anlegergelder zu gewinnen.
Liquidität und Umschlagshäufigkeit deutlich erhöht
Im Sekundärmarkt erreichte das gesamte Handelsvolumen der globalen ETFs im Juni 7 Billionen US-Dollar, was ebenfalls den zweithöchsten Stand in der Geschichte darstellt. Dieses enorme Handelsvolumen zeigt, dass nicht nur der Primärmarkt aktiv ist, sondern auch die Liquidität und Umschlagshäufigkeit im Sekundärmarkt auf einem sehr hohen Niveau bleiben. Die häufigen Handelsaktivitäten sind teilweise darauf zurückzuführen, dass institutionelle Investoren am Quartalsende ihre Portfolios im Hinblick auf makroökonomische Daten und die Haltung der wichtigsten Zentralbanken neu ausbalancierten.
Analyse der Variablen für zukünftige Kapitalverbleib
Mit Blick auf das dritte Quartal könnte eine Abweichung der Zinssenkungspfade der wichtigsten globalen Zentralbanken von den Markterwartungen oder eine Neubewertung in bestimmten Marktsegmenten das hohe Zuflusstempo an den Rand einer Verlangsamung bringen. Darüber hinaus wird die Fähigkeit neuer Produkte, nach der anfänglichen Seed-Finanzierung ausreichend Liquidität im Sekundärmarkt aufrechtzuerhalten, von der kontinuierlichen Betriebsfähigkeit der Vermögensverwaltungsinstitute und den potenziellen makroökonomischen Indikatoren abhängen.