Universal Pictures hält an den Plänen fest, Alex Gibneys Dokumentarfilm „Musk“ außerhalb der USA in die Kinos zu bringen. Das zum Comcast-Konzern gehörende Studio arbeitet derzeit an der internationalen Vertriebsstrategie. Welche Länder berücksichtigt werden, wann der Film dort startet und mit welchen Kinopartnern Universal zusammenarbeitet, ist bislang offen.
Die Erklärung folgt auf Spekulationen, wonach sich die Pläne für den Film ändern könnten. Universal soll das Projekt angesichts möglicher Kontroversen rund um Elon Musk und dessen öffentliche Aktivitäten im politischen Umfeld der USA erneut geprüft haben. Evan Langweiler, ein Vertreter des Studios, erklärte, Universal bleibe „der Veröffentlichung des Films in internationalen Märkten im Kino verpflichtet“ und arbeite nun die Einzelheiten der Strategie aus.
Alex Gibneys fast vierstündiges Porträt von Musk
Regie bei „Musk“ führte der Dokumentarfilmer Alex Gibney. Universal erwarb die Vertriebsrechte an dem Projekt im Jahr 2003. Gibney hat bereits Dokumentarfilme über Persönlichkeiten aus der Technologiebranche gedreht, darunter Steve Jobs und Elizabeth Holmes. Beide Filme setzten sich kritisch mit ihren Protagonisten und deren geschäftlichen Aktivitäten auseinander.
Personen, die den Film gesehen haben, beschreiben die knapp vierstündige Dokumentation als wenig schmeichelhaftes Porträt von Musks Leben und öffentlichem Image. Musk nahm während der Produktion weder an Interviews mit Gibney teil noch wirkte er an den Dreharbeiten mit. Über längere Zeit äußerte er seine Unzufriedenheit mit dem Projekt.
Der Film enthält außerdem eine mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugte virtuelle Darstellung von Musk. Die Figur soll mit öffentlich zugänglichen Interviews des Unternehmers trainiert worden sein. Sie wird eingesetzt, um dazugehörige Aussagen zu präsentieren oder die Erzählung der Dokumentation zu unterstützen. Jigsaw Productions, die Produktionsfirma hinter dem Film, hat sich zu Universals jüngsten Vertriebsplänen nicht geäußert.
US-Kinostart am 9. Oktober
In den USA soll „Musk“ ab dem 9. Oktober in den Kinos laufen. Den dortigen Vertrieb übernimmt Bleecker Street. Ob der internationale Kinostart an einem einheitlichen Termin erfolgt oder die einzelnen Märkte unterschiedliche Startdaten erhalten, hat Universal noch nicht mitgeteilt.
Die Vertriebsentscheidung fällt in ein angespanntes Umfeld für Comcast und die Medienbranche insgesamt. Comcast war in den vergangenen Jahren Kritik von Donald Trump ausgesetzt. Während Trumps erster Amtszeit untersuchte zudem die Federal Communications Commission, ob das Unternehmen seine Programme zu Diversität, Gleichbehandlung und Inklusion weiterverfolgte.
Mehrere Medienunternehmen gingen während Trumps zweiter Amtszeit Vergleiche oder andere Vereinbarungen ein. Dadurch richtet sich zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Frage, ob politischer Druck die Pläne von Universal für den Film beeinflussen könnte. Öffentlich hält das Studio jedoch daran fest, „Musk“ in internationalen Märkten im Kino herauszubringen.
Eine ähnliche Debatte gab es 2024 rund um das Trump-Biopic „The Apprentice“. Die Macher des Films erklärten, Hollywood- und Technologieunternehmen könnten bei Projekten über Trump zurückhaltend sein, weil sie negative Reaktionen von ihm oder seinen Unterstützern vermeiden wollten. „The Apprentice“ erhielt später zwei Oscar-Nominierungen und ist inzwischen über Amazon Prime Video verfügbar. Ausleihen lässt sich der Film unter anderem über Apple und YouTube.
Damit ist vorerst nur der US-Termin für „Musk“ bestätigt. Für die Auslandsmärkte fehlen weiterhin Angaben zu den geplanten Ländern, Startdaten und Kinoplänen. Offen ist auch, ob Universal einen abgestimmten internationalen Start ankündigt oder die Veröffentlichung für jeden Markt einzeln festlegt.