OpenAI hat Brian McCarthy zum Vizepräsidenten für den weltweiten Vertrieb ernannt. Der frühere Umsatzmanager von SpaceX und Cursor soll den Vertriebsapparat ausbauen und das Geschäft mit Unternehmenskunden außerhalb der USA erweitern. McCarthy wird dabei mit Chief Revenue Officer Dali Rajic zusammenarbeiten. OpenAI konkurriert mit Anthropic um die Ausgaben von Unternehmen für KI und will eine Umsatzquelle verbreitern, die mit Blick auf einen möglichen Börsengang an Bedeutung gewinnen könnte.
McCarthy verbindet SpaceX- und Software-Erfahrung
McCarthy kam im August zu SpaceX, nachdem das Unternehmen Cursor übernommen hatte. Bei Cursor und SpaceX war er jeweils für den weltweiten Umsatz und den Vertrieb im operativen Geschäft verantwortlich.
Vor seiner Zeit bei Cursor leitete McCarthy Vertriebsteams für Unternehmenskunden bei Rubrik, ThoughtSpot, AppDynamics und Qlik. Dabei sammelte er Erfahrung im Verkauf von Software an große Unternehmen. Die Position des Vizepräsidenten für den globalen Vertrieb wurde bei OpenAI neu geschaffen; McCarthy ersetzt keinen bisherigen Manager.
Er ist zudem der erste hochrangige Manager, den Rajic seit ihrem Wechsel zu OpenAI angeworben hat. Rajic wurde am 24. August offiziell Chief Revenue Officer des Unternehmens, weniger als einen Monat vor McCarthys Ernennung. Beide hatten bereits bei AppDynamics zusammengearbeitet: Rajic war dort von 2017 bis 2018 Chief Revenue Officer, McCarthy Vizepräsident des Vertriebs.
AppDynamics bereitete während ihrer gemeinsamen Zeit einen Börsengang vor. Cisco übernahm das Unternehmen jedoch einen Tag vor dem geplanten Listing. Rajic holte außerdem zwei Vertriebsmanager vom KI-Datenunternehmen Snowflake: Mark Fleming, dort zuletzt Senior Vice President für den Enterprise-Vertrieb, sowie Jaime Patel, Vizepräsidentin für das nordamerikanische Enterprise Sales Engineering. Beide reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
OpenAI baut Vertrieb für Unternehmenskunden aus
OpenAI erklärte, McCarthy werde gemeinsam mit Rajic das Vertriebsteam vergrößern, das Geschäft mit Unternehmenskunden ausbauen und den weltweiten Zugang zu Firmenkunden beschleunigen. Die Aufgabe beschränkt sich nicht auf die Gewinnung neuer Kunden. McCarthy soll Unternehmen auch dabei unterstützen, die leistungsfähigsten OpenAI-Modelle im täglichen Geschäft einzusetzen.
Anthropics Claude Code wird von zahlreichen Unternehmenskunden genutzt. OpenAI versucht unterdessen, seinen Anteil an den KI-Ausgaben von Firmen wieder auszubauen. Daten von Ramp bis zu dieser Woche zeigten, dass OpenAIs neuestes Astra-Modell Anthropics Fable-Modell bei den Ausgaben von Unternehmen überholt hatte. Die Zahlen bilden Veränderungen bei den Ausgaben für die jeweiligen Produkte ab, nicht den gesamten Anteil am Markt für Unternehmens-KI.
Das Segment der Firmenkunden gewinnt für Anbieter von KI-Modellen an Gewicht. Verträge mit Unternehmen laufen in der Regel länger, umfassen mehr Nutzerlizenzen und erfordern komplexere Dienstleistungen für die Einführung als Abonnements für Privatkunden. Die Reichweite eines Vertriebsteams und seine Fähigkeit, Kunden bei der Implementierung zu unterstützen, beeinflussen damit unmittelbar das Tempo der Kommerzialisierung. Die Besetzung der Position des Chief Revenue Officer und der neuen globalen Vertriebsrolle ordnet OpenAIs Geschäft mit Unternehmenskunden stärker auf eine Ausweitung der Erlöse aus.
McCarthy betont Kontrolle und einen sicheren Einsatz
In einem LinkedIn-Beitrag zu seinem Wechsel zu OpenAI erklärte McCarthy, er unterstütze die von CEO Sam Altman, Mitgründer und Präsident Greg Brockman sowie Rajic vorgegebene Ausrichtung, die Nutzung von KI in Unternehmen zu fördern. KI solle Menschen dabei helfen, komplexe Probleme zu lösen, bislang schwer erreichbare Aufgaben zu bewältigen und neue Möglichkeiten zu schaffen.
McCarthy betonte zugleich, dass Unternehmen leistungsfähige Technologie sorgfältig einsetzen müssten. Dazu gehöre, Kunden eine sichere Nutzung von KI-Werkzeugen zu ermöglichen, die Kontrolle beim Menschen zu belassen und mehr Menschen von KI-Anwendungen profitieren zu lassen.
In einem LinkedIn-Beitrag von OpenAI schrieb Rajic, McCarthy verbinde eine starke Kundenorientierung mit der Überzeugung, dass Technologie die Arbeit und das Leben von Menschen verbessern könne. Sie freue sich darauf, mit ihm das Geschäft von OpenAI zu vergrößern, Unternehmen bei ihrer Transformation zu unterstützen und KI weiteren Nutzern weltweit zugänglich zu machen.
OpenAI hat keine konkreten Leistungsziele, die Größe von McCarthys Team oder seine Vergütung veröffentlicht. Während das Unternehmen weiter um Unternehmenskunden wirbt, gehören seine internationale Vertriebserfahrung bei großen Softwareanbietern sowie bei Cursor und SpaceX zu den zentralen Voraussetzungen für die neu geschaffene Position.