Während in dieser Woche die Zinserhöhungen der Federal Reserve die Märkte bestimmen, entwickelten sich Aktien des KI-Infrastrukturunternehmens Forget Power Solutions gegenläufig. Der Kurs legte im Wochenverlauf rund 20 % zu. Am Mittwoch meldete das Unternehmen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres ein Umsatzwachstum von 94 % gegenüber dem Vorjahr. Damit richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die anstehenden Zahlen von Restaurantketten, Einzelhändlern und IT-Distributoren.
Darden Restaurants veröffentlicht seine Ergebnisse am Donnerstag vor Handelsbeginn. Zum Konzern gehören unter anderem Olive Garden und LongHorn Steakhouse. Die Aktie hat zuletzt jedoch von ihren Höchstständen nachgegeben und notiert unterhalb ihrer 50-Tage-Linie. Auch Cheesecake Factory und Brinker International, die Muttergesellschaft von Chili's, sind unter ihre 50-Tage-Durchschnitte gefallen. Die technischen Signale im Restaurantsektor bleiben damit uneinheitlich.
Darden steht vor moderaterem Wachstum
Olive Garden, die größte Marke von Darden, erzielte im jüngsten Geschäftsjahr bis Ende Mai einen Umsatz von 5,6 Mrd. US-Dollar. Das entsprach etwas mehr als 40 % des Konzernumsatzes. LongHorn Steakhouse steuerte rund 3 Mrd. US-Dollar bei. Zum Markenportfolio gehören außerdem Yard House, Cheddar's Scratch Kitchen, Ruth's Chris Steak House, The Capital Grille und die Tex-Mex-Kette Chuy's.
Die Darden-Aktie eröffnete am Montag zunächst 4 % höher, überwand wieder ihre 50-Tage-Linie und rückte näher an ihr Rekordhoch. Der Kaufdruck hielt jedoch nicht an; anschließend setzte erneut Verkaufsdruck ein. Im vorangegangenen Quartal, dessen Zahlen Ende Juni veröffentlicht wurden, stieg der bereinigte Gewinn je Aktie um 23 % auf 3,66 US-Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 14 % auf etwas mehr als 3,7 Mrd. US-Dollar.
Für das erste Quartal rechnet der Markt mit einer Abschwächung des Wachstums. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 2,05 US-Dollar, 4 % mehr als im Vorjahr, bei einem Umsatz von 3,2 Mrd. US-Dollar. Das entspräche einem Plus von 5 %. Bei Restaurantunternehmen werden vor allem die Besucherzahlen, die Umsätze auf vergleichbarer Fläche und die Ausgaben der Verbraucher für Restaurantbesuche Aufschluss über die Geschäftsentwicklung und die Bewertung geben.
Cracker Barrel wechselt den CEO
Cracker Barrel legt seine Zahlen am Mittwoch vor Handelsbeginn vor. Bei der Veröffentlichung im Juni erreichte der bereinigte Gewinn 29 Cent je Aktie und lag damit deutlich über der durchschnittlichen Markterwartung eines Verlusts von 48 Cent. Der Umsatz belief sich auf 797,4 Mio. US-Dollar und übertraf die Prognosen um rund 20 Mio. US-Dollar. Im Jahresvergleich lag er dennoch 4 % niedriger.
Die Umsätze auf vergleichbarer Fläche waren zunächst relativ stabil. Dann lösten eine Kontroverse um das Logo und die geplante Neugestaltung der Marke heftige Reaktionen aus. Cracker Barrel gab den Plan später auf. Die vergleichbaren Umsätze sanken im im Oktober des Vorjahres beendeten Quartal jedoch um 8,5 % und im Januar abgeschlossenen Quartal um weitere 7,9 %. Im Mai-Quartal verringerte sich der Rückgang auf 1,8 %.
David Deno wurde mit Wirkung zum 10. August zum CEO von Cracker Barrel ernannt. Er folgt auf Julie Masino, die das Unternehmen nach dem Streit über die Neuausrichtung der Marke verlassen hat. Deno war zuvor CEO von Bloomin' Brands, dem Betreiber von Outback Steakhouse. Das vorliegende Material nennt für seine Amtszeit die Jahre 2019 bis 2014 und enthält damit eine widersprüchliche Jahresfolge. Der Führungswechsel bleibt für Anleger bei der Einordnung des Ausblicks und der Quartalszahlen ein wichtiger Faktor.
Paychex erwartet langsameres Umsatztempo
Die Aktie des Lohnabrechnungs- und Personaldienstleisters Paychex notiert nach einer kräftigen Erholung inzwischen nahe an beziehungsweise unter ihrer 10-Wochen-Linie. Das Unternehmen weist auf einer Skala von 1 bis 99, bei der 1 für die höchste Einstufung steht, eine Gewinnstabilitätsbewertung von 3 auf. Ein langjähriger, kontinuierlicher Gewinnanstieg trägt zu dieser vergleichsweise starken Einstufung bei.
Paychex hat in den vergangenen Quartalen solide Umsätze erzielt. Nach mehreren Quartalen mit einstelligen Zuwächsen verzeichnete das Unternehmen zuletzt fünf Quartale in Folge ein zweistelliges Umsatzwachstum. Für den bevorstehenden Bericht erwartet der Markt jedoch ein moderateres Tempo. Die von FactSet zusammengestellten Analystenschätzungen sehen einen Umsatz von 1,63 Mrd. US-Dollar vor, 6 % mehr als im Vorjahr.
