- Der Spot-Goldpreis fiel am Donnerstag aufgrund der Verschärfung der geopolitischen Lage, die den Dollar und die Rohölpreise in die Höhe trieb, stark auf ein Zwei-Monats-Tief. Die Sorgen des Marktes über eine Inflationswiederbelebung und die langfristige Beibehaltung hoher Zinsen durch die Fed nahmen deutlich zu.
- Das US-Militär führte eine neue Angriffswelle auf militärische Einrichtungen im Iran durch, woraufhin der Iran einen Vergeltungsschlag auf eine US-Luftwaffenbasis startete, was die internationalen Ölpreise um über 3% steigen ließ und den Fluss von Fluchtkapital auf dem Markt weiter umkehrte.
- Der Dollar-Index stieg auf ein Wochenhoch, was einen direkten Druck auf in Dollar notierte Rohstoffe ausübte, während sich der Markt auf den bevorstehenden US-Personal Consumption Expenditure Price Index konzentriert, um die Richtung der Geldpolitik zu beurteilen.
Verschlechterung der geopolitischen Lage löst Vermögenspreisverknüpfung aus
Laut den neuesten Marktdaten fiel der Spot-Goldpreis in London um 1,8% auf 4375,78 USD pro Unze, den niedrigsten Stand seit dem 26. März. Gleichzeitig sanken die Gold-Futures-Preise für die Juni-Lieferung an der New Yorker Warenterminbörse um 1,6% auf 4373,90 USD pro Unze. Der Hauptauslöser für diese Goldpreiskorrektur war die erneute Eskalation des militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Offizielle US-Stellen bestätigten, dass das US-Militär iranische Militäreinrichtungen in der Nähe der Straße von Hormus angegriffen hat, die eine Bedrohung für Handelsschiffe darstellten. Daraufhin kündigte die iranische Revolutionsgarde einen Vergeltungsschlag auf eine US-Luftwaffenbasis an. Die heftigen geopolitischen Turbulenzen führten nicht wie üblich zu einem Anstieg der Goldkäufe als sicherer Hafen, sondern lösten durch die Erhöhung der Energiepreise eine komplexere makroökonomische Kettenreaktion aus, die die Bullen dazu zwang, ihre Positionen zu schließen und den Markt zu verlassen.
Starker Dollar und Druck auf Rohstoffpreise
Mit der Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stieg der Dollar-Index aufgrund von Fluchtkapital und erreichte ein Wochenhoch. Da Gold weltweit hauptsächlich in Dollar notiert ist, führte die anhaltende Dollarstärke dazu, dass die tatsächlichen Kosten für den Kauf von Gold für Investoren, die andere Währungen halten, stiegen, was den Goldpreis physisch unter Druck setzte. Marktanalysten weisen darauf hin, dass die Friedensverhandlungen im Nahen Osten wiederholt ins Stocken geraten und die geopolitische Unsicherheit sich in eine systematische Unterstützung für den Dollar verwandelt. Die starke Performance des Devisenmarktes schwächt die Attraktivität von Edelmetallen, und wenn der Dollar-Index aufgrund internationaler Kapitalströme auf hohem Niveau bleibt, wird der Goldpreis kurzfristig weiterhin einem erheblichen Abwärtsdruck ausgesetzt sein.
Geldpolitische Erwartungen durch Inflationssorgen neu gestaltet
Die Rohölpreise stiegen nach dem Ausbruch des Konflikts um über 3%, was die Markterwartungen einer möglichen Wiederbelebung der globalen Inflation direkt verstärkte. Obwohl Gold traditionell als Inflationsschutz gilt, führt der durch steigende Rohölpreise verursachte Inflationsdruck oft dazu, dass Zentralbanken eine restriktivere Geldpolitik verfolgen. Fed-Gouverneurin Cook betonte in einer öffentlichen Erklärung am Mittwoch, dass es angesichts von Zollbarrieren, geopolitischen Konflikten und einem Anstieg der Investitionen in künstliche Intelligenz, die die Preise in die Höhe treiben, angemessen sei, die kurzfristigen Zinsen unverändert zu lassen. Sie warnte jedoch gleichzeitig, dass die Fed bereit sei, die Zinsen jederzeit zu erhöhen, sollte es Anzeichen für einen Anstieg der Kerninflationsindikatoren geben. Diese Erwartung einer möglicherweise länger anhaltenden Hochzinsphase erhöht die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Vermögenswerten wie Gold erheblich und neutralisiert dessen inflationsabsichernde Eigenschaften.
Gesamte Bewertung des Edelmetallsektors korrigiert
Belastet durch den starken Rückgang der Goldpreise, erlebte der globale Edelmetallmarkt insgesamt eine deutliche Bewertungsanpassung. Der Spot-Silberpreis fiel um 2,6% auf 72,70 USD pro Unze; der Spot-Platinpreis sank um 1,7% auf 1884,83 USD pro Unze, beide erreichten den niedrigsten Stand seit fast einem Monat. Darüber hinaus fiel der Spot-Palladiumpreis um 2% auf 1362,70 USD pro Unze. Der bald veröffentlichte US-Personal Consumption Expenditure (PCE) Price Index wird zum zentralen Referenzpunkt für die Bewertung der Fed-Politikrichtung. Die Anlegerstimmung hat sich allgemein in Richtung Vorsicht gewandelt, und wenn die PCE-Daten zeigen, dass die Inflation weiterhin hartnäckig ist, könnte der Druck auf den globalen Edelmetallsektor anhalten, und Anlagegelder könnten sich auf hochverzinsliche festverzinsliche Instrumente verlagern.