Costco-Aktie verliert rund 13 %
Best Buy, Abercrombie & Fitch und Target gehörten zuletzt zu den stärkeren Einzelhandelswerten. Costco steht dagegen seit mehreren Monaten deutlich unter Druck. Die Aktie drehte in der zweiten Maihälfte von ihrem Hoch nach unten und hat seitdem rund 13 % verloren. Im gleichen Zeitraum legte der S&P 500 etwas mehr als 2 % zu.
Costco wurde historisch mit einem Bewertungsaufschlag gegenüber seinen Wettbewerbern gehandelt. Zugleich hat sich das Tempo bei den zusätzlichen Mitgliedschaften im Quartalsvergleich offenbar abgeschwächt. Nach dem Kursrückgang wird die Aktie mit etwa dem 45-Fachen des Gewinns beziehungsweise rund dem 41-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Die Bewertung wird daher ein zentraler Faktor bei der Reaktion des Marktes auf die Zahlen sein.
Auch Costco berichtet am Donnerstag vor Handelsbeginn. Der Markt erwartet einen Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie um 11 % auf 6,53 US-Dollar. Der Umsatz soll um 10 % auf 94,9 Mrd. US-Dollar zulegen. Im Mittelpunkt stehen die Mitgliedsbeiträge, die Umsätze auf vergleichbarer Fläche und die Aussagen des Managements zur Konsumnachfrage.
TD SYNNEX profitiert von Aufträgen für KI-Infrastruktur
TD SYNNEX profitiert weiterhin von den Ausgaben von Unternehmen für IT. Der Technologiedistributor verbindet Hersteller von Hard- und Software mit Wiederverkäufern. In den vergangenen Quartalen haben sich sowohl das Gewinn- als auch das Umsatzwachstum beschleunigt.
Die im Juni veröffentlichten Ergebnisse zeigten einen Anstieg des Quartalsgewinns um 62 %. Der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich um 31 % auf 19,6 Mrd. US-Dollar. Das Umsatzwachstum hat sich damit drei Quartale in Folge beschleunigt. Die Sparte Hyve baut KI-Infrastruktur für Kunden aus dem Cloud-Computing-Bereich. Ihre Bruttoabrechnungen stiegen im Quartal um 95 % gegenüber dem Vorjahr und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum Ergebnis.
Die Entwicklung bei TD SYNNEX zeigt, dass die Investitionen in künstliche Intelligenz nicht nur in den Zahlen von Chip-Herstellern und Cloud-Anbietern sichtbar werden. Die Nachfrage von Unternehmenskunden erreicht auch die Vertriebskanäle für Server, Software und Infrastruktur. Ob das Wachstum anhält, hängt unter anderem von den Investitionsbudgets der Cloud-Kunden und der Stabilität der IT-Budgets von Unternehmen ab.
Optionen signalisieren starke Kursbewegung bei den Zahlen
Die Optionen auf TD SYNNEX preisen rund um die Veröffentlichung der Ergebnisse eine mögliche Kursbewegung von etwa 25 Punkten in beide Richtungen ein. Grundlage sind die zusammenaddierten Prämien eines am Geld liegenden Calls und Puts mit einem Basispreis von 260 US-Dollar und Fälligkeit am 18. September. Die Kennzahl beschreibt die vom Markt eingepreiste mögliche Bewegung rund um das Ereignis, nicht deren Richtung.
Als TD SYNNEX bei etwa 266 US-Dollar notierte, lag die mittlere Prämie eines monatlichen Calls mit einem Basispreis von 270 US-Dollar und Fälligkeit am 16. Oktober bei rund 10,60 US-Dollar je Aktie. Das entsprach etwa 4 % des Aktienkurses. Ein Optionskontrakt bezieht sich auf 100 Aktien, sodass die Prämie ungefähr 1.060 US-Dollar betrug. Bei einer späteren Ausübung hätten die 100 vom Kontrakt erfassten Aktien zum Basispreis einen Nominalwert von 27.000 US-Dollar. Einschließlich der Prämie müsste die Aktie auf etwa 280,60 US-Dollar steigen, damit die Position die Gewinnschwelle erreicht.
Ein Call gibt seinem Inhaber das Recht, 100 Aktien zum vereinbarten Basispreis zu kaufen. Ein Put wird allgemein genutzt, um auf einen fallenden Aktienkurs ausgerichtet zu sein. Die Preise von Optionen hängen außerdem von der Restlaufzeit, dem Basispreis, der Geld-Brief-Spanne und der impliziten Volatilität ab. Vor einer Veröffentlichung von Quartalszahlen steigt die implizite Volatilität häufig, was die Prämien erhöhen kann. Kontrakte mit kurzer Restlaufzeit weisen zwar oft niedrigere Prämien auf, verlieren ihren Zeitwert aber schneller. Die genannten Preise spiegeln die damaligen Marktbedingungen wider. Tatsächliche Gewinne oder Verluste hängen zusätzlich von möglichen Kurssprüngen, der Liquidität und Veränderungen der Volatilität ab